Deutsche Umwelthilfe stellt Forderung auf sofortigen Stopp im Rahmen der Einreichung einer Einwendung

Die Deutsche Umwelthilfe hat erneut Einwendungen gegen die Gasförderungspläne des niederländischen Öl- und Gaskonzerns One-Dyas in der Nordsee beim zuständigen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie eingereicht. Der Konzern plant, ein Gasfeld unter einem Naturschutzgebiet vor der Nordseeinsel Borkum auszubeuten, was den Erhalt der biologischen Vielfalt gefährden und den Klimazielen widersprechen würde. Die geplante Fördermenge leistet weniger als ein Prozent des jährlichen deutschen Gasverbrauches und könnte CO2-Emissionen von bis zu 65 Millionen Tonnen verursachen. Umweltverbände und DUH fordern das Landesamt auf, den Gasförderungsantrag sofort abzulehnen.


Original-Pressemeldung:

Einwendung eingereicht: Deutsche Umwelthilfe fordert sofortigen Stopp der …

Deutsche Umwelthilfe e.V.

Berlin (ots)

  • Gaskonzern One-Dyas plant Gasförderung unter Naturschutzgebiet vor Nordseeinsel Borkum und in unmittelbarer Nähe zum UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer
  • Erste Bohrarbeiten stehen laut Angaben des Konzerns unmittelbar bevor
  • Geplante Gasfördermenge beträgt trotz massiver CO2-Emissionen und Umweltschäden weniger als ein Prozent des jährlichen deutschen Gasverbrauches
  • Umweltverbände fordern Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie auf, den Gasförderungsantrag sofort abzulehnen

Wenige Wochen vor den ersten Bohrarbeiten hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) im Planfeststellungsverfahren zu den Gasförderungsplänen des niederländischen Öl- und Gaskonzerns One-Dyas in der Nordsee erneut Einwendungen beim zuständigen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) Niedersachsen eingereicht. Der Konzern plant, ein Gasfeld in der Nordsee auszubeuten, das sich zur Hälfte unter der deutschen und niederländischen Nordsee befindet. Dazu soll eine neue Förderplattform knapp 500 Meter vor der deutschen Seegrenze errichtet werden, in unmittelbarer Nähe zum UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer sowie mehrerer Natura 2000-Gebiete. Laut Konzernangaben sollen trotz ausstehender Genehmigung schon im April erste Vorbohrungen auf niederländischer Seite stattfinden. Die Erdgasförderung in diesem empfindlichen Ökosystem würde den Erhalt der biologischen Vielfalt gefährden und den Klimazielen widersprechen. Außerdem leisten die geringen jährlichen Fördermengen keinen Beitrag zur Energiesicherheit, es drohen aber CO2-Emissionen von bis zu 65 Millionen Tonnen, wenn One-Dyas all seine neuen Förderpläne in der Region umsetzt.

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DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner: “Einer Fördermenge, die selbst in Höchstzeiten weniger als ein Prozent des deutschen Gasverbrauches decken kann, stehen Klimaschäden durch CO2-Emissionen und eine fahrlässige Gefährdung empfindlicher Lebensräume in der Nordsee gegenüber. One-Dyas möchte für die Gasförderung den Schutz des UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer aushebeln. Zudem droht eine beständige Einleitung von stark belastetem Produktionswasser und die Zerstörung eines Riffs durch die Bohrarbeiten. Die Bodenabsenkungen und Erdbeben aufgrund der Erdgasförderung könnten außerdem die Süßwasserlinse als Trinkwasserversorgung der Nordseeinsel Borkum schädigen. Wir fordern das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie auf, den Gasförderungsantrag abzulehnen.”

Die oberflächlichen und unsorgfältig argumentierten Erwiderungen des Konzerns auf die ursprünglichen Einwendungen der DUH verfehlen es vollends, die lange Liste an Risiken und Umweltschäden der geplanten Förderung auszuräumen. Auch nimmt One-Dyas die von einer Studie belegten Berechnungen zu einer unverhältnismäßig hohen Havarie-Wahrscheinlichkeit der Bohrplattform unbestritten und ohne eine weitere Kommentierung zur Kenntnis.

