Bremen (VBR). Alternative zum Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung vorgestellt
Als Alternative zum offiziellen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung wird seit 2014 jährlich der Alternative Drogen- und Suchtbericht veröffentlicht. Dieser wird von akzept e. V. in Zusammenarbeit mit der Deutschen Aidshilfe und dem JES Bundesverband herausgegeben. Mit dem Verzicht der Bundesregierung auf einen „offiziellen“ Bericht steht der Alternative Drogen- und Suchtbericht nun für sich.
Die Herausgeber weisen darauf hin, dass einige drogen- und suchtpolitische Forderungen retrospektiv umgesetzt wurden. Dazu gehören beispielsweise die Rechtsgrundlage zum Drug Checking, auch in Drogenkonsumräumen, sowie das Gesetz zur medizinischen Verwendung von Cannabis. Ein Paradigmenwechsel in der Drogenpolitik ist mit dem vorliegenden Cannabisgesetzentwurf zur regulierten Freigabe von Cannabis für Erwachsene zu verzeichnen, der im Dezember 2023 im Bundestag beraten werden soll.
Allerdings bleibt aus Sicht der Herausgeber noch viel zu tun, um die Möglichkeiten der Schadensminderung für Konsumenten legaler und illegaler Substanzen in die Praxis umzusetzen. Die deutsche Drogenpolitik fehlt nach wie vor eine wissenschaftlich fundierte Gesamtstrategie mit klaren Zielen. Effektive und auf Nachweisen basierende Methoden zur Prävention und Risikominimierung beim Substanzkonsum werden nicht umgesetzt, obwohl die Konsumraten in Bezug auf Alkohol, Tabak und andere Drogen im europäischen Vergleich hoch sind.
Das Fazit für Deutschland lautet daher: „Hoher Konsum, wenig Steuerung, mangelhafte Regulation!“ Im diesjährigen Alternative Drogen- und Suchtbericht werden die Themen Cannabis, Harm-Reduction und die aktuellen Herausforderungen im Umgang mit der Droge Crack behandelt.
Der Alternative Drogen- und Suchtbericht liefert damit wichtige Informationen und Hintergrundwissen zu den aktuellen Entwicklungen in der deutschen Drogenpolitik. Es werden sowohl Fortschritte als auch Defizite aufgezeigt und es wird deutlich, dass weitere Maßnahmen und eine umfassende Strategie notwendig sind, um den Konsum von legalen und illegalen Substanzen zu regulieren und Gesundheitsrisiken zu minimieren.
Quelle: Pressemeldung akzept e. V.
Quelle: Alternativer Drogen- und Suchtbericht veröffentlicht – Der Paritätische
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