Zukunftsorientierte KI-Regulierung: TÜV-Verband setzt auf Ambition und Nachhaltigkeit

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Berlin, 02.08.2023 – 08:30

Finale Verhandlungen zum AI Act: Entwurf muss mit Blick auf die Klassifizierung von Hochrisiko-KI-Systemen nachgebessert werden. Verpflichtende unabhängige Überprüfungen von Hochrisiko-KI-Systemen stärken Vertrauen und bieten Wettbewerbsvorteile. Generative KI-Systeme wie ChatGPT mitregulieren.

Berlin (ots) – Das Europäische Parlament hat Mitte Juni seine finale Position zur europäischen KI-Regulierung (AI Act) verabschiedet. Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich bereits im Dezember letzten Jahres auf einen gemeinsamen Standpunkt geeinigt. Seit Juni laufen die Trilogverhandlungen zwischen den EU-Institutionen, um einen Kompromiss zu finden. Anlässlich der aktuellen Verhandlungen sagt Johannes Kröhnert, Leiter Büro Brüssel des TÜV-Verbands:

“Der AI Act ist eine große Chance für Europa, zum weltweiten Vorreiter bei der vertrauenswürdigen und sicheren Nutzung künstlicher Intelligenz zu werden. Ziel muss es sein, die Chancen von KI-Systemen zu nutzen und gleichzeitig die damit verbundenen Risiken zu begrenzen.”

Die meisten Verbraucherprodukte sind nicht vom AI Act erfasst

“Der von den EU-Institutionen vorgesehene risikobasierte Ansatz ist richtig, allerdings greifen die darauf basierenden Klassifizierungsvorschriften zu kurz. Denn als hochriskant (“high-risk”) sollen nur solche KI-Systeme eingestuft werden, bei denen die physischen Produkte, in die sie integriert werden, bereits einer verpflichtenden Prüfung durch unabhängige Stellen unterliegen. Das betrifft vor allem Industrieprodukte wie zum Beispiel Aufzüge oder Druckbehälter. Der Großteil der Verbraucherprodukte, darunter Spielzeug oder Smart-Home-Geräte, fällt jedoch nicht unter diese Prüfpflicht. Das bedeutet, dass die meisten KI-basierten Verbraucherprodukte gemäß des AI Acts nicht als Hochrisikoprodukte klassifiziert werden und damit auch nicht die strengen Sicherheitsanforderungen erfüllen müssten. Hier sehen wir eine große Regelungslücke, die der EU-Gesetzgeber in den Verhandlungen noch schließen muss.”

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Risikoklassifizierung durch Anbieter kann zu Fehleinschätzungen führen

“Ebenso kritisch sehen wir die Klassifizierung von KI-Systemen, die nicht in bestehende Produkte integriert werden, sondern als reine Software für bestimmte Anwendungsbereiche auf den Markt gebracht werden (Stand-Alone-KI). Dazu zählen zum Beispiel KI-Systeme für Einstellungsverfahren oder Kreditwürdigkeitsprüfungen. Nach dem Vorschlag des Europäischen Parlaments sollen die Anbieter die Risikobewertung selbst durchführen und am Ende auch selbst entscheiden, ob ihr Produkt als Hochrisikoprodukt einzustufen ist oder nicht. Dadurch besteht die Gefahr, dass es zu Fehleinschätzungen kommt. Der EU-Gesetzgeber sollte deshalb klare und eindeutige Klassifizierungskriterien aufstellen, um die Wirksamkeit der verpflichtenden Anforderungen sicherzustellen.”

Verpflichtende unabhängige Prüfungen von Hochrisiko-KI-Systemen stärken Vertrauen

“Auch bei der Überprüfung von KI-Systemen besteht Nachbesserungsbedarf. Hier setzt der EU-Gesetzgeber sehr stark auf das Instrument der Eigenerklärung der Anbieter. Gerade von Hochrisikosystemen können jedoch große Gefahren ausgehen, sowohl für Leib und Leben als auch für die Grundrechte der Nutzer:innen (Sicherheit, Privatsphäre) oder die Umwelt. Anstelle einer Selbsterklärung braucht es eine umfassende Nachweispflicht einschließlich einer Überprüfung von unabhängigen Stellen. Hochriskante KI-Systeme sollten grundsätzlich einer verpflichtenden Zertifizierung durch Benannte Stellen unterliegen. Nur durch unabhängige Prüfungen werden mögliche Interessenskonflikte der Anbieter ausgeschlossen. Zugleich wird das Vertrauen der Menschen in die Technologie gestärkt. Gemäß einer aktuellen repräsentativen Umfrage des TÜV-Verbands befürworten 86 Prozent der Deutschen eine verpflichtende Prüfung der Qualität und Sicherheit von KI-Systemen. ‘AI Made in Europe’ kann so zu einem echten Qualitätsstandard und globalen Wettbewerbsvorteil werden.”

