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Gemeinsamer Einsatz für barrierefreie Frauenhäuser – Kooperation Bundesvereinigung Lebenshilfe und Frauenhauskoordinierung

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Wie der Paritätische Gesamtverband am 1. November 2023 mitteilte, hat er einen Flyer mit dem Titel „Was ist ein Frauenhaus?“ veröffentlicht. Der Flyer wurde in einer Auflage von 5.000 Stück in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Teilhabe“ der Lebenshilfe beigelegt. Zusätzlich ist der Flyer auch online auf der Website der Bundesvereinigung Lebenshilfe abrufbar. Dort findet man auch einen Erklärfilm zum Thema „Was ist ein Frauenhaus?“ von der Frauenhauskoordinierung e. V. (FHK).

Die Veröffentlichung dieses Flyers und des dazugehörigen Erklärfilms ist von großer Bedeutung, da insbesondere Frauen und Mädchen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen einem hohen Risiko von Gewalt ausgesetzt sind. Leider ist es für diese Gruppe von Menschen in Deutschland besonders schwierig, Schutz vor Gewalt zu finden. Es gibt fast keine vollständig barrierefreien Frauenhäuser im ganzen Land. Von den rund 400 Frauenhäusern sind nur etwa 45 rollstuhlgerecht. Laut Angaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) erleben Mädchen und Frauen mit Behinderungen je nach Art der Gewalt zwei- bis dreimal häufiger Gewalt als der Durchschnitt der Bevölkerung. Fast die Hälfte von ihnen hat in ihrer Kindheit, Jugend oder im Erwachsenenalter sexuelle Gewalt erlebt. Sie sind fast doppelt so häufig körperlicher Gewalt ausgesetzt wie Frauen ohne Behinderungen, und etwa 70 bis 90 Prozent der Frauen mit Behinderungen haben bereits psychische Gewalt im Erwachsenenalter erfahren.

Aus diesem Grund fordert der Paritätische Gesamtverband eine Finanzierung für den bedarfsgerechten und barrierefreien Ausbau von Unterstützungsstrukturen. Diese Finanzierung sollte sowohl bestehende Gewaltschutzangebote als auch den bedarfsgerechten Ausbau von Angeboten bundesweit umfassen. Es fehlen derzeit etwa 14.000 Schutzplätze in Frauenhäusern im ganzen Land. Der kontinuierliche Ausbau des Gewaltschutzsystems gehört zu den dringenden Aufgaben und muss durch eine gesetzliche Regelung abgesichert werden.

Im Rahmen seiner verbandlichen Positionierung vom April 2023 hat der Paritätische Gesamtverband bestimmte Kriterien genannt, die besonders relevant sind:

– Ein barrierefreier Zugang zu Unterstützung und Hilfe ist für alle Menschen erforderlich, aber insbesondere für Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen. Sie sind aufgrund ihrer Vulnerabilität in besonderem Maße von körperlicher, sexualisierter und psychischer Gewalt betroffen. Es ist wichtig, dass sie über die Angebote der Gewaltschutzeinrichtungen informiert sind und ermutigt werden, diese in Anspruch zu nehmen. Die Finanzierung darf nicht an fehlenden finanziellen Mitteln scheitern und muss zeitnah erfolgen. Zudem sollten erforderliche Assistenzleistungen für gewaltbetroffene Personen und ihre Kinder während ihres Aufenthalts in der Gewaltschutzeinrichtung ermöglicht werden. Dafür sollten fachliche Konzepte entwickelt und basierend auf den bestehenden Länderstrukturen schnellstmöglich umgesetzt werden.

– Es sind niedrigschwellige und barrierefreie Zugänge zu Informationen und Beratung über Telefon und Internet erforderlich.

– Es sollte flächendeckende qualifizierte persönliche Beratungsangebote geben, einschließlich der Möglichkeit von aufsuchender Beratung.

– Ein sicherer, schneller, unbürokratischer und barrierefreier Zugang zu einem geeigneten Schutzplatz muss gewährleistet sein.

– Die Kosten für Dolmetscher*innen und Gebärdendolmetscher*innen sowie Assistenzen sollten zuverlässig übernommen werden.

Die Frauenhauskoordinierung e. V. (FHK) wurde 2001 in Frankfurt am Main auf Initiative der Wohlfahrtsverbände AWO Bundesverband e. V., Diakonie Deutschland, Der Paritätische Gesamtverband, Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e. V./Deutscher Caritasverband e. V. gegründet. Ihr Ziel ist es, Gewalt gegen Frauen abzubauen und die Unterstützung für betroffene Frauen und ihre Kinder zu verbessern. Die FHK koordiniert, vernetzt und unterstützt das Hilfesystem, fördert die fachliche Zusammenarbeit und bündelt Praxiserfahrungen, um sie in politische Entscheidungsprozesse und fachpolitische Diskurse einzubringen.

Insgesamt ist der bedarfsgerechte und barrierefreie Ausbau von Gewaltschutzeinrichtungen von hoher Bedeutung, um Frauen und Mädchen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen angemessenen Schutz vor Gewalt zu bieten. Es ist wichtig, dass finanzielle Mittel bereitgestellt werden und fachliche Konzepte entwickelt und umgesetzt werden, um diesen Ausbau zu ermöglichen und gewaltbetroffene Menschen bestmöglich zu unterstützen.

[Quelle: Paritätischer Gesamtverband]

Quelle: Kooperation von Bundesvereinigung Lebenshilfe und Frauenhauskoordinierung: Was ist ein Frauenhaus? – Der Paritätische

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