Deutsche Umwelthilfe kritisiert McDonald’s: Tendenziöse Studie soll Mehrwegquoten in Frage stellen

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Berlin (ots)

  • DUH bewertet McDonald’s Studie zu angeblich umweltfreundlichen Einweglösungen für Takeaway-Verpackungen als unglaubwürdig
  • Nach DUH-Einschätzung soll die tendenziöse Studie bevorstehende Abstimmungen im EU-Parlament über Mehrwegquoten in der Verpackungsverordnung beeinflussen
  • Mangelnde Datentransparenz, benachteiligende Annahmen für Mehrweg und irreführende Bewertungsindikatoren führen zu nicht belastbaren Studienergebnissen
  • DUH fordert ambitionierte Mehrwegquoten in der EU – für weniger Abfälle und mehr Ressourcen- und Klimaschutz

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft dem Fast-Food-Konzern McDonald’s vor, mit einer tendenziösen und nicht belastbaren Studie zu Umweltauswirkungen von Takeaway-Verpackungen verbindliche Mehrwegvorgaben in der EU-Verpackungsverordnung verhindern zu wollen. Eine von McDonald’s beim Beratungsunternehmen Kearney in Auftrag gegebene Studie namens “No silver bullet” soll belegen, dass der vermehrte Einsatz von Mehrwegverpackungen im Takeaway-Bereich umweltschädlicher sei als der von Einweg-Verpackungen. Analysen der McDonald’s-Studie durch die DUH und andere europäische Organisationen, wie Eunomia, Zero Waste Europe und Reloop, kommen jedoch zu dem Schluss, dass die Studie als unglaubwürdig eingeschätzt werden muss.

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: “Im Oktober stimmt der Umweltausschuss des EU-Parlaments über den Entwurf der EU-Verpackungsverordnung ab. Wir appellieren an alle Abgeordneten, dringend für ambitionierte Mehrwegquoten zu stimmen. Insbesondere im Takeaway-Bereich sind wiederverwendbare Verpackungen der Schlüssel zu weniger Müll und mehr Klimaschutz. McDonald’s bewirbt gerade in diesen entscheidenden Wochen seine tendenziösen Studienergebnisse massiv in Brüssel. EU-Abgeordnete dürfen solchen Manipulationsversuchen nicht auf den Leim gehen. Vielmehr belegt eine neue Untersuchung im Auftrag der EU-Kommission: Takeaway-Mehrwegverpackungen sind klimafreundlicher und verbrauchen weniger Wasser als ihre Einweg-Pendants.”

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Die McDonald’s-Studie verfehlt in vielerlei Hinsicht grundlegende Anforderungen an wissenschaftliche Studien. Die Datenquellen von McDonald’s sind häufig ungenau, was zu einem Mangel an Nachvollziehbarkeit und Transparenz führt. Auch werden aus Sicht der DUH unrealistische und mehrwegbenachteiligende Annahmen getroffen, wie etwa ein viel zu hoher Wasserverbrauch bei der Spülung, geringe Rückgabequoten und niedrige Umlaufzahlen. Diese Daten decken sich nicht mit denen einschlägiger Studien und Ökobilanzen. Es fehlt an Sensitivitätsanalysen zur Berechnung optimierter Systeme und es gibt einen irreführenden Fokus auf Plastik als Umweltindikator. Dabei wird ausschließlich auf die Vermeidung von Kunststoff und nicht auch auf die Vermeidung von Pappe geachtet. Dies alles führt zu völlig verzerrten Ergebnissen. Abschließend gab es auch kein Peer-Review-Verfahren, bei dem Studien durch unabhängige Forschende aus demselben Fachgebiet begutachtet werden. Die Studienergebnisse wurden somit nicht durch Dritte validiert und sind nicht als Basis für politische Entscheidungen nutzbar.

“Der für die Spülung von Mehrwegverpackungen angenommene Wasserverbrauch ist in der McDonald’s-Studie viel zu hoch angesetzt. Dabei soll der Eindruck entstehen, dass Mehrweg durch Spülprozesse im Vergleich zu Einweg die Umwelt stärker belaste. Andere einschlägige Ökobilanzen zeigen, dass die Herstellung eines Einweg-to-go-Bechers aus Pappe rund 1,3 Liter Wasser verbraucht, während die Spülung eines Mehrwegbechers lediglich 100 Milliliter benötigt”, sagt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

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Für die Annahme einer geringen Rücklaufquote von Mehrwegverpackungen von nur 70 Prozent gaben die Studienersteller sogar offen zu, weitere Daten für ein realistisches Bild zu benötigen. Tatsächlich erreichen Mehrwegsysteme durch Pfand oder fällige Zahlungen bei verspäteter Rückgabe hohe Rücklaufquoten. Das in Deutschland etablierte Mehrweg-System von Vytal erzielt nach eigenen Angaben eine Rücklaufquote von 98 Prozent. Die meisten Verpackungen werden bereits nach vier Tagen zurückgegeben.

Link:

DUH-Analyse der von McDonald’s beauftragten Kearney-Studie “No silver bullet”: https://l.duh.de/p231012

Pressekontakt:

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
0151 18256692, fischer@duh.de

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de

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Frage: Was wirft die Deutsche Umwelthilfe (DUH) dem Fast-Food-Konzern McDonald’s vor?

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Antwort: Die DUH wirft McDonald’s vor, mit einer tendenziösen und nicht belastbaren Studie zu Umweltauswirkungen von Takeaway-Verpackungen verbindliche Mehrwegvorgaben in der EU-Verpackungsverordnung verhindern zu wollen.

11 Responses

  1. Es geht nicht nur um vegane Burger! Es geht um Vielfalt und Auswahl für alle Kunden. McDonalds sollte sicherlich vegane Optionen anbieten, aber sie sollten auch die Bedürfnisse aller Kunden berücksichtigen. Nicht jeder isst vegan, und das ist in Ordnung. Es geht darum, die Wahl zu haben.

    1. Das ist eine oberflächliche und kurzsichtige Sichtweise. Mehrwegquoten sind wichtig, um die Umweltbelastung zu reduzieren und nachhaltiges Handeln zu fördern. McDonalds hat eine Verantwortung, sich für umweltfreundliche Lösungen einzusetzen, anstatt sie als Zahlenakrobatik abzutun.

  2. McDonalds sollte endlich aufhören, die Umwelt mit ihrem Einwegplastik zu verschmutzen! #PlastikfreiLeben

    1. Hey, ich verstehe deinen Standpunkt, aber McDonalds ist nicht der einzige Übeltäter. Wenn du wirklich etwas bewirken willst, solltest du dich an alle Unternehmen wenden, die Einwegplastik verwenden. Nur McDonalds anzuprangern ist einseitig und unfair. #Fairness

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