Wohnungsbau: Leichter Aufschwung trotz Wirtschaftshürden

In einer Zeit, in der die deutsche Bauindustrie besorgniserregend ins Stolpern geraten zu sein scheint, brachte ein geringfügiger Aufschwung im Februar 2024 einen Silberstreif am Horizont. Laut jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes und des ifo Instituts verzeichnet der Sektor einen leichten Anstieg der Auftragseingänge, doch die tiefer liegenden Probleme der Branche wie der Rückgang der Baugenehmigungen und ein schrumpfender Umsatz können nicht ignoriert werden. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. sieht in diesen Zahlen sowohl Hoffnung als auch eine dringende Mahnung an die Politik, umfassende Lösungen für eine Branche in der Krise zu finden.

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Bremen (VBR). Der deutsche Bauhauptgewerbe-Sektor, der seit Monaten mit rückläufigen Auftrags- und Umsatzzahlen zu kämpfen hat, verzeichnet im Februar 2024 ein unerwartetes, wenn auch geringes Wachstum. Laut den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes stieg der Auftragseingang im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Prozent und im Jahresvergleich um 0,9 Prozent. Ein bescheidener Lichtblick für die Branche, besonders für den Wohnungsbau, der einen realen Zuwachs von 0,8 Prozent erzielte, den ersten seit über einem Jahr.

Diese Zahlen könnten auf den ersten Blick Hoffnung wecken, allerdings relativiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, die Situation. Er führt den leichten Aufschwung nicht auf eine grundlegende Verbesserung der Marktlage zurück, sondern auf einen Basiseffekt durch einen zusätzlichen Arbeitstag im Februar 2024 und eine Abschwächung der Preissteigerungen. Trotz dieser positiven Tendenz bleibt das Gesamtbild getrübt: In den ersten zwei Monaten des Jahres ergibt sich immer noch ein reales Orderminus von 8,5 Prozent. Zudem beklagen 56 Prozent der Bauunternehmen einen Auftragsmangel im Wohnungsbau. Der Schatten, der über der Branche liegt, lässt sich auch in den Umsatzzahlen erkennen, die im Februar um 6,0 Prozent und über die ersten zwei Monate hinweg sogar um 11,0 Prozent fielen.

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Jedoch gibt es auch Bereiche, die sich besser entwickeln. Großprojekte, insbesondere im Wirtschaftstiefbau und im öffentlichen Hochbau, brachten der Branche im Februar ein Umsatz- und Auftragsplus. Im Gegensatz dazu spüren der Wirtschaftshochbau und damit verbunden das verarbeitende Gewerbe sowie Dienstleister die negativen Auswirkungen von Investitionszurückhaltungen. Müller führt dies auf steigende Zins- und Energiekosten, bürokratische Hürden, geopolitische Unsicherheiten und eine zögerliche Politik zurück, die Investitionsentscheidungen bremsen oder ins Ausland verlagern lassen.

Die Baubranche steht also an einem kritischen Punkt. Die aktuellen Zahlen bieten zwar ein leichtes Umsatzplus in bestimmten Bereichen, doch die Gesamtlage ist immer noch angespannt. Müller fordert deshalb eine politische Trendwende, die dringend notwendig sei, um nicht nur den Wohnungsbau, sondern die gesamte Wirtschaft zu beleben.

Hinter diesen Zahlen steckt mehr als nur Statistik; sie verdeutlichen die dringende Notwendigkeit einer stabilen und zukunftsorientierten Baupolitik. Da die Bauindustrie ein wesentlicher Pfeiler der deutschen Wirtschaft ist, spiegeln ihre Erfolge und Herausforderungen oft die allgemeine wirtschaftliche Stimmung des Landes wider. Angesichts dieser Entwicklungen bleibt zu hoffen, dass die positiven Anzeichen des Februars 2024 den Weg für eine nachhaltige Erholung ebnen können – eine Erholung, die sowohl politische Unterstützung als auch eine Anpassung der Strukturen innerhalb der Branche erfordert.

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Plus beim Auftragseingang im Wohnungsbau

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