Ausbildungsleistung der Bauwirtschaft im Abwärtstrend: Zahl der Auszubildenden sinkt um 3,7%

Die Bauwirtschaft in Deutschland verzeichnet einen bedenklichen Rückgang bei der Zahl der Auszubildenden. Laut Statistiken der SOKA-BAU sank diese zum Jahresende 2023 um 3,7 Prozent auf insgesamt 40.300 Auszubildende. Besonders besorgniserregend ist der Rückgang im ersten Ausbildungsjahr mit einem Minus von 2 Prozent. Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie äußert sich besorgt über diesen Trend und betont die Attraktivität der Bauberufe. Eine positive Entwicklung gibt es hingegen beim Frauenanteil in der Ausbildung, der um 3,2 Prozent gestiegen ist. Trotzdem gibt es weiterhin Verbesserungspotenzial. Die Anzahl der Ausbildungsbetriebe ist ebenfalls rückläufig und erreichte den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik. Der Hauptverband engagiert sich gemeinsam mit den Sozialpartnern für die Nachwuchssicherung und betont die Notwendigkeit eines verlässlichen politischen und wirtschaftlichen Rahmens. Diese Informationen werfen Licht auf die aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen in der Bauindustrie.

Bremen (VBR). Die Bauwirtschaft in Deutschland verzeichnet einen merklichen Rückgang der Zahl der Auszubildenden, während der Frauenanteil weiter steigt. Laut den neuesten Zahlen der Sozialkasse im Baugewerbe (SOKA-BAU) sank die Gesamtzahl der Nachwuchskräfte zum Jahresende 2023 um 3,7 Prozent auf 40.300. Dies entspricht einem Rückgang um über 1.500 junge Auszubildende. Der Rückgang im ersten Ausbildungsjahr war mit einem Minus von 2 Prozent und knapp 13.000 Auszubildenden nur minimal geringer.

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, bedauert diesen Rückgang und erklärt, dass sowohl die rückläufige Baukonjunktur als auch der allgemeine Mangel an Nachwuchskräften die Ausbildungszahlen in der Bauwirtschaft beeinflusst haben. Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem die deutschen Bauunternehmen mit sinkenden Ausbildungsverträgen konfrontiert sind. Dennoch gibt es auch eine positive Entwicklung: Im Vergleich zum Vorjahr ist der Rückgang bei den Erstausbildungen mit 2,1 Prozent deutlich geringer. Im Jahr 2022 betrug der Rückgang noch 10,8 Prozent.

Ein deutlicher Ost-West-Unterschied ist erneut bei den Ausbildungstrends zu erkennen. Während die Zahl der Auszubildenden in den alten Bundesländern um 4,4 Prozent gesunken ist, blieb sie in den neuen Bundesländern auf dem Vorjahresniveau. Zudem ist es erfreulich, dass die Zahl der weiblichen Auszubildenden weiter steigt und 2023 um 3,2 Prozent höher liegt als im Vorjahr. Allerdings erfolgte der Zuwachs ausschließlich im gewerblichen Bereich. Der Frauenanteil in der Ausbildung liegt somit bei 12,6 Prozent und zeigt trotz des positiven Trends noch immer Entwicklungspotenzial.

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Besorgniserregend ist die weiter rückläufige Zahl der Ausbildungsbetriebe, die zum Jahresende 2023 mit nur 14.555 den tiefsten Stand seit Beginn der Statistik erreicht hat. Die unsicheren politischen und konjunkturellen Rahmenbedingungen sowie die zunehmende Zahl von erfolglosen Ausbildungsbemühungen der Betriebe sind hierfür ausschlaggebend.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie setzt sich seit Jahren gemeinsam mit den Sozialpartnern für die Sicherung des Nachwuchses ein. Durch eine branchenweite Nachwuchskampagne, Fachkräftekooperationen, wie zum Beispiel mit der Bundeswehr, das FrauenNetzwerk-Bau sowie die laufende Modernisierung der Berufsbilder soll nicht nur ein gutes Umfeld für die Mitgliedsunternehmen und die gesamte Branche geschaffen werden, sondern auch neue Fachkräfte gewonnen werden. Dabei betont Müller die Bedeutung eines verlässlichen baupolitischen Rahmens, der Investitionssicherheit für die Bauindustrie schafft.

Die Rückläufigkeit der Ausbildungszahlen in der Bauwirtschaft hat große Auswirkungen auf die Branche und die Gesellschaft. Angesichts der dringend notwendigen Infrastrukturmodernisierung, des Netzausbaus und der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist die Bauwirtschaft von entscheidender Bedeutung für die Zukunft. Es ist daher unerlässlich, dass geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und eine nachhaltige Ausbildung in der Bauwirtschaft sicherzustellen.

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