Constantin Zerger, DUH-Leiter Energie und Klimaschutz: “Die Pläne von One-Dyas stehen im Widerspruch zu den Klimaschutzzielen. Zur Rechtfertigung beruft sich der Konzern auf eine Gasmangellage, die derzeit nicht vorhanden ist. Zudem soll das erste Gas erst nach 2024 gefördert werden. Die geplante Genehmigung bis 2042 würde außerdem die notwendige Energiewende behindern und passt nicht zu den Zielen der neuen Landesregierung, die eine Treibhausgasneutralität bis 2040 anstrebt. Doch damit nicht genug: Der Konzern nimmt die hohe Havarie-Wahrscheinlichkeit der Plattform und damit ein verheerendes Umweltdesaster leichtfertig in Kauf. Es ist unverantwortlich, dass One-Dyas versucht, die Risikobedenken von zahlreichen Nordseeinseln, der Deutschen Umwelthilfe und sogar dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz mit nachlässigen Antworten abzuweisen. Diese Gefährdung für Mensch und Umwelt darf das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie auf keinen Fall hinnehmen.”

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Bereits im Juli hatten die DUH, die niederländische Umweltorganisation Mobilisation for the Environment und die Bürgerinitiative Saubere Luft Ostfriesland auf niederländischer Seite gemeinsam Klage gegen die dort schon erteilte Genehmigung eingereicht. Diese ist weiter anhängig. Auch auf deutscher Seite kündigten die Organisationen schon rechtliche Schritte an, sollte das Landesamt wider Erwarten doch zu Gunsten der Gasförderung entscheiden.

Link:

Zu Stellungnahme und Studie: https://l.duh.de/p230324

Pressekontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz
0160 4334014, zerger@duh.de

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe,
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Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

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Weitere Informationen über den Verband

– Der Verband heißt Deutsche Umwelthilfe e.V.
– Der Verein wurde 1975 gegründet und hat seinen Sitz in Radolfzell am Bodensee.
– Mitglieder des Vereins sind Privatpersonen, aber auch Unternehmen und andere Organisationen können Fördermitglieder werden.
– Der Verein setzt sich für Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein und verfolgt das Ziel einer klimafreundlichen und ressourcenschonenden Gesellschaft.
– Die Deutsche Umwelthilfe ist in verschiedene Fachbereiche unterteilt, darunter Mobilität, Energie, Landwirtschaft, Abfall und Kreislaufwirtschaft.
– Der Verein beschäftigt rund 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
– Finanziert wird die Deutsche Umwelthilfe hauptsächlich durch Spenden, aber auch durch Fördermittel und Projektmittel.
– Die Deutsche Umwelthilfe hat in der Vergangenheit immer wieder durch erfolgreiche Klagen gegen Umweltverschmutzer auf sich aufmerksam gemacht.
– Bekannte Aktionen des Vereins sind zum Beispiel der “Saubere Luft”-Index, der die schmutzigsten Städte Deutschlands benennt, oder auch die Kampagne gegen das Insektensterben.
– Im Jahr 2020 hatte die Deutsche Umwelthilfe über 200.000 Fördermitglieder.

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12 Antworten

  1. Also ich finde, dass die Deutsche Umwelthilfe total übertrieben reagiert. Lasst uns lieber alle Plastikstrohhalme verbieten!

    1. Typisch ignorantes Denken. Umweltschutz ist eine wichtige Angelegenheit und betrifft uns alle. Die Deutsche Umwelthilfe leistet wertvolle Arbeit, während du anscheinend lieber die Augen verschließt. Informiere dich, bevor du so oberflächliche Kommentare abgibst.

    1. Ich verstehe deinen Standpunkt, aber ich denke, dass die Deutsche Umwelthilfe hier richtig handelt. Die Dringlichkeit des Klimawandels erfordert entschlossene Maßnahmen. Es ist Zeit zu handeln, auch wenn es drastisch erscheinen mag.

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