Debatte über Maßnahmen zur Energieversorgung: Experten uneins über Verlängerung der Füllstandsvorgaben

Die geplante Verlängerung der Füllstandsvorgaben für Gasspeicheranlagen bis 2027 sorgt in der Bundesregierung für Diskussionen. Während einige Sachverständige die Maßnahme positiv bewerten, gibt es auch kritische Stimmen zu einem möglichen Ausspeicherverbot. Bei einer öffentlichen Anhörung wurden außerdem Vorschläge zur Änderung des Herkunftsnachweisregistergesetzes diskutiert, wobei insbesondere der damit verbundene bürokratische Aufwand bemängelt wurde. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit weiter zu verbessern und gleichzeitig den Klimaschutz voranzubringen. Die Meinungen dazu gehen jedoch auseinander. Das Thema stößt auf großes Interesse: Experten von Tennet TSO GmbH, Initiative Energien Speichern (Ines), Zukunft Gas GmbH und Trading Hub Europe GmbH äußerten sich bei der Anhörung ebenfalls zu dem Thema und brachten ihre unterschiedlichen Standpunkte ein. Auch über die Situation im EU-Ausland wurde gesprochen: Eine Verlängerung der Vorgaben bis 2027 könnte hier zu Marktverzerrungen führen.

Bremen (VBR). Die geplante Verlängerung der Füllstandsvorgaben für Gasspeicheranlagen bis 2027 sorgt bei Sachverständigen für unterschiedliche Einschätzungen. Dies wurde während einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Klimaschutz und Energie deutlich. Während die temporäre Höherauslastung des Höchstspannungsnetzes positiv bewertet wurde, gab es Kritik an dem geplanten Ausspeicherverbot bei Unterschreitung der gesetzlichen Füllstandsvorgaben.

Tetiana Chuvilina, Leiterin Politik beim Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO GmbH, begrüßte die Verlängerung der Höherauslastung des Höchstspannungsnetzes und betonte die Reduzierung der Redispatchkosten. Sebastian Heinermann von der Initiative Energien Speichern (Ines) hingegen zweifelt daran, dass die Vorschläge zur Verbesserung der Versorgungssicherheit beitragen können.

Dr. Timm Kehler vom Verein Zukunft Gas unterstreicht zwar die Bedeutung von Füllstandsvorgaben für Gasspeicheranlagen, weist jedoch auf mögliche wirtschaftliche Einbußen hin. Dr. Sebastian Kemper von Trading Hub Europe unterstützt hingegen die Regelungen vollumfänglich und sieht eine klare Zuweisung von Verantwortlichkeit als notwendig an.

Auch das Herkunftsnachweisregistergesetz stand zur Diskussion. Prof. Dr. Gerald Linke vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches begrüßt den Aufbau eines solchen Registers als wichtigen Schritt im Sinne des Klimaschutzes. Dr. Maximilian Rinck vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft hingegen kritisiert, dass die Herkunftsnachweise bisher keinen signifikanten Nutzen hätten.

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Die Situation im EU-Ausland wurde ebenfalls thematisiert, da eine Verlängerung bis 2027 zu Marktverzerrungen führen könnte. Andreas Schröder von Independent Commodity Intelligence Services warnt zudem davor, dass Füllstandsvorgaben obsolet werden könnten, wenn sich die Marktentwicklung ändert.

Insgesamt zeigen die unterschiedlichen Meinungen der Sachverständigen, dass es bei den geplanten Änderungen des Energiewirtschaftsgesetzes noch Diskussionsbedarf gibt. Die Anhörung lieferte wichtige Einsichten und Argumente für beide Seiten.


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Deutscher Bundestag – Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung sollen verlängert werden

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