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Reallabore können notwendige Konformitätsbewertung nicht ersetzen

“Die Einrichtung von KI-Reallaboren (“regulatory sandboxes”) ist eine gute Möglichkeit, um die Entwicklung und Erprobung von KI-Systemen insbesondere für KMUs zu erleichtern. Auch die Forderung des EU-Parlaments nach der verpflichtenden Einrichtung eines Reallabors in einem oder in Kooperation mit anderen EU-Mitgliedstaaten ist zu unterstützen. Allerdings muss klar sein, dass die Nutzung eines Reallabors durch ein KI-System allein keine Konformitätsvermutung auslösen kann. Der Anbieter muss weiterhin ein vollständiges Konformitätsbewertungsverfahren durchlaufen, bevor er sein KI-System auf den Markt bringen kann. Das gilt insbesondere, wenn eine unabhängige Stelle verpflichtend mit einzubinden ist. Hier sollte der EU-Gesetzgeber im AI Act Klarheit schaffen.”

“Bei der Entwicklung und Nutzung von Reallaboren sollten unabhängige Prüforganisationen als Partner mit einbezogen werden. Mit dem ‘TÜV AI Lab’ hat es sich der TÜV-Verband zur Aufgabe gemacht, die technischen und regulatorischen Anforderungen an Künstliche Intelligenz zu identifizieren und die Entwicklung zukünftiger Standards für die Prüfung sicherheitskritischer KI-Anwendungen zu begleiten. Zudem engagieren wir uns seit längerem aktiv für die Einrichtung von interdisziplinären ‘AI Quality & Testing Hubs’ auf Landes- und Bundesebene.”

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ChatGPT & Co. muss im AI Act mitreguliert werden

“Die letzten Monate haben deutlich gezeigt, welches Entwicklungspotenzial in Basismodellen und generativen KI-Systemen steckt, und welche Risiken von ihnen ausgehen kann. Es ist daher zu begrüßen, dass das EU-Parlament diese Technologie direkt im AI Act mitregulieren will. Auch generative KI-Systeme müssen grundlegende Sicherheitsanforderungen erfüllen. In einem zweiten Schritt sollte dann aber auch geprüft werden, welche Bas

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10 Antworten

    1. Mehr Freiheit für KI? Ernsthaft? Regulierung ist notwendig, um die Risiken und Missbräuche einzudämmen. Wir brauchen klare Richtlinien, um den Fortschritt verantwortungsbewusst zu gestalten.

  1. Das ist doch völlig naiv! KI-Regulierung ist essentiell, um Missbrauch und unvorhersehbare Konsequenzen zu verhindern. Maschinen ohne Kontrolle sind potenziell gefährlich und könnten unsere Gesellschaft destabilisieren. Wir müssen verantwortungsbewusst handeln und die Auswirkungen von KI im Auge behalten!

  2. Mit Verlaub, aber Ihre Haltung zeugt von Unwissenheit und Naivität. KI-Regulierung ist von entscheidender Bedeutung, um Missbrauch und unkontrollierte Machtübernahme zu verhindern. Eine verantwortungslose Einstellung wird uns nur teuer zu stehen kommen. Informieren Sie sich bitte besser, bevor Sie solche Aussagen treffen.

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Rekordbesuch beim Symposium zur Einsatzkräfte-Betreuung

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Mischkultur: Grünflächen intelligent nutzen & schützen

Frankfurt/Main, 17. Mai 2024 – Der Frühling ist in vollem Gange und lockt Gartenliebhaber ins Freie, um ihre Beete, Terrassen und Balkone mit neuem Leben zu füllen. Doch welche Gemüsesorten vertragen sich am besten nebeneinander? Der Industrieverband Agrar e.V. (IVA) gibt wertvolle Tipps zur Mischkultur im Garten und erklärt, wie durch die richtige Auswahl an Pflanzpartnern das Gedeihen von Gemüse optimiert werden kann. Nicht nur die Unkraut- und Schädlingsabwehr profitiert von diesem Konzept, auch die Effizienz der Raumnutzung wird deutlich gesteigert. Erfahren Sie, welche Pflanzen gute Nachbarn im Beet sind und wie sogar auf kleinstem Raum erfolgreiche Mischkulturen entstehen können.

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Wohnungsbauverzögerungen: Verbände kritisieren Gesetzrücknahme

Kiel, 17. Mai 2024 – In einer Zeit, in der bezahlbarer Wohnraum zunehmend zur Mangelware wird, richtet sich die norddeutsche Wohnungswirtschaft mit scharfer Kritik gegen jüngste politische Entscheidungen: Eine neue Vereinbarung zum Kommunalrecht droht den ohnehin stockenden Wohnungsbau weiter zu verzögern und vertieft die Kluft zwischen dringend suchenden Wohnungssuchenden und etablierten Anwohnern. Der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. (VNW), zusammen mit dem Grundeigentümerverband Haus & Grund Schleswig-Holstein, wirft nun einen dringlichen Appell in den Raum und mahnt zur Umkehr in der Wohnungspolitik. Ihre Warnung: Die Entscheidung könnte nicht nur die drängende Wohnungsfrage verschärfen, sondern stellt auch ein Demokratiedefizit dar, das Populismus und Egoismus Vorschub leistet.

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Sommerlaune live mit Johannes Zenglein im Ersten

In einer frischen Brise Sommerlaune kündigt Das Erste unter der Federführung des SWR eine vierwöchige Live-Sendung an, die die Nachmittage bereichern wird. Unter dem Titel “Leben.Live! – Mein ARD-Nachmittag”, beginnend am 21. Mai 2024, erwartet das Publikum ein abwechslungsreiches Programm direkt aus Baden-Baden. Jeden Werktag von 15:03 Uhr bis 16:15 Uhr entführt Moderator Johannes Zenglein die Zuschauer in eine Welt voller inspirierender Geschichten, nützlicher Tipps und persönlicher Einblicke quer durch Deutschland. Mit einem Mix aus Prominenz und Alltagsmenschen sowie Experteneinsätzen zu den Themen Lifestyle, Wohndesign und Genuss verspricht die Sendung eine erfrischende Auszeit vom Alltag und lädt zum gemeinsamen Zurücklehnen ein.

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DUH verlangt von Steinmeier Veto gegen Klimaschutzgesetz

In einer beispiellosen Aufforderung an den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier appelliert die Deutsche Umwelthilfe dringend daran, das von Kritikern als “entkernt” bezeichnete Klimaschutzgesetz nicht zu unterzeichnen. Mit einem fundierten Verweis auf mögliche Verfassungsverstöße und das Ignorieren richtungsweisender Urteile zum globalen Klimaschutz, legt der Umweltschutzverband in einem umfassenden Appell dar, warum dieses Gesetz einen massiven Rückschritt im Kampf gegen die Klimakrise bedeuten könnte. Der Fall zieht erneut die Aufmerksamkeit auf die Dringlichkeit eines effektiven Klimaschutzes und die politischen Kontroversen, die ihn begleiten.

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Berlin/München, 17. Mai 2024 – Eine richtungsweisende Partnerschaft in der deutschen Holzindustrie schreibt ihr nächstes Kapitel: Fünf Jahre nach einer wegweisenden Fusion verstärken der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) und der Fachbereich Sägeindustrie, Holzhandel und verwandte Industriezweige im Verband der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen e.V. (VHK) erneut ihr Bündnis. In München haben die Spitzen beider Verbände einen neuen Kooperationsvertrag unterzeichnet, um ihre Zusammenarbeit zu intensivieren und langfristig fortzuführen. Die anhaltende Koalition verspricht nicht nur eine starke Interessenvertretung auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene, sondern stellt auch sicher, dass die Mitgliedsunternehmen von einem noch engeren Netzwerk, maßgeschneiderten Dienstleistungen sowie einer konzentrierten Kraft in politischen und wirtschaftlichen Belangen profitieren.

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Reform des Lärmschutzes: Weg zur Wohnungsbau-Erleichterung

Berlin, 18. Mai 2024 – In einer Zeit, in der urbaner Raum immer knapper wird und der Bedarf an Wohnraum stetig steigt, wirft die Immobilienwirtschaft ein dringendes Licht auf eine überraschende Hürde für den Wohnungsbau: Lärmschutzvorschriften. Die ZIA, Zentraler Immobilien Ausschuss e.V., hebt hervor, wie starre Regeln zum Schutz vor Lärm- und Geruchsbelastungen nicht nur als Schranke für neue Wohnprojekte fungieren, sondern geradezu zu “Wohnungs-Verhinderungs-Regeln” mutieren. Mit dramatisch gesunkenen Baugenehmigungszahlen als alarmierendem Symptom dieser Entwicklung unterstreicht die Branche die Notwendigkeit einer dringenden Reform. Diese Einleitung öffnet die Tür zu einer tiefgreifenden Diskussion über das Gleichgewicht zwischen notwendigem Umweltschutz und dem imperativen Bedarf, neuen Wohnraum zu schaffen, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Wohnungsmarktes gerecht zu werden.

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Baukrise verschärft sich: Weniger Wohnungen in 2024 erwartet

Die Bauindustrie in Deutschland steht vor großen Herausforderungen: Die einstigen Erfolge, gekennzeichnet durch die Fertigstellung von 295.000 Wohnungen im Vorjahr, geraten zunehmend in den Schatten eines anhaltenden Rückgangs bei Baugenehmigungen. Mit einem spürbaren Abfall um fast 6.000 Einheiten im Vergleich zum Vorjahr und einem alarmierenden Mangel an rund 39.000 Wohneinheiten gegenüber 2022 offenbart sich ein Trend, der dringendes Handeln erfordert. Felix Pakleppa vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) lässt in seinen aktuellen Äußerungen keinen Zweifel daran, dass ohne substantielle Umkehrung dieses Trends und ohne sofortige Implementierung der versprochenen Förderprogramme die Krise noch weitrechende Folgen haben wird. Im Lichte dieser Entwicklung ruft die Branche nach einer raschen Reaktion der Bundesregierung – maßgebliche Anpassungen an Förderkonditionen und eine effizientere Bearbeitung von Förderanträgen stehen auf der Agenda.

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