– Reduzierung der Fehltage 2023 auf durchschnittlich 17,4 Tage statt 20,15 Tage
– Fluktuationsrückgang im Groß- und Außenhandel sowie Dienstleistungssektor dank steigender Arbeitgeberzufriedenheit
– Einzelhandel verzeichnet höhere Fluktuation wegen belastender Arbeitszeiten und häufiger Wochenendarbeit
Positive Signale aus Norddeutschlands Handel und Dienstleistung: Weniger Fehlzeiten und geringere Fluktuation
Im Schatten der Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt erhebliche Veränderungen durchgemacht, die nun, im Jahr 2024, langsam greifbar werden. Eine jüngst veröffentlichte Studie des AGA Unternehmensverbands wirft ein neues Licht auf diese Entwicklungen, insbesondere auf die Fehlzeiten und die Fluktuation unter den Arbeitnehmern im norddeutschen Handel und Dienstleistungssektor. Die Rückkehr zu einer „neuen Normalität“ im Zuge des Abklingens der Pandemie spiegelte sich in einer erstmaligen Reduzierung der Fehltage wider: Im Durchschnitt fehlten die Beschäftigten im Jahr 2023 an 17,4 Arbeitstagen, im Vergleich zu 20,15 Tagen im Vorjahr.
Besonders ermutigend in Zeiten des anhaltenden Fachkräftemangels ist der berichtete Rückgang der Fluktuation. Volker Tschirch, Hauptgeschäftsführer des AGA, deutet dies als Zeichen dafür, dass die Belegschaft ihre Arbeitgeber vermehrt als zukunftsfähig und wertschätzend einschätzt. Dieser Wandel in der Wahrnehmung kann als Schlüssel zum Verständnis dienen, warum es Unternehmen zunehmend gelingt, ihre Mitarbeiter langfristig zu binden: „Zufriedene Arbeitnehmer sind gesündere Arbeitnehmer“.
Die Studie zeigt jedoch auch branchenspezifische Unterschiede. Während im Groß- und Außenhandel sowie im Dienstleistungssektor die Fluktuationsquoten sinken, verzeichnet der Einzelhandel einen Anstieg. Dies lässt sich vorrangig auf die anspruchsvollen Arbeitsbedingungen zurückführen, wie lange Arbeitszeiten und Wochenendarbeit, die insbesondere im Einzelhandel, Eventbereich sowie in der Hotellerie und Gastronomie vorherrschen. Viele Beschäftigte betrachten ihre Tätigkeit dort nur als Übergangslösung, was zu den höheren Fluktuationsraten beiträgt.
Während also die beeinflussbare Fluktuation, also der Anteil der Arbeitnehmer, die von sich aus kündigen, gesunken ist, zeigt sich, dass Unternehmen durchaus Gestaltungsspielraum haben, um die Arbeitsbedingungen und damit die Mitarbeiterbindung zu verbessern. Ein strategischer Fokus auf die Arbeitnehmerzufriedenheit könnte nicht nur die Fehlzeiten weiter verringern, sondern auch die Bindung an das Unternehmen stärken – eine Win-win-Situation für beide Seiten.
Der AGA Unternehmensverband, der die Interessen von 3.500 Mitgliedsunternehmen in Norddeutschland vertritt, liefert mit dieser 45. Fehlzeiten- und Fluktuationsstudie nicht nur wertvolle Erkenntnisse für Unternehmer und HR-Verantwortliche, sondern wirft auch ein Licht auf die sich wandelnde Arbeitswelt im Allgemeinen. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz der Herausforderungen des Fachkräftemangels und der anhaltenden Auswirkungen der Pandemie positive Entwicklungen möglich sind, wenn Arbeitgeber den Wert einer unterstützenden und wertschätzenden Arbeitsumgebung erkennen.
Wie nachhaltige Mitarbeiterbindung den Wandel in der Arbeitswelt gestaltet
Die Arbeitswelt hat sich durch die Pandemie grundlegend verändert – und mit ihr die Bedeutung von stabilen Mitarbeitendenverhältnissen. Sinkende Fehlzeiten und Fluktuationsquoten sind nicht nur beruhigende Zahlen auf Unternehmensseite, sondern haben weitreichende Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und den Arbeitsmarkt insgesamt. Sie spiegeln wider, dass Beschäftigte heute andere Erwartungen an Arbeitsplatzsicherheit, Arbeitsbedingungen und Führung haben. Für Unternehmen wird die nachhaltige Mitarbeiterbindung zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor, um im zunehmend dynamischen Umfeld bestehen zu können.
Unternehmen sehen sich im norddeutschen Handel mit besonderem Druck konfrontiert: Der Fachkräftemangel wächst, die Ansprüche an Flexibilität und digitale Kompetenzen steigen, gleichzeitig fordert die Pandemie neue Arbeitsmodelle und ein stärkeres Bewusstsein für Gesundheit und Work-Life-Balance. Mitarbeiterbindung geht längst über reine Gehaltsfragen hinaus – sie umfasst heute Faktoren wie Wertschätzung, individuelle Entwicklungschancen und eine Unternehmenskultur, die Vertrauensverhältnisse stärkt.
Mitarbeiterbindung als Wettbewerbsfaktor
Mitarbeiterbindung beeinflusst maßgeblich den Erfolg eines Unternehmens. Eine stabile Belegschaft reduziert Fehlzeiten und senkt die Fluktuation, was Kosten spart und die Produktivität erhöht. Gerade im Einzelhandel, der ohnehin unter steigendem Kostendruck und dynamischem Kundenverhalten leidet, ist dies von großer Bedeutung. Unternehmen, die aktiv auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden eingehen, schaffen ein Umfeld, das Loyalität fördert und so langfristig Wettbewerbsfähigkeit sichert.
Chancen für nachhaltigen Wandel im Arbeitsalltag
Der Wandel im Arbeitsalltag bietet auch Chancen: Flexible Arbeitszeitmodelle, verstärkte Digitalisierung und eine stärkere Fokussierung auf Gesundheitsmanagement können die Arbeitszufriedenheit erhöhen. Die Herausforderung besteht darin, diese Entwicklungen so zu gestalten, dass sie nicht nur kurzlebige Anpassungen darstellen, sondern nachhaltige Verbesserungen bringen.
Unternehmen können darauf reagieren, indem sie
- gezielt in Aus- und Weiterbildung investieren,
- eine unterstützende Führungskultur etablieren,
- Gesundheitsförderung systematisch integrieren,
- und digitale Tools sinnvoll zur Entlastung der Mitarbeitenden nutzen.
Nur so lässt sich die Balance zwischen Anforderungen und Ressourcen bewahren – und Fachkräftemangel sowie steigende Belastungen im Arbeitsalltag effektiv begegnen. Nachhaltige Mitarbeiterbindung ist damit ein zentraler Hebel für Widerstandsfähigkeit und Wachstum – in einem Arbeitsmarkt, der sich grundlegend wandelt.
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AGA-Umfrage Fehlzeiten & Fluktuation: Mitarbeiterbindung als Schlüsselfaktor
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