– Morgendämmerung des 1. Mai startet globales Citizen-Science-Projekt Dawn Chorus mit Vogelgesang.
– Dawn Chorus App nutzt BirdNET-Algorithmus zur automatischen Vogelstimmenerkennung für Laien.
– „Stadt vs. Land Challenge“ am 19. Mai motiviert zu urbanen versus ländlichen Vogelstimm-Aufnahmen.
Dawn Chorus: Das Citizen-Science-Projekt zur Vogelstimmenforschung startet am 1. Mai
Mit dem Morgengrauen des 1. Mai beginnt ein besonderes Konzert der Natur – der Dawn Chorus, das Konzert der Morgenröte, verzaubert mit dem Gesang erwachender Vögel und markiert zugleich den Start eines einzigartigen Citizen-Science-Projekts. Dieses innovative Vorhaben ermöglicht es Naturbegeisterten weltweit, den faszinierenden Moment des Vogelgesangs festzuhalten und so aktiv zur Biodiversitätsforschung beizutragen. Möglich macht dies eine Kooperation des Naturkundemuseums Bayern/BIOTOPIA Lab und des bayerischen Naturschutzverbands LBV. Für alle Teilnehmenden steht erstmals die Dawn Chorus App bereit, die neben der Aufnahme die Vogelstimmen automatisch erkennt.*
Die App basiert auf dem BirdNET-Algorithmus, einer Entwicklung der TU Chemnitz und des Cornell Ornithology Lab, und macht es Laien erstmals unkompliziert möglich, Vogelrufe nicht nur zu dokumentieren, sondern auch sicher zu identifizieren.* Dies erleichtert die Beteiligung enorm und verspricht genauere Daten für die wissenschaftliche Auswertung. Dr. Norbert Schäffer, LBV-Vorsitzender, hebt hervor: Veränderungen in der Artenvielfalt, sei es durch den Klimawandel oder den Verlust von Lebensräumen, können durch solche Projekte sichtbar gemacht werden. Jeder Beitrag zählt, denn je größer die Beteiligung, desto umfassender die Erkenntnisse.
Eine Herausforderung stellt nach wie vor die vielfältige Welt der Vogelstimmen dar. Hier sind die Bürgerwissenschaftlerinnen besonders gefordert: Über ein integriertes Feedback in der App können sie die Genauigkeit der automatischen Erkennung verbessern und tragen so maßgeblich zur Weiterentwicklung dieser Technologie bei. Unterstützt werden die Teilnehmenden von einem Netzwerk ehrenamtlicher Expertinnen, die ihr Fachwissen zur Verfügung stellen und damit die KI stetig verfeinern.
Ein besonderer Höhepunkt des Projekts ist die „Stadt vs. Land Challenge“ am 19. Mai.* An diesem Aktionstag sind alle Teilnehmer*innen eingeladen, möglichst viele Vogelstimmen aus ihrem unmittelbaren Umfeld aufzunehmen – ganz gleich ob in der Stadt oder auf dem Land. Diese Herausforderung verbindet Wissenschaft mit einem spielerischen Wettbewerb und fördert die Aufmerksamkeit für die Vogelwelt vor der eigenen Haustür.
Mit Dawn Chorus öffnet sich eine neue Dimension der Naturbeobachtung, die Kunst und Wissenschaft auf einzigartige Weise verbindet.* Dr. Auguste von Bayern, Vorstandsvorsitzende des Förderkreises BIOTOPIA Naturkundemuseum Bayern e.V., und das Team um Dr. Stefan Kahl unterstreichen mit ihrer Expertise die wissenschaftliche Qualität und den innovativen Ansatz des Projekts.* Alle Interessierten finden auf der Website www.dawn-chorus.org umfassende Informationen und Anleitungen, um sofort selbst Teil dieser Entdeckungsreise durch die Welt der Vogelstimmen zu werden.*
Mit einem einfachen Schritt können so viele Menschen für einen Moment innehalten, lauschen – und aktiv zum Schutz der Artenvielfalt beitragen.*
Digitale Naturnähe: Wie Dawn Chorus Biodiversitätsmonitoring neu definiert
Die Bedeutung der Biodiversitätsforschung ist heute größer denn je. Das rückläufige Artensterben und die Folgen des Umweltwandels erfordern drängende und groß angelegte Maßnahmen. In diesem Kontext leistet das Projekt Dawn Chorus einen wichtigen Beitrag: Es verknüpft wissenschaftliche Fragestellungen mit gesellschaftlicher Teilhabe und macht so den Schutz der Natur für alle zugänglich.
Durch digitale Anwendungen wird aus passiven Beobachtern eine aktive Gemeinschaft, die Daten sammelt und so das Verständnis von Artenvielfalt verbessert. Besonders technisch versierte Innovationen wie KI-gestützte Apps öffnen das Feld für eine breite Bevölkerungsgruppe – vom erfahrenen Wissenschaftler bis zur interessierten Laie. Diese Demokratisierung der Forschung bedeutet nicht nur mehr Datenvolumen, sondern auch eine stärkere Verankerung des Naturschutzes in der Gesellschaft.
Wie Apps und Künstliche Intelligenz Citizen Science fördern
Dieser digitale Wandel birgt vielfältige Chancen, aber auch Herausforderungen. Citizen-Science-Projekte wie Dawn Chorus könnten künftig entscheidend dazu beitragen, die Wissenslücken über die Verbreitung von Arten zu schließen. Zugleich erfordern sie sorgfältige Datenvalidierung und klare Kommunikationsstrukturen.
Chancen digitaler Citizen-Science-Projekte auf einen Blick:
- Erhöhte Datenmenge und räumliche Abdeckung durch viele verschiedene Teilnehmer
- Schnelle Auswertung durch KI-gestützte Algorithmen, die Tierstimmen oder Artenmuster erkennen
- Niedrige Schwelle für den Einstieg, die neue Zielgruppen anspricht und Bildung fördert
- Stärkung des Umweltbewusstseins durch direkte Mitwirkung und persönliche Naturerfahrungen
- Innovative Schnittstellen zwischen Forschung, Technik und Gesellschaft, die nachhaltige Entwicklungen vorantreiben
Projekte wie Dawn Chorus zeigen eindrucksvoll, wie Biodiversitätsmonitoring heute zugänglicher und effektiver gestaltet werden kann. Sie sind ein Beispiel für den kommenden Trend, bei dem moderne Technik und breite Bürgerbeteiligung Hand in Hand gehen. So eröffnet sich eine Perspektive, die Umweltforschung und Naturschutz grundlegender und nachhaltiger miteinander verbindet.
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Weckruf der Artenvielfalt: Jetzt wieder Vogelstimmen für das Projekt „Dawn Chorus“ …
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