ABDA warnt vor Zerfall der Arzneimittelversorgung – Eckpunkte einer Apothekenreform in der Kritik

Die Reformpläne des Bundesgesundheitsministeriums zur Apothekenreform haben den Gesamtvorstand der ABDA in Aufruhr versetzt. Trotz einer vermeintlichen Unterstützung für kleine Landapotheken, würden alle Apotheken unter den Vorschlägen leiden. ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening warnt vor Qualitätseinbußen und Honorarkürzungen, die zu einer weiteren Ausdünnung der wohnortnahen Versorgung führen könnten. Die finanziellen Auswirkungen und das Fehlen von sofortigen Hilfen sorgen für Unmut bei den Apotheken. Lesen Sie den Artikel, um mehr über die aktuelle Lage der Arzneimittelversorgung zu