Tierversuche im Überfluss: Behörden genehmigen nahezu alle Anträge – Skandalöse Missachtung des Tierschutzes!

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Fast jeder beantragte Tierversuch wird von den Behörden durchgewunken: In Berliner Laboren ist keineswegs alles in Ordnung

Berlin, 12. Juli 2023 – Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) kritisiert seit Jahren die extrem niedrigen Ablehnungsquoten von Behörden im Genehmigungsverfahren zu Tierversuchen. Nun untermauert eine Recherche der Berliner Zeitung die skandalösen und eklatanten Missstände im Genehmigungsverfahren mit besonderem Fokus auf das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) in Berlin. Hier werden 95% der beantragten Tierversuche selbst nach Kritik der beratenden Kommission erlaubt.

Im Zuge der Diskussion um das in Berlin seit 2020 geltende Verbandsklagerecht, das sieben Tierschutzorganisationen, darunter auch ÄgT, ermöglicht, im Namen der “Versuchs”tiere vor Gericht zu ziehen, wurde in einem Meinungsartikel im Tagesspiegel im Jahr 2022 dargestellt, dass die Tierschützer bisher keine eklatanten Mängel in Berlins Laboren zu beanstanden hätten. Dies schloss der Autor daraus, dass nur wenige Klagen eingingen. Es wäre “erfreulich und wenig überraschend”, heißt es in dem Artikel, dass die strengen Tierschutzstandards von Berlins Forschern eingehalten werden. Die Notwendigkeit der Verbandsklage wurde durch den Autor angezweifelt. Nun verdeutlicht eine journalistische Recherche, die unlängst in der Berliner Zeitung erschienen ist, eindrücklich, dass keineswegs alles in Ordnung ist in Berliner Laboren. Nahezu jeder Tierversuch wird von der Genehmigungsbehörde erlaubt – selbst, wenn die zu Rate gezogene Kommission erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Versuche äußert.

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Im Rahmen der Wahrnehmung des Verbandsklagerechts stößt auch der Verein Ärzte gegen Tierversuche immer wieder auf genehmigte Versuchsanträge, die seiner Auffassung nach nicht hätten genehmigt werden dürfen. Schon mehrfach hat der Verein Stellungnahmen dazu beim LaGeSo eingereicht. Details dürfen allerdings nicht preisgegeben werden. Diese Geheimniskrämerei um das Verbandsklagerecht ist ein weiterer Kritikpunkt des Ärztevereins.

Dabei ist die Ablehnungsquote des LaGeSos in Berlin mit 5% noch verhältnismäßig hoch. Eine frühere Auswertung der Daten über die Genehmigungen und Ablehnungen genehmigungspflichtiger Tierversuchsanträge (2015 – 2017) seitens des Ärztevereins in den Bundesländern zeigte erstmals, dass bundesweit lediglich 0,75% der Tierversuche von den Behörden abgelehnt werden. Eine Erhebung der EU-Kommission aus dem Jahr 2017 bescheinigt Deutschland sogar eine Ablehnungsquote von 0%!

Dabei deckt die Recherche auch auf, dass die §15-Kommissionen, also die Instanz, die der Genehmigungsbehörde im Sinne des Tierwohls beratend zur Seite stehen sollte, zumeist mit Vertretern bestückt sind, die selbst in Einrichtungen arbeiten, die Tierversuche durchführen. Solche Personen besetzen sogar häufig die Tierschützerplätze, die laut Gesetz ein Drittel der Kommission ausmachen sollen, indem sie durch Tarnorganisationen, die das Wort “Tierschutz” im Namen tragen, als “Tierschutz”-Repräsentanten geschickt werden. Vertreter von unabhängigen Tierschutzorganisationen sind wenige vertreten. Abgestimmt wird natürlich auch über Anträge aus der eigenen Forschungseinrichtung – so ist zum Beispiel in Berlin ein großer Teil der §15-Kommissionsmitglieder an der Berliner Charité tätig, die zugleich auch eine große Anzahl an Tierversuchsanträgen stellt. Im Hinblick darauf, dass davon auszugehen ist, dass eine solch abhängig besetzte Kommission vergleichsweise wohlwollend mit Anträgen aus dem eigenen Haus oder weiteren Tierversuchseinrichtungen umgeht, ist es sehr alarmierend, dass sogar diese fehlbesetzte Kommission einen überwältigenden Teil der Tierversuchsanträge entweder gänzlich ablehnt (16%) oder zumindest deutliche Änderungen (Ablehnung mit Nachfragen in 65% der Fälle) verlangt.

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“Erschüttert zeigt sich der Ärzteverein auch über die sogenannten Rahmenanträge, bei denen pauschal Tierversuchsreihen beantragt werden ohne konkrete Angaben, etwa, welche Krankheiten erforscht werden sollen oder was genau den Tieren angetan werden soll. Nach Aussage des Vereins widerspricht dies deutschem und vor allem EU-Recht, demzufolge bei jedem einzelnen Tierversuchsvorhaben geprüft werden muss, ob der Zweck die Verwendung von Tieren rechtfertigt und ob es tierversuchsfreie Methoden gibt”, so Dr. Melanie Seiler, wissenschaftliche Referentin für Politik & Recht des Vereins.

Abgesehen von der laxen Handhabe der Behörden bei der Genehmigung von Tierversuchen, bedarf es auch wesentlich strengerer gesetzlicher Vorgaben. Ein Minimum wäre die vollumfängliche Umsetzung der EU-Vorgaben in deutsches Recht. Dem verweigert sich die Ampel bislang, setzt das Thema Tierversuche nicht einmal auf die Agenda bei der anstehenden Überarbeitung des Tierschutzgesetzes. “Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir darf über solch eklatanten Missstände nicht einfach hinwegsehen”, fordert Seiler abschließend.

Quelle: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

26 Antworten

  1. Leute, ich weiß, dass Tierversuche kontrovers sind, aber sollten wir nicht auch den medizinischen Fortschritt berücksichtigen?

    1. Tierversuche sind grausam und ethisch nicht vertretbar. Es gibt bereits alternative Methoden, die genauso effektiv sind. Es ist an der Zeit, dass wir uns für eine tierfreundlichere und ethischere Forschung einsetzen.

  2. Tierversuche sind wichtig für den medizinischen Fortschritt und sollten nicht komplett abgeschafft werden.

    1. Tierversuche sind grausam und ethisch inakzeptabel. Es gibt bereits alternative Methoden, die effektiver und humaner sind. Tierversuche zu rechtfertigen, ist rückständig und ignorant. Es ist Zeit, eine fortschrittlichere und mitfühlendere Herangehensweise zu finden.

    1. Sorry, aber das ist eine egoistische Einstellung. Es gibt alternative Methoden, um Medikamente zu entwickeln, ohne Tiere zu quälen. Tierversuche sind grausam und ethisch nicht vertretbar. Es ist an der Zeit, dass wir uns als Gesellschaft weiterentwickeln und bessere Lösungen finden.

  3. Tierversuche sind notwendig für medizinischen Fortschritt – Tiere über Menschenleben stellen? Niemals!

  4. Ich finde Tierversuche wichtig für medizinische Forschung und Fortschritt. Tierschutz ist nicht alles.

  5. Die Aussage Tierversuche sind notwendig für medizinischen Fortschritt ist absoluter Quatsch! #Tierschutzgehtvor

    1. Was für ein naiver Standpunkt! Tierversuche mögen zwar kontrovers sein, aber sie haben zweifellos zu bedeutenden medizinischen Durchbrüchen geführt. Tierschutz ist wichtig, aber manchmal sind Opfer notwendig, um das Leben anderer zu retten. #FaktenüberGefühle

    1. Das ist eine egoistische und kurzsichtige Sichtweise. Es ist unmoralisch, Tiere zu quälen und zu missbrauchen, nur um den Menschen zu dienen. Es gibt bessere und ethischere Alternativen für medizinische Fortschritte.

  6. Die Tierschutzdebatte ist überbewertet – Tierversuche sind notwendig für medizinische Fortschritte!

    1. Tierversuche sind grausam und ethisch fragwürdig. Es gibt alternative Methoden, die genauso effektiv sind und kein Leid verursachen. Es ist an der Zeit, dass wir unseren Fortschritt auf Kosten unschuldiger Tiere nicht mehr rechtfertigen.

  7. Also ich finde Tierversuche eigentlich gar nicht so schlimm. Die bringen schließlich medizinischen Fortschritt!

    1. Ich verstehe deine Sichtweise, aber ich glaube, dass es bessere Alternativen gibt, um Medizin und Forschung voranzutreiben, ohne Tiere zu quälen. Es ist wichtig, ethische Grenzen zu respektieren und nachhaltige Lösungen zu finden.

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Pressemeldung:WG: Fast jeder beantragte Tierversuch wird von den Behörden durchgewunken

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