Deutsche Umwelthilfe kritisiert unzureichende Nordsee-Fangquoten und Vorschlag der EU-Kommission

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die völlig unzureichenden Nordsee-Fangquoten der EU für 2024 und den überraschenden Vorschlag zur Streichung einer wichtigen Schutzklausel. Die EU-Ministerinnen und -minister verpassen erneut die Chance, eine nachhaltige Fischereipolitik umzusetzen. Die DUH fordert das EU-Parlament auf, die Änderungen der Bewirtschaftungspläne zu verhindern und ein ökosystembasiertes Fischereimanagement einzuführen. Die Konsequenzen für die bedrohten Fischpopulationen wären katastrophal. Das EU-Parlament muss handeln, um die langfristige Stabilität des Ökosystems zu gewährleisten.

Bremen (VBR). Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat die von der EU beschlossenen Nordsee-Fangquoten für 2024 kritisiert, da sie als völlig unzureichend für den Schutz wichtiger Fischpopulationen angesehen werden. Die EU-Ministerinnen und -minister haben erneut die Möglichkeit verpasst, die kurzsichtige Fischereipolitik auf einen nachhaltigen Pfad zu bringen. Besorgniserregend ist zudem der überraschende Vorschlag der EU-Kommission zur Streichung einer wichtigen Schutzklausel in den mehrjährigen Bewirtschaftungsplänen.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert das EU-Parlament auf, die Änderung der Bewirtschaftungspläne zu verhindern und stattdessen ein ökosystembasiertes Fischereimanagement mit deutlich niedrigeren Fangmengen, wirksamen Maßnahmen gegen illegale Rückwürfe und selektiveren Fanggeräten zu fordern.

Sascha Müller-Kraenner, der Bundesgeschäftsführer der DUH, kritisierte den Vorschlag der EU-Kommission und betonte die katastrophalen Folgen für die bereits bedrohten Fischpopulationen. Müller-Kraenner wies darauf hin, dass die EU bis zum Jahr 2020 die Überfischung beenden wollte und forderte die EU auf, langfristige Stabilität des Ökosystems über kurzfristige Profite zu stellen.

Die diesjährigen Verhandlungen der EU-Fischereiministerinnen und -minister haben einmal mehr unzureichende Fangquoten ergeben. Besonders Nordseehering und Nordseekabeljau sind für die deutsche Fischerei von großer Bedeutung. Die Quote für Nordseekabeljau liegt über der wissenschaftlichen Empfehlung, was vor allem die südliche Population vor der deutschen Küste gefährdet. Auch die Quote für den Nordseehering berücksichtigt nicht ausreichend die Vermischung mit einer stark dezimierten Heringspopulation aus der Ostsee.

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Katja Hockun, Meeresschutzexpertin der DUH, betonte, dass die heutigen Beschlüsse zeigen, dass die Prinzipien des ökosystembasierten Fischereimanagements immer noch nicht konsequent angewandt werden. Sie kritisierte, dass die Fangmengen für viele Populationen über den wissenschaftlichen Empfehlungen liegen und Nahrungsnetzbeziehungen sowie der Druck der Klimakrise unzureichend berücksichtigt wurden. Zudem fehlen wirksame Maßnahmen gegen illegale Rückwürfe und zur Vermeidung von Beifang.

Die DUH fordert eine konsequentere Umsetzung des ökosystembasierten Fischereimanagements sowie eine Berücksichtigung von Nahrungsnetzbeziehungen und des Einflusses der Klimakrise. Maßnahmen gegen illegale Rückwürfe und selektivere Fanggeräte sind ebenfalls notwendig, um gesunde Fischpopulationen in der Nordsee zu erhalten.

Hintergrund:
Die EU-Kommission schlägt vor, eine Schutzklausel in den mehrjährigen Bewirtschaftungsplänen für Nord- und Ostsee zu streichen. Diese Klausel sieht vor, dass Fangquoten so festgesetzt werden müssen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Populationsgröße unter einen kritischen Grenzwert fällt, weniger als 5 Prozent beträgt.

Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich für den Schutz der Umwelt ein und engagiert sich für den Erhalt der Fischpopulationen in der Nordsee.

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Pressemeldung:Deutsche Umwelthilfe kritisiert unzureichende Nordsee-Fangquoten und Vorschlag der EU-Kommission

8 Antworten

  1. Also ich finde, dass die Deutsche Umwelthilfe immer nur rummeckert. Die EU-Kommission hat bestimmt gute Gründe für ihre Vorschläge!

    1. Da muss ich widersprechen! Die Nordsee-Fangquoten sind viel zu hoch! Die EU-Kommission hat es nicht im Griff und gefährdet damit langfristig die Fischbestände. Es wird höchste Zeit, dass strengere Maßnahmen ergriffen werden, um die Zukunft der Meere zu schützen.

  2. Article: Deutsche Umwelthilfe kritisiert unzureichende Nordsee-Fangquoten und Vorschlag der EU-Kommission

    Comment: Ich finde, wir sollten alle nur noch Algen essen und die Fischerei komplett verbieten!

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