* IG BCE verlangt für die hessische Chemie- und Pharma-Industrie eine Entgelterhöhung von 6–7 %, tarifliche Vorteile für Gewerkschaftsmitglieder und eine Modernisierung des Bundesentgelttarifvertrags; endgültige Forderung am 10. April 2024, Verhandlungsstart am 19. April in Niedernhausen.
* HessenChemie setzte zum 1. Januar 2024 bereits eine Tarifentgelterhöhung von 3,25 % um und zahlte ein tarifliches Inflationsgeld von 1.500 € (brutto für netto), hält die Forderung über 6 % für „nicht angemessen“ und betont die Bedeutung einer krisengerechten Sozialpartnerschaft ohne Sondervorteile.
* Die Branche steht unter Druck durch Klimaneutralitätsziele, volatile Energiepreise, hohe Inflation und internationale Konkurrenz; eine ausgewogene Tarifpartnerschaft soll soziale Sicherheit gewährleisten und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken.
Aktuelle Tarifverhandlungen in der hessischen Chemie- und Pharmaindustrie im Fokus
Die Tarifkommission des Arbeitgeberverbands HessenChemie hat sich kürzlich mit der Forderungsempfehlung des IG BCE-Hauptvorstands beschäftigt, die eine Erhöhung der Entgelte um 6 bis 7 Prozent, tarifliche Vorteile für Gewerkschaftsmitglieder sowie eine Modernisierung des Bundesentgelttarifvertrags (BETV) vorsieht. Diese Forderung soll am 10. April 2024 beschlossen werden, bevor die Verhandlungen am 19. April 2024 in Niedernhausen beginnen.
Die Arbeitgeber reagieren vor dem Hintergrund gesunkener Produktionszahlen in den vergangenen zwei Jahren sowie ausbleibender Erholung mit Vorsicht. Bereits zum 1. Januar 2024 wurde eine Entgelterhöhung von 3,25 Prozent umgesetzt; zudem erhielten Beschäftigte im Januar ein tarifliches Inflationsgeld von 1.500 Euro (brutto für netto). Die Arbeitgeber betonen, dass zentrale konjunkturelle und strukturelle Herausforderungen bewältigt werden müssen: Die Branche kämpft derzeit mit konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen und muss ihren Fokus auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit legen, erläutert Verhandlungsführer Kolja Hosch. Er hält die Forderung von 6 bis 7 Prozent daher für nicht angemessen und fordert stattdessen eine gemeinsame Verantwortung der Tarifparteien: gemeinsam Verantwortung übernehmen, um die Unternehmen erfolgreich durch die turbulente Phase zu führen.
Die Chemie-Arbeitgeber weisen zudem auf die Bedeutung der Sozialpartnerschaft hin. Sie setzen sich für eine starke Tarifbindung, moderne Vereinbarungen und Veränderungsbereitschaft ein, lehnen jedoch eine Bevorzugung von Gewerkschaftsmitgliedern ab, die zu einer Spaltung der Belegschaft führen könnte. Der Fokus liege auf einer krisengerechten Tarifpolitik, die als Schlüssel gesehen wird, die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen und die Zukunft der Chemiebranche nachhaltig zu gestalten. Damit unterstreichen die Tarifverhandlungen in Hessen die zentrale Rolle von partnerschaftlichem Dialog zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten in einer schwierigen wirtschaftlichen Phase.
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Tarifrunde muss Beitrag zur Krisenbewältigung leisten
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