– Laut ProVeg/dfv-Umfrage unter 80 Außer-Haus-Gastronomiebetrieben sind Preis, Rohstoffe und Verfügbarkeit die größten Hemmnisse für ein flächendeckendes Angebot pflanzlicher Alternativen.
– Stark nachgefragte Großgebinde: pflanzliche Milch/Molkereiprodukte (5 l), Tofu (5 kg) und Fleischalternativen (5/10 kg); bei Fisch-, Käse- und Ei-Alternativen genügen meist 1-kg-Einheiten, wobei Zutaten, Geschmack und Preis noch optimiert werden sollen.
– Gastronomiebetriebe klagen über lange Vorlaufzeiten und begrenzte Auswahl beim Großhandel/regionalen Lieferanten; ProVeg prognostiziert, dass steigende Gästeforderungen die Versorgung verbessern und appelliert an die Branche, als Vorreiter der Ernährungswende zu agieren.
Aktuelle Umfrage zeigt Chancen und Herausforderungen pflanzlicher Alternativen im Außer-Haus-Markt
Pflanzliche Alternativen gewinnen im Außer-Haus-Markt zunehmend an Bedeutung, stehen aber weiterhin vor zentralen Herausforderungen. Das zeigt eine aktuelle Bedarfsumfrage der Ernährungsorganisation ProVeg und des Deutschen Fachverlags (dfv). Im November 2023 nahmen 80 Unternehmen aus Gemeinschafts-, System- und Individualgastronomie sowie der Hotellerie an der Online-Umfrage „Pflanzliche Alternativen im Außer-Haus-Markt“ teil. Die Ergebnisse wurden kürzlich auf der Leitmesse Intergastra in Stuttgart vorgestellt und geben wichtige Einblicke in den Stand und die Bedürfnisse der Branche.
Von den teilnehmenden Unternehmen beantworteten 64 alle 36 Fragen zu pflanzlichen Alternativen zu Fleisch, Milch und Co. Besonders hervorzuheben ist „das große Engagement der Gemeinschaftsgastronomie, das aussagekräftige Beobachtungen zum Bedarf in Großgebinden erlaubt“*. Mehr als die Hälfte der Befragten verpflegt täglich zwischen 1.000 und 10.000 Tischgäste, ein Fünftel betreut sogar mehr als 10.000 Gäste pro Tag. Das verdeutlicht die enorme Bedeutung eines zuverlässigen und wirtschaftlichen Angebots pflanzlicher Produkte für diese Betriebe.
Die Umfrage zeigt, dass bei etablierten pflanzlichen Produktkategorien wie Fleisch, Milch, Molkereiprodukten und Tofu insbesondere größere Verpackungseinheiten gefragt sind. So wünschen sich die Unternehmen pflanzliche Milch und Molkereiprodukte vor allem in 5-Liter-Gebinden, Tofu in 5-Kilogramm-Packungen und Fleischalternativen in 5- oder 10-Kilogramm-Gebinden. Gleichzeitig sind Gastronomiebetriebe „bereits von Geschmack, Textur und Handhabung der meisten Produkte überzeugt“, kritisieren jedoch „den Preis und die Zutaten von Fleischalternativen sowie die Verfügbarkeit von pflanzlichen Fleisch- und Molkereiprodukten“. Zudem besteht ein Wunsch nach einer größeren Auswahl bei pflanzlichen Molkereiprodukten.
Für pflanzliche Alternativen zu Fisch, Käse und Ei werden dagegen aktuell noch kleinere Gebinde akzeptiert – meistens reichen hier Mengen von 1 Kilogramm aus. Ausnahmen bestehen beim pflanzlichen Backfisch und Fischstäbchen, wo größere Gebinde von 5 Kilogramm bevorzugt werden. Die Herausforderungen liegen hier vor allem beim Preis und den Zutaten von Fisch- und Käsealternativen sowie beim Geschmack von Käse. Bei pflanzlichen Ei-Alternativen besteht noch Nachholbedarf, da viele Betriebe mit diesen Produkten bisher wenig Erfahrung haben.
Die Großhandels- und Lieferkettenstruktur für pflanzliche Alternativen stellt eine weitere Hürde dar. Gastronomiebetriebe beziehen die Produkte vor allem vom Großhandel oder regionalen Anbietern, stoßen dabei aber „auf Herausforderungen wie lange Vorlaufzeiten für Bestellungen und eine begrenzte Auswahl“. Die steigende Nachfrage durch Gäste macht jedoch Hoffnung: Stefanie Heutling, Vertreterin von ProVeg, prognostiziert, „Die Ernährungswende ist in vollem Gange – jetzt ist es an der Zeit zu handeln und Vorreiter zu sein“.
Schon im März werden die Umfrageergebnisse auf der Internationalen Leitmesse Internorga in Hamburg erneut präsentiert. ProVeg International verfolgt dabei das Ziel, das globale Nahrungsmittelsystem zu transformieren, indem tierische Produkte durch pflanzliche und zellkultivierte Alternativen ersetzt werden. Die Organisation arbeitet mit Entscheidungsträgern, Unternehmen, Investoren, Medien und der Öffentlichkeit zusammen, um eine Gesellschaft zu fördern, die weniger von der Tierhaltung abhängig und nachhaltiger für Menschen, Tiere und den Planeten ist. Dies spiegelt sich auch in ProVegs internationalem Engagement wider, zum Beispiel als Ständiger Beobachter der UN-Klimarahmenkonvention und Träger des „Momentum for Change“-Preises der Vereinten Nationen.
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ProVeg-Umfrage: Pflanzliches im Großgebinde – das braucht die Gastronomie
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