Klimaschonende Ernährung im Fokus: AOK-Umfrage zeigt starken Wunsch nach besserer Kennzeichnung und steuerlichen Anreizen

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Eine repräsentative AOK-Umfrage zeigt, dass sich 68 % der Deutschen, vor allem 83 % der 18- bis 29-Jährigen, klimafreundlich ernähren möchten, aber nur 27 % wissen, dass der geringere Konsum tierischer Produkte den größten Effekt auf das Klima hat. 76 % der Befragten fordern eine verständliche, verpflichtende Klimakennzeichnung auf Lebensmitteln, 78 % wünschen sich eine niedrigere Besteuerung gesunder Produkte und 55 % eine höhere Abgabe auf klimaschädliche Speisen. Die AOK und Ernährungsexpert:innen sehen deshalb Handlungsbedarf und fordern obligatorische Klimalabels sowie steuerliche Anreize, um den Umstieg auf nachhaltige Ernährungsweisen zu erleichtern.

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– 68 % der rund 1.500 Befragten wollen sich klimafreundlich ernähren (83 % bei 18–29-Jährigen) und 76 % fordern eine verbindliche, leicht verständliche Klimakennzeichnung von Lebensmitteln.
– Nur 27 % der Erwachsenen wissen, dass der reduzierte Konsum tierischer Produkte den größten positiven Einfluss auf das Klima hat.
– 78 % befürworten niedrigere Steuern auf gesunde Lebensmittel, während 55 % höhere Abgaben auf klimaschädliche Nahrungsmittel wünschen.

Bevölkerung wünscht klimaschonende Ernährung und klare Kennzeichnung

Der AOK-Bundesverband hat heute Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage zur klimaschonenden Ernährung veröffentlicht. Drei Wochen nach Vorstellung des Ernährungsstrategiepapiers „Gutes Essen für Deutschland“ der Bundesregierung wird dabei ein deutlicher Wunsch nach nachhaltigem Essen sichtbar. Laut der forsa-Befragung möchten sich 68 Prozent der rund 1.500 befragten Personen auf eine klimaschonende Ernährung umstellen. Besonders intensiv ist dieses Interesse bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 29 Jahren: Hier liegt die Zustimmung sogar bei 83 Prozent.

Trotz dieses starken Willens zeigen sich zugleich Wissenslücken. Nur ein Viertel (27 Prozent) der Erwachsenen weiß, dass der reduzierte Konsum tierischer Produkte den größten positiven Effekt auf das Klima hat. Dabei sprechen sich insgesamt 76 Prozent der Befragten für eine verbindliche und verständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln in Bezug auf ihren Klimaeinfluss aus.

Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, sieht deshalb erheblichen Handlungsbedarf und hebt die Bedeutung eines Klimalabels hervor. Sie erklärt: „Wenn wir wollen, dass Menschen sich nicht nur gesund, sondern auch klimaschonend ernähren, müssen wir die hierfür notwendigen Voraussetzungen schaffen. Ein Label, mit dem Verbraucherinnen und Verbraucher Lebensmittel ganz einfach nach klimafreundlich und klimaschädlich unterscheiden können, wäre ein erster wichtiger Schritt.“ Die Bundesregierung berücksichtigt zwar Aspekte der Lebensmittelkennzeichnung im Strategiepapier, doch fehle dabei eine klare Vorstellung. Reimann zieht einen Vergleich zur Lebensmittelampel, die Verbraucher seit Jahren Orientierung biete, und betont, wie wichtig ein ähnliches Engagement für ein Klimalabel wäre. Sie kritisiert zudem, dass die Bundesregierung den Empfehlungen des Bürgerrats nicht folgt, der eine verpflichtende Kennzeichnung forderte, die Informationen zu Gesundheit, Klima und Tierhaltung enthalten soll.

Auch Prof. Dr. Achim Spiller, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats für „Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz “ beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, unterstützt einen Fokus auf Klima und Gesundheit. Er empfiehlt jedoch ein noch weitergehendes Engagement, insbesondere eine klimafreundliche Gemeinschaftsverpflegung sowie Anpassungen bei der Mehrwertsteuer, um die Ernährungsgewohnheiten langfristig zu verändern.

Steuerliche Anreize spielen in der Bevölkerung eine wichtige Rolle. So sind 78 Prozent der Befragten der Meinung, dass gesunde Lebensmittel niedriger besteuert werden sollten. Gleichzeitig spricht sich über die Hälfte (55 Prozent) für eine höhere Besteuerung von klimaschädlichen Nahrungsmitteln aus.

Vor diesem Hintergrund startete die AOK-Gemeinschaft zu Jahresbeginn eine Content-Kampagne zur klimafreundlichen Ernährung. Unter dem Motto „So einfach ist nachhaltiges Kochen“ erscheinen zahlreiche Inhalte in Print- und Online-Formaten sowie in den Social-Media-Kanälen. Eine klare Empfehlung wird dabei für eine pflanzliche Ernährung ausgesprochen.

Klimabewusste Ernährung: Chancen und Herausforderungen zwischen Gesellschaft und Politik

Das Thema klimaschonende Ernährung gewinnt gesamtgesellschaftlich zunehmend an Bedeutung, denn die Folgen der Ernährungsweise für das Klima sind unverkennbar. Dennoch klaffen Wunsch und Realität oft auseinander. Viele Menschen sind prinzipiell offen für nachhaltige Ernährung, doch Wissenslücken zum Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimaschutz erschweren eine konsequente Umsetzung. Gleichzeitig stellen die aktuellen politischen Rahmenbedingungen wichtige Weichen, deren Gestaltung entscheidend ist, um die Ernährungswirtschaft und Verbraucher wirksam zu unterstützen.

Ein zentrales Hindernis sind dabei Herausforderungen bei der Einführung von Klimalabels. Diese müssen klar, nachvollziehbar und verlässlich sein, um das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen. Erfahrungen mit bereits etablierten Systemen wie dem Nutri-Score zeigen, wie komplex die Balance zwischen Informationsvermittlung, Akzeptanz und praktischer Umsetzbarkeit ist. Ähnlich verhält es sich bei Klimasiegeln: Sie sollen Verbraucher beim Einkauf begleiten, stoßen aber auf vielfältige politische und technische Hürden.

Darüber hinaus spiegeln sich gesellschaftliche Trends wider, die einer nachhaltigen Ernährungsweise sowohl Impulse als auch Widerstände verleihen. Die wachsende Sensibilität für Umweltbelange trifft auf gewohnte Ernährungsgewohnheiten, industrielle Produktionsprozesse und internationale Handelsströme. In diesem Spannungsfeld wird deutlich, dass allein das individuelle Konsumverhalten nicht ausreicht. Politische Akteure sind gefordert, Rahmenbedingungen und Anreize so zu gestalten, dass klimabewusste Ernährung breiter realisiert werden kann.

Für Verbraucher bedeutet dies mehr Transparenz und Orientierung, aber auch eine steigende Verantwortung. Die Ernährungswirtschaft steht vor der Herausforderung, nachhaltige Angebote marktfähig zu machen und gleichzeitig die oftmals komplexen Lieferketten klimafreundlicher zu gestalten. Politik kann durch gezielte Maßnahmen den Wandel beschleunigen und faire Wettbewerbsbedingungen schaffen.

Aktuell werden verschiedene politische Ansätze diskutiert, um diese Prozesse voranzutreiben:

  • Einführung verbindlicher Klimalabels für Lebensmittel, die deren Umweltwirkung transparent machen
  • Förderung klimafreundlicher landwirtschaftlicher Praktiken durch gezielte Subventionen
  • Ausbau von Bildungs- und Informationsprogrammen zur Ernährung und Klimaschutz
  • Regulation von Werbeaussagen, um irreführende Klimaversprechen zu verhindern
  • Internationale Zusammenarbeit für harmonisierte Standards und gemeinsamen Marktzugang

Diese Maßnahmen zeigen unterschiedliche Umsetzungsoptionen auf und werden international vielfach geprüft beziehungsweise in Pilotprojekten erprobt. Die Verbindung von gesellschaftlichem Bewusstsein, wirtschaftlicher Innovationskraft und politischer Steuerung ist dabei entscheidend, um den Weg zu einer wirklich klimaschonenden Ernährung erfolgreich zu gestalten.

Original-Content von: AOK-Bundesverband, übermittelt durch news aktuell


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AOK-Umfrage zur klimafreundlichen Ernährung: Der Wille ist da, aber es fehlt das Wissen

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