Tabakstatistik 2023: Raucherquote sinkt, Tabakabsatz in Deutschland rückläufig – Tabaksteuer-Einnahmen erreichen neuen Höchststand

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Der Absatz von Zigaretten und anderen klassischen Tabakerzeugnissen in Deutschland ist 2023 um 2,7 Prozent auf 64 Milliarden Stück gesunken, nachdem bereits in den Vorjahren ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten war. Trotz niedrigerer Verkaufszahlen stiegen die Tabaksteuereinnahmen auf 14,7 Milliarden Euro und erreichten damit den höchsten Wert seit 2015. Marktdaten zeigen, dass Importe keine nennenswerte Lücke füllen, was die Wirksamkeit von Steuer- und Preiserhöhungen im Kampf gegen das Rauchen unterstreicht.

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Tabakabsatz in Deutschland 2023: Deutlicher Rückgang trotz stabiler Steuererlöse

Der Absatz von Zigaretten in Deutschland ist im Jahr 2023 um 2,7 Prozent auf 64 Milliarden Stück gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr, als noch 65,8 Milliarden Zigaretten verkauft wurden, ist dies ein Rückgang. Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE), unterstreicht: dass der Zigarettenkonsum trotz der Beliebtheit von Zigaretten als Tabakprodukt seit Jahren kontinuierlich abnimmt. In den vergangenen Jahren lag der Rückgang meist zwischen ein und drei Prozent, lediglich 2022 führte eine Tabaksteuererhöhung zu einem Einbruch von 8,3 Prozent. Belastend wirkten zudem die Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs und steigende Lebenshaltungskosten, die auch 2023 zu Preissteigerungen führten. Zusätzlich kam es zu einer weiteren Anhebung der Tabaksteuer.

Auch andere klassische Tabakprodukte sind betroffen: Beim Feinschnitt zum Selberdrehen oder Stopfen sank der Absatz um 6,0 Prozent von 25.080 auf 23.581 Tonnen. Zigarren und Zigarillos verzeichneten einen Rückgang von 9,7 Prozent, von 2,5 auf 2,3 Milliarden Stück. Pfeifen- und Wasserpfeifentabak spielen mit 398 Tonnen beziehungsweise 728 Tonnen nur noch eine Nischenrolle. Insbesondere beim Shisha-Tabak wirkt sich die starke Besteuerung aus, der nur noch in 25-Gramm-Packungen angeboten wird – ein Umstand, der den Schwarzmarkthandel begünstigt.

Der kontinuierliche Absatzrückgang widerlegt die verbreitete Annahme eines steigenden Raucheranteils. Zwar ergab die Deutsche Befragung zum Rauchverhalten (Debra), dass die Raucherquote seit Corona auf über 30 Prozent gestiegen ist. Doch Jan Mücke stellt klar: dass die Absatzmenge nicht gestiegen ist und die Zahl der Konsumenten seit Jahren sinkt. Laut einem aktuellen WHO-Bericht rauchen derzeit 18,8 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren. Der Anteil importierter Zigaretten ohne deutsche Steuerbanderole liegt mit 18,7 Prozent nur minimal unter dem Niveau vor der Pandemie, sodass keine überproportionale Zunahme des Raucheranteils zu verzeichnen ist.

Neben klassischen Tabakwaren gewinnen auch E-Zigaretten steuerlich zunehmend Bedeutung. Seit Juli 2022 beträgt die Steuer auf nikotinhaltige und nikotinfreie E-Liquids 0,16 Euro pro Milliliter. Im Jahr 2023 wurden 1,241 Millionen Liter versteuert, was zu 201 Millionen Euro an Steuereinnahmen führte. Für 2024 ist eine weitere Anhebung auf 0,20 Euro pro Milliliter geplant, bis 2026 soll die Abgabe auf 0,32 Euro steigen. Im Gegensatz dazu sind für klassische Tabakprodukte vorerst keine weiteren Steuererhöhungen vorgesehen.

Insgesamt lagen die Tabaksteuereinnahmen 2023 mit 14,7 Milliarden Euro über dem Vorjahresniveau von 14,2 Milliarden Euro und bewegen sich damit nahe am Rekordwert von 2015 mit 14,9 Milliarden Euro. Der größte Anteil der Einnahmen stammt weiterhin aus dem Verkauf von Zigaretten.

Zwischen gesellschaftlichem Wandel und Steuerpolitik: Was hinter dem rückläufigen Tabakkonsum steckt

Der deutliche Rückgang des Tabakkonsums ist ein Spiegelbild eines gesellschaftlichen Wandels hin zu mehr Gesundheitsbewusstsein und Nichtraucherschutz. Maßnahmen wie Präventionsprogramme, umfassende Rauchverbote und Aufklärungskampagnen haben dazu geführt, dass die gesundheitlichen Risiken des Rauchens zunehmend ins öffentliche Bewusstsein gerückt sind. Dabei steht vor allem der Schutz von Nichtrauchern im Mittelpunkt, um die Belastung durch Passivrauch zu verringern und langfristig die Zahl chronischer Erkrankungen wie COPD und Herz-Kreislauf-Leiden zu reduzieren. Diese Entwicklungen entlasten das Gesundheitssystem spürbar, da dadurch Behandlungskosten gesenkt werden können.

Gesundheitstrends und Nichtraucherschutz

Zentrale gesundheitspolitische Argumente für den sinkenden Tabakkonsum sind eine verringerte Belastung durch Passivrauch in öffentlichen und privaten Räumen, die langfristige Reduzierung chronischer Erkrankungen sowie die damit einhergehende Entlastung des Gesundheitssystems durch geringere Behandlungskosten. Diese Effekte unterstreichen, warum der gesellschaftliche Trend hin zu weniger Rauchen nicht nur individuellen Schutz bedeutet, sondern auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung widerspiegelt.

Bedeutung für Wirtschaft und Staatshaushalt

Für die Tabakindustrie bringt diese Entwicklung erhebliche Herausforderungen mit sich. Sinkende Absatzzahlen zwingen Unternehmen zu mehr Produkt- und Marktdiversifikation, um weiterhin wirtschaftlich bestehen zu können. Gleichzeitig profitieren die staatlichen Kassen trotz rückläufiger Stückzahlen von steigenden Steuererlösen, die 2023 erstmals die Marke von 14,7 Milliarden Euro überschritten haben. Diese Dimension verdeutlicht, wie komplex die Balance zwischen gesundheitspolitischem Auftrag und fiskalischen Interessen ist. Es gilt, Steuererhöhungen, Präventionsförderung und die Bekämpfung des Schwarzmarkts sorgfältig aufeinander abzustimmen.

Der Rückgang des Tabakkonsums markiert daher nicht nur eine gesundheitspolitische Erfolgsgeschichte, sondern auch einen bedeutenden Strukturwandel. In den kommenden Jahren wird erwartet, dass insbesondere Innovationen im Bereich neuartiger Nikotinprodukte und gezielte Präventionsmaßnahmen diesen Trend weiter befördern. Dadurch entsteht die Chance, den Tabakkonsum nachhaltig zu reduzieren und gleichzeitig die Herausforderungen für Wirtschaft und Staatshaushalt konstruktiv zu gestalten.


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Absatz Tabakwaren in Deutschland geht weiter zurück, kein Anstieg der Raucherquote

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