Genossenschaften in Bayern: Rekordwachstum durch Bürgerbeteiligung und Energiewende

Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) verzeichnete 2023 mit 1.186 Mitgliedern gegenüber 1.169 im Vorjahr eines der stärksten Gründungsjahre seit 2013. Ausschlaggebend dafür sind 54 neue Genossenschaften – davon 51 Neugründungen – insbesondere im Energiesektor, wo die Zahl der Energiegenossenschaften von 289 auf 329 und die der Nahwärmegenossenschaften um 32 anstieg. Damit unterstreichen Genossenschaften ihre Bedeutung als Modelle für Bürgerbeteiligung, dezentrale Energieerzeugung und sichern rund 50.000 Arbeitsplätze in Bayern.
Modernes blau beleuchtetes News-Studio mit runden LED-Podesten und großem Bildschirm mit Schriftzug ‚Verbands‑Monitor eins zu eins‘.

Inhaltsverzeichnis

Unser Nachrichtenangebot – jetzt als bevorzugte Quelle bei Google

Wer bei Google nach Vereins- oder Verbandsthemen sucht, sieht neben den Suchergebnissen oft auch eine Box mit aktuellen Schlagzeilen.

Wenn Sie Verbandsbüro als bevorzugte Quelle hinterlegen, erscheinen unsere Inhalte häufiger in Ihrer persönlichen Schlagzeilen-Übersicht – mit geprüften Informationen, praxisnahen Tipps und relevanten News für Vereine und Verbände.

– Starker Mitgliederzuwachs: Der GVB verzeichnete 2023 mit 1 186 Mitgliedern (2022: 1 169) eine der höchsten Gründungsraten seit 2013, wobei 54 neue Genossenschaften (51 Neugründungen) aufnahmen und Abgänge vor allem durch Fusionen im Bankensektor bedingt sind.
– Energiegenossenschaften im Boom: Ihre Zahl stieg von 289 auf 329, darunter 32 Nahwärmegenossenschaften, die dezentral nachhaltige Energie bereitstellen und durch Bürgerbeteiligung die Energiewende vorantreiben.
– Wirtschaftliche Bedeutung: GVB-Mitgliedsgenossenschaften in 35 Branchen bieten rund 50 000 Beschäftigten Arbeitsplätze, repräsentieren 2,9 Mio. Anteilseigner und gelten als eine der größten mittelständischen Wirtschaftsorganisationen Bayerns.

Mitgliederzahlen der Genossenschaften im GVB wachsen deutlich

Die Attraktivität des genossenschaftlichen Modells bleibt erhalten, wie die aktuelle Mitgliederstatistik des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB) zeigt. Bis Ende 2023 stieg die Mitgliederzahl auf 1.186, nach 1.169 im Vorjahr. Dieses Wachstum macht das Jahr 2023 zu einem der gründungsstärksten in der jüngeren Vergangenheit, wie GVB-Präsident Gregor Scheller am Dienstag in München erklärte. Zuletzt gab es im Jahr 2013 mit einem Anstieg von 63 neuen Mitgliedern einen höheren Zuwachs. Im GVB wurden insgesamt 54 neue Genossenschaften aufgenommen, davon waren 51 Neugründungen. Die Abgänge von Mitgliedern sind hauptsächlich auf Fusionen, vor allem im Bereich der Volks- und Raiffeisenbanken, zurückzuführen.

Der Mitgliederzuwachs ist vor allem auf das rege Gründungsgeschehen bei Energiegenossenschaften zurückzuführen. Ihre Zahl stieg von 289 auf 329. Die meisten Neugründungen, nämlich 32, entfallen dabei auf Nahwärmegenossenschaften, die aus nachhaltigen Quellen dezentrale und regionale Energie erzeugen. Diese Genossenschaften leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und fördern deren Akzeptanz. Im Bereich der Gewerblichen Genossenschaften gab es ebenfalls weitere Gründungen.

Die Bedeutung der Genossenschaften geht weit über die reine Mitgliederzahl hinaus. Mit rund 50.000 Beschäftigten in Bayern bieten genossenschaftliche Unternehmen sichere und attraktive Arbeitsplätze. Sie sind in 35 Branchen aktiv, von Finanzen über Landwirtschaft, Energie, Handel und Handwerk bis hin zu Dienstleistungen. Der GVB vertritt mit seinen 1.186 Mitgliedern, darunter 184 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie 1.002 Unternehmen aus verschiedenen Branchen, eine der größten mittelständischen Wirtschaftsorganisationen in Bayern, die etwa 2,9 Millionen Anteilseigner umfasst.

Auch interessant:
Vereinsräume mit Zukunft: Durch flexible Architektur Teilhabe und Gemeinschaft stärken

Gregor Scheller bringt die Bedeutung des Modells auf den Punkt: „Genossenschaften bringen Menschen zusammen und sind auch heute ein ideales Modell, um gemeinsame wirtschaftliche Interessen zu bündeln.“ Zudem betont er die besondere Rolle für die Bürger: „Genossenschaften bieten niedrigschwellige finanzielle und organisatorische Teilhabe mit echter Bürgerbeteiligung.“ Damit sichern die Genossenschaften nicht nur wirtschaftlichen Erfolg, sondern fördern auch gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bayern.

Warum die Genossenschaftsidee wieder an Bedeutung gewinnt

Genossenschaften erleben derzeit einen bemerkenswerten Aufschwung, der eng mit aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und klimapolitischen Entwicklungen verknüpft ist. Im Zentrum dieses Trends steht die Stärkung der Bürgerbeteiligung, die sich in einer Zeit der Energiewende und des Wandels im Wirtschaftsgefüge neu formiert. Das genossenschaftliche Modell ermöglicht es Menschen, sich aktiv und vor Ort in Projekte einzubringen, die eine nachhaltige und gemeinschaftliche Zukunft fördern. Dabei gewinnen insbesondere die Themen Nachhaltigkeit, Sicherheit für Arbeitnehmer und Dezentralisierung an Bedeutung.

Mit Blick auf die Energiewende zeigt sich, dass Bürgerinnen und Bürger zunehmend bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, etwa durch gemeinschaftliche Investitionen in erneuerbare Energien oder lokale Infrastrukturprojekte. Dieser Trend spiegelt sich auch in der bundesweiten Landschaft wider, wo sich Genossenschaften als flexible und robuste Organisationsform herauskristallisieren. In verschiedenen Bundesländern und sogar international zeigt sich, dass genossenschaftliche Modelle besser auf regional spezifische Bedürfnisse eingehen können und so einen wichtigen Beitrag zu einer resilienten, dezentral organisierten Wirtschaft leisten.

Rückenwind für Bürgerbeteiligung

Die Wiederentdeckung der Genossenschaft als Instrument der Bürgerbeteiligung ist kein Zufall. In Zeiten zunehmender Komplexität der wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen suchen Menschen nach Mitbestimmungsmöglichkeiten und Sicherheit. Gerade Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehen in Genossenschaften ein stabiles Modell, das nicht auf kurzfristige Profitmaximierung, sondern auf langfristige Interessen und soziale Absicherung setzt. Die gemeinschaftliche Struktur fördert ein Mehr an Vertrauen und gibt den Mitgliedern Raum für demokratische Entscheidungsprozesse.

Auch interessant:
Pflegereform: VdK fordert verbindliche Verantwortung der Kommunen für eine bessere Pflege vor Ort

Genossenschaften als Kraft für den Wandel

Dank ihrer dezentralen und demokratischen Organisation bieten Genossenschaften wichtige Vorteile, die für den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft notwendig sind. Sie ermöglichen eine breite Teilhabe und fördern Innovationskraft auf lokaler Ebene. Gleichzeitig stärken sie die ökonomische Sicherheit ihrer Mitglieder und schaffen Verbindungen zwischen urbanen und ländlichen Räumen. Damit sind sie ein geeignetes Instrument, um regionale Wertschöpfung zu fördern und neue, klimafreundliche Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Aktuelle Herausforderungen und Vorteile genossenschaftlicher Modelle lassen sich in folgender Übersicht zusammenfassen:

  • Flexibilität in der Anpassung an regionale und soziale Bedürfnisse
  • Stärkung von Gemeinschaft und Teilhabe in wirtschaftlichen Prozessen
  • Förderung nachhaltiger und klimaschonender Projekte
  • Schaffung langfristiger Sicherheits- und Interessenausgleiche für Mitglieder
  • Ermöglichung von Dezentralisierung und lokaler Wertschöpfung

Der Blick auf die Zukunft zeigt, dass Genossenschaften im Kontext von Klimawandel, Digitalisierung und lokalen Wirtschaftsinitiativen weiterhin an Bedeutung gewinnen werden. Ihre Fähigkeit, soziale, ökologische und ökonomische Ziele zu verbinden, qualifiziert sie als zentrales Element für eine resilientere und gerechtere Wirtschaftsordnung. In einer Welt, die von Unsicherheiten geprägt ist, bieten sie ein tragfähiges Modell, mit dem Menschen gemeinsam die Herausforderungen von morgen gestalten können.

Original-Content von: Genossenschaftsverband Bayern e.V., übermittelt durch news aktuell


Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Gründungsboom bei Genossenschaften / Zahl der GVB-Mitglieder steigt auf 1.186 – …

Original-Content übermittelt durch news aktuell.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

NACHRICHTEN ZUM THEMA
Weitere aktuelle Themen aus anderen Kategorien
Bild von Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Über das Autor:innen-Netzwerk von verbandsbuero.de

Die Beiträge auf verbandsbuero.de entstehen in einem redaktionellen Netzwerk aus festangestellten und freien Redakteurinnen und Redakteuren mit langjähriger Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Unser Team ist seit vielen Jahren eng in der Vereins- und Verbandswelt vernetzt und arbeitet kontinuierlich mit Organisationen, Verbänden und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Viele Inhalte werden gemeinschaftlich recherchiert, geschrieben und redaktionell überarbeitet. Dieses kollaborative Vorgehen stellt sicher, dass fachliche Tiefe, Praxisnähe und unterschiedliche Perspektiven in jeden Beitrag einfließen. Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Inhalte bewusst als Netzwerk-Arbeit und nicht immer unter dem Namen einzelner Autor:innen.

Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Netzwerk von verbandsbuero.de. Alle Beiträge basieren auf fundierter Praxiserfahrung, aktuellem Fachwissen und einem klaren Fokus auf die Anforderungen von Vereinen, Verbänden und Non-Profit-Organisationen.

Alle Beiträge