Finanzielle Unterstützung bei Kinder- und Jugendreisen gefordert

Mehr finanzielle Unterstützung des Bundes ist notwendig, um allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihren finanziellen Mitteln Klassenfahrten und Studienreisen zu ermöglichen. Das betonen verschiedene Sachverständige bei einer Anhörung zum Thema Kinder- und Jugendreisen im Tourismusausschuss. Sie sind der Meinung, dass Reisen für junge Menschen nicht nur eine Bildungsmaßnahme sind, sondern auch demokratisches Gruppenverhalten fördern sowie zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Jedoch könnten sich immer mehr Familien die Reisen ihrer Kinder wegen steigender Preise nicht mehr leisten. Die Forderungen nach Förderung seitens der Regierung werden daher lauter. Auch das Ehrenamt spielt eine bedeutende Rolle in diesem Bereich, sei es als Teamer oder Betreuerinnen und Betreuer für Jugendliche auf den Fahrten. Doch neben finanzieller Unterstützung gibt es noch weitere Herausforderungen wie Fachkräftemangel oder die Auswirkungen des Brexit auf Kinder- und Jugendreisen nach Großbritannien.

Bremen (VBR). Mehr finanzielle Unterstützung für Kinder- und Jugendreisen gefordert

Bei einer Anhörung im Tourismusausschuss wurde deutlich gemacht, dass es mehr finanzielle Unterstützung seitens der Bundesregierung braucht, um allen Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an Klassenfahrten, Ausflügen und Studienfahrten zu ermöglichen – unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Eltern. Die sechs Sachverständigen betonten dabei die Bedeutung dieser Reisen für die persönliche Entwicklung der jungen Menschen.

Dennis Peinze vom Bundesforum Kinder- und Jugendreisen beschrieb diese Reisen sogar als “eine der Schulen der Demokratie”. Hier lernen Kinder das Verhalten in Gruppen sowie den Umgang mit anderen. Es geht also nicht nur um pädagogische Inhalte, sondern auch um das Gruppenerlebnis an sich, welches eine wichtige Form der Bildung darstellt.

Oliver Peters vom Deutschen Jugendherbergswerk betonte ebenfalls die Wichtigkeit des gemeinsamen Erlebens einer Klassenfahrt für alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse. Wer hier nicht teilnehmen kann, bleibt außen vor. Durch die steigenden Preise wird es jedoch immer schwieriger für Familien, sich diese Reisen leisten zu können.

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Anne Riediger von Reisenetz – Deutscher Fachverband für Jugendreisen ergänzte zudem, dass auch Familien aus der Mittelschicht bedacht werden müssen, die keinen staatlichen Zuschuss erhalten, aber ebenfalls begrenzte Mittel haben. Auch sie sollten in der Lage sein, solche Fahrten zu finanzieren.

Kristina Oehler vom Reiseveranstalter ruf Jugendreisen nannte neben der Inflation auch den Fachkräftemangel als Herausforderung. Es gibt immer weniger Busfahrer, die bereit sind, für niedrige Löhne lange Strecken zu fahren oder übermäßig lange Arbeitszeiten in Kauf zu nehmen. Oehler betonte zudem die Bedeutung des Ehrenamtes im Bereich der Kinder- und Jugendreisen.

Wendelin Haag vom Deutschen Bundesjugendring brachte die Forderungen der ehrenamtlichen Betreuer vor. Diese wünschten sich eine Freistellungsregelung für Studierende und Schülerinnen und Schüler, um Schule bzw. Studium mit dem Ehrenamt vereinbaren zu können. Zudem forderten sie eine kostenfreie Integration des Deutschlandtickets in die Jugendleiter-Card als Anerkennung ihres Engagements.

Christoph Knobloch von CTS Gruppen- und Studienreisen berichtete auf Nachfrage einer Abgeordneten von erheblichen Problemen bei Reisen nach Großbritannien infolge des Brexits. Eltern müssten zusätzliche Kosten für Reisepässe oder Visa für ihre Kinder aus Drittländern tragen, was viele Unternehmen davon abhalte, nach Großbritannien zu reisen.

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Die Forderungen der Sachverständigen wurden einstimmig beschlossen und sollen nun an die Bundesregierung herangetragen werden.


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Deutscher Bundestag – Sachverständige: Kinder

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