– Jede zweite Großstadt-Ehe endet in Scheidung, Eheverträge könnten finanzielle, emotionale Kosten reduzieren.
– ISUV-Chefin Ulbrich fordert „Erst Notar, dann Traualtar“: Ehevertrag als neue Regel für Paare.
– Eheverträge schützen Kinder, Unternehmen und Vermögen und lassen sich auch während Ehe anpassen.
Ehevertrag als wichtiger Schutz in Zeiten steigender Scheidungsraten
Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) betont die wachsende Bedeutung eines Ehevertrags, vor allem angesichts der steigenden Scheidungszahlen in Großstädten, wo bereits jede zweite Ehe in einer Scheidung endet.* Die Vorsitzende Melanie Ulbrich macht deutlich: „Erst zum Notar, dann zum Traualtar.“ Für sie ist der Ehevertrag „weit mehr als ein simples Dokument zur Regelung finanzieller Angelegenheiten bei einer Scheidung“ und sollte für alle Paare zur neuen Regel werden. Dabei hebt Ulbrich hervor, dass ein Ehevertrag nicht nur die finanziellen Aspekte bei einer Trennung klärt, sondern vor allem Transparenz darüber schafft, welche Rollen und Erwartungen jede Partnerin und jeder Partner in der Beziehung einbringt.
Besonders wichtig ist ein Ehevertrag für bestimmte Paarkonstellationen: Wer Kinder plant, wer selbstständig ist oder wer erneut heiratet, sollte „in jedem Fall“ einen Vertrag abschließen.* Zudem warnt Ulbrich vor den Risiken von Altersarmut und empfiehlt ausdrücklich die Führung eigener Rentenkonten als Schutzmaßnahme. Flexibel lässt sich der Ehevertrag sowohl vor als auch während der Ehe abschließen und an neue Lebensumstände anpassen. Unterstützend bietet der ISUV mit dem Merkblatt „Muster für den Ehevertrag“, das online und in der Geschäftsstelle erhältlich ist, umfassende Gestaltungshinweise für dieses wichtige Thema.
Ehevertrag als Schutz: Selbstbestimmung und neue Perspektiven in der Partnerschaft
Die soziale Bedeutung von Eheverträgen steigt spürbar. Dies hängt eng mit dem veränderten Verständnis von Ehe zusammen, das durch höhere Scheidungsraten, späteres Heiraten sowie vielfältige Patchwork-Familien geprägt ist. Gleichzeitig zeigt sich eine stärkere wirtschaftliche Eigenständigkeit in Partnerschaften, die das Bedürfnis nach individueller Absicherung fördert. Ein Ehevertrag ist längst nicht mehr lediglich ein Mittel zur rechtlichen Absicherung im Fall einer Trennung: Er ermöglicht auch, Partnerschaften auf Basis von Gleichberechtigung und Transparenz zu gestalten und schafft dadurch neue Formen des Miteinanders.
Wandel der Ehe: Zwischen Romantik und Realität
Die traditionelle Vorstellung von Ehe als lebenslanger Verbindung wird zunehmend von tatsächlichen gelebten Realitäten abgelöst. Menschen heiraten oft später und bringen unterschiedliche familiäre und wirtschaftliche Hintergründe in die Partnerschaft ein. Pflege von Verschiedenheit und Unabhängigkeit sind wesentliche Themen – dies beeinflusst auch die Haltung zum Ehevertrag. Er wird dadurch zu einem Instrument, das dem Bedürfnis nach klar geregelter, fairer Arbeitsteilung und Vermögensverwaltung Rechnung trägt.
Individuelle Absicherung und neue Partnerschaftsmodelle
Neben der rechtlichen Sicherheit kann ein Ehevertrag die aktive Gestaltung der partnerschaftlichen Beziehung unterstützen. Er schafft Raum für individuelle Vereinbarungen, die beiden Partnern gerecht werden. Aktuelle Gesetzesvorhaben und gesellschaftspolitische Trends tragen dazu bei, dass der Ehevertrag zunehmend als zukunftsweisendes Instrument betrachtet wird – vor allem im Bewusstsein wachsender wirtschaftlicher Eigenverantwortung.
Typische Lebenssituationen, in denen ein Ehevertrag besonders empfehlenswert ist:
- Heirat mit erheblicher wirtschaftlicher Differenz zwischen den Partnern
- Eingebundensein in Patchwork-Familien mit Kindern aus vorherigen Beziehungen
- Planung von Unternehmensnachfolge oder vermögensrechtlichen Gestaltungen
- Absicherung bei später Heirat und bereits bestehendem Vermögen
- Vereinbarungen für den Fall von Auslandstätigkeit oder Immobiliensachverhalten
Angesichts dieser Entwicklungen dürften zukünftige Reformen des Familien- und Eherechts den Stellenwert von Eheverträgen weiter stärken und ihre Anwendung erleichtern. Dadurch kann das Instrument noch individueller auf moderne Lebenswirklichkeiten zugeschnitten werden.
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ISUV rät zu Ehevertag: Damit der Bund fürs Leben nicht im Rosenkrieg endet
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