Europäische Verpackungsverordnung bedroht Kreislaufwirtschaft: Holzwerkstoffindustrie warnt vor Folgen für Paletten und Lieferketten

Der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie warnt, dass die geplante europäische Verpackungsverordnung mit ihren technischen Vorgaben etablierte Holzladungsträger wie Paletten faktisch verbietet und damit die gesamte Holzverpackungsindustrie und ihre Zulieferer gefährdet. Da die festgelegten Mindestanforderungen an Leerräume, Recyclingmaterial und Closed-Loop-Konzepte für Holzverpackungen in der Praxis nicht umsetzbar sind, könnte die Branche auf Ersatzmaterialien ausweichen, die im ökologischen Vergleich schlechter abschneiden. Die VHI fordert deshalb, Holzverpackungen aus dem Geltungsbereich der Verordnung auszunehmen, um bewährte Kreislaufwirtschaftsmodelle und Klimaschutzziele nicht zu untergraben.
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Inhaltsübersicht

– EU-Verpackungsverordnung (PPWR) setzt technisch nicht umsetzbare Vorgaben (Mindestleerräume, Recyclinganteil, Closed-Loop) für Holzladungsträger wie Paletten, wodurch deren Nutzung und die Zulieferketten der Holzwerkstoffindustrie bedroht sind.
– VHI, HPE und DeSH fordern den Ausschluss von Holzverpackungen aus der Verordnung, da Holzpaletten bereits im Sinne der EU-Abfallrahmenrichtlinie als Spanplatten u. ä. recycelt werden können und essenziell für Logistik, Wirtschaft und kritische Infrastrukturen sind.
– Die „One-size-fits-all“-Regel könnte Holz durch weniger klimafreundliche Materialien ersetzen, die Klimaschutzziele untergraben und einen weiteren Absatzrückgang in einer Branche mit über 6 Mrd. € Umsatz 2022 bewirken.

Europäische Verpackungsverordnung bedroht Holzwerkstoffindustrie und ihre Lieferketten

Der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI) warnt eindringlich vor den Folgen der geplanten europäischen Packaging & Packaging Waste Regulation (PPWR). Die Verordnung gefährdet die gesamte Holzwerkstoffindustrie und ihre Lieferketten, insbesondere weil etablierte Ladungsträger wie Paletten aufgrund der technischen Umsetzbarkeit der PPWR-Vorgaben nicht mehr eingesetzt werden dürften. Die daraus resultierenden Einschränkungen treffen nicht nur die Holzverpackungsindustrie, sondern auch krisengebeutelte Säge- und Holzwerkstoffzulieferer besonders hart und stellen eine existenzielle Bedrohung für die Branche dar.

Die geplanten Mindestanforderungen an Leerräume, den Einsatz von Recyclingmaterial sowie an das Closed Loop Recycling für Holzverpackungen können laut VHI in der industriellen Praxis nicht realisiert werden. Angesichts dieser Herausforderungen fordert die Holzwerkstoffindustrie, Holzverpackungen aus dem Geltungsbereich der Verordnung auszuschließen, um sinnlose Eingriffe in die bewährten Kreislaufwirtschaft-Modelle zu verhindern. Der Verband kritisiert den 'one-size-fits-all'-Ansatz der Verordnung, da das bestehende Recyclingkonzept bereits der Europäischen Abfallrahmenrichtlinie entspricht und somit praktikable Lösungen vorliegen.

Zusätzlich warnt der VHI, dass ein Ersatz von Holzverpackungen durch alternative Materialien mit geringerem ökologischem Nutzen kontraproduktiv für den Klimaschutz und die Holzwirtschaft wäre. Die Branche, die 2022 als Marktführer in Europa einen Umsatz von über 6 Milliarden Euro erzielte, sieht sich durch die aktuelle Planung in ihrer nachhaltigen Entwicklung und wirtschaftlichen Stabilität stark gefährdet.

Regulierung zwischen Klimaschutz und Wirtschaftsrealität: Warum die Holzverpackung auf dem Spiel steht

Die geplante europäische Verpackungsverordnung symbolisiert ein grundlegendes Spannungsfeld zwischen ehrgeizigen Klimazielen und den praktischen Anforderungen der Wirtschaft. Im europäischen Warenverkehr spielen Holzverpackungen eine zentrale Rolle, da sie sich durch ihre leichte Recycelbarkeit auszeichnen und mit regional verfügbaren Rohstoffen die Versorgungssicherheit stärken. Eine starre Regulierung im Sinne eines „one-size-fits-all“-Ansatzes droht jedoch, etablierte Lieferketten sowie bewährte Recyclingmodelle entscheidend zu beeinträchtigen.

Dieser Zielkonflikt ist nicht neu und lässt sich auch in anderen Branchen wie dem Bau- oder Automobilsektor beobachten: Dort führen standardisierte Vorgaben oft zu Problemen, wenn innovative Werkstoffe und Verfahren nicht ausreichend berücksichtigt werden. Die Herausforderung liegt darin, einerseits den Schutz von Umwelt und Klima sicherzustellen und andererseits die Flexibilität und Effizienz der Wirtschaft nicht unnötig einzuschränken.

Eine mögliche Lösung bestünde in einer differenzierten Herangehensweise: Eine modifizierte Regelung, die Materialklassen gezielt unterscheidet und praxisnahe Prüfverfahren ermöglicht, könnte die Voraussetzungen für eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft erhalten. Dadurch blieben sowohl Chancen für Nachhaltigkeit als auch stabile Lieferketten bewahrt, während die Risiken durch unflexible Vorschriften deutlich reduziert würden.


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Pressemitteilung: Holzindustrie warnt vor desaströsen Folgen für Wirtschaft, …

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