Mobiles Arbeiten gefährdet Unternehmenssicherheit: TÜV-Studie

Homeoffice und mobiles Arbeiten haben sich in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil der Arbeitswelt entwickelt. Doch diese Flexibilität birgt auch Risiken für die IT-Sicherheit von Unternehmen. Laut einer Umfrage des TÜV-Verbands kämpft jedes vierte Unternehmen mit erheblichen IT-Sicherheitsproblemen beim mobilen Arbeiten. Private Nutzung, Software-Wildwuchs und fehlender persönlicher Kontakt sind dabei die Hauptursachen. Erfahren Sie, wie mobiles Arbeiten die Gefahr von Cyberangriffen erhöht und welche Maßnahmen Unternehmen ergreifen können, um die Sicherheit ihrer Daten zu gewährleisten.

Berlin (ots) – Laut einer Umfrage des TÜV-Verbands berichtet jedes vierte Unternehmen von Problemen mit der IT-Sicherheit beim mobilen Arbeiten. Die Ursachen liegen vor allem in der privaten Nutzung von Geräten, dem Software-Wildwuchs und dem fehlenden persönlichen Kontakt. Zwei von drei Unternehmen ermöglichen ihren Mitarbeitenden Homeoffice und mobiles Arbeiten, wobei jedes fünfte Unternehmen sogar “Workation” im Ausland erlaubt.

Mobiles Arbeiten führt in vielen deutschen Unternehmen zu Problemen mit der Cybersicherheit. Laut der Umfrage gibt gut jedes vierte Unternehmen an, dass mobiles Arbeiten erhebliche IT-Sicherheitsprobleme verursacht (26 Prozent). Dabei spielt die Unternehmensgröße eine untergeordnete Rolle. Sowohl 25 Prozent der kleinen Unternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeitenden, als auch 28 Prozent der mittleren und 24 Prozent der großen Unternehmen mit 250 Mitarbeitenden oder mehr berichten von IT-Sicherheitsproblemen. Die Umfrage wurde vom TÜV-Verband in Auftrag gegeben und von Forsa unter 500 Unternehmen mit mindestens 10 Mitarbeitenden durchgeführt.

Für viele Unternehmen bestätigen sich die Bedenken hinsichtlich der IT-Sicherheit beim mobilen Arbeiten. 73 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass die Wahrscheinlichkeit von Cyberangriffen steigt, wenn die Geräte der Mitarbeitenden auch privat genutzt werden. Auch die Nutzung von Geräten in heimischen oder öffentlichen Netzwerken erhöht das Risiko eines Angriffs (71 Prozent). Zudem führen eine wachsende Anzahl an Tools und Anwendungen sowie fehlender persönlicher Kontakt zu einer erhöhten Komplexität und einem höheren IT-Sicherheitsrisiko. Fast die Hälfte der Unternehmen (44 Prozent) befürchtet zudem mehr Angriffe durch Social Engineering, da sich die Mitarbeitenden nicht mehr persönlich kennen.

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Marc Fliehe, Fachbereichsleiter Digitalisierung und Bildung beim TÜV-Verband, betont die steigende Gefahr von IT-Sicherheitsvorfällen durch das mobile Arbeiten: “Homeoffice und mobiles Arbeiten haben sich in den letzten Jahren als fester Bestandteil der Arbeitswelt etabliert. Für Arbeitnehmer gilt mobiles Arbeiten als ein Segen, für die IT-Sicherheit des Arbeitgebers können die daraus resultierenden Risiken aber eine Herausforderung sein.”

Um die Cybersicherheit beim mobilen Arbeiten zu verbessern, geben die Experten folgende Tipps:

1. Sicherheitsrichtlinien festlegen und befolgen: Unternehmen sollten klare Regelungen für mobiles Arbeiten aufstellen und schriftlich festhalten. Darin sollte festgelegt sein, welche Aufgaben und Informationen außerhalb des Unternehmens bearbeitet und transportiert werden dürfen. Zudem müssen Kommunikationskanäle definiert werden, die bei der mobilen Arbeit genutzt werden dürfen.

2. Arbeitnehmer sensibilisieren: Mitarbeitende sollten für Cybersicherheit sensibilisiert und mit den geltenden Sicherheitsrichtlinien vertraut gemacht werden. Schulungen können dabei helfen, die Mitarbeitenden in die Sicherheitsmaßnahmen einzuweisen und für gezielte Cyberangriffe wie Phishing-Attacken zu sensibilisieren.

3. Sicheren Remote-Zugriff durch VPN ermöglichen: Unternehmen sollten einen sicheren Fernzugriff einrichten, beispielsweise durch kryptografisch abgesicherte “Virtual Private Networks” (VPN). So können Mitarbeitende sicher auf interne Unternehmensressourcen zugreifen.

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4. IT-Systeme und Datenträger verschlüsseln: Tragbare IT-Systeme wie Laptops oder Diensthandys sollten unbedingt verschlüsselt werden, um firmeninterne Informationen bestmöglich abzusichern.

5. Bildschirmschutzfolien verwenden: Mitarbeitende sollten Bildschirmschutzfolien nutzen, um sensible Informationen vor neugierigen Blicken zu schützen, insbesondere bei der Arbeit in öffentlichen Orten.

Trotz der Risiken haben die meisten Unternehmen eine Homeoffice-Regelung. 65 Prozent ermöglichen ihren Angestellten mobiles Arbeiten. Insbesondere bei großen Unternehmen (87 Prozent) und mittleren Unternehmen (79 Prozent) ist Homeoffice mittlerweile Standard. Bei kleineren Unternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeitenden bieten rund 53 Prozent die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten an.

Eine längere Arbeitsplatzverlagerung, auch “Workation” genannt, wird dagegen seltener ermöglicht. Knapp jedes dritte Unternehmen (29 Prozent) erlaubt Beschäftigten einen längerfristigen Arbeitsplatzwechsel innerhalb des Landes. Bei einem Fünftel der Unternehmen (20 Prozent) ist das Arbeiten in einem anderen Land sogar für längere Zeit möglich.

Diese Studie verdeutlicht die Herausforderungen, die mit dem mobilen Arbeiten und der IT-Sicherheit einhergehen. Unternehmen müssen daher ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärken und Mitarbeitende kontinuierlich für Risiken sensibilisieren.

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Warum führt mobiles Arbeiten in vielen Unternehmen zu Problemen mit der Cybersicherheit?
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Mobiles Arbeiten erhöht die Gefahr von Cyberangriffen in Unternehmen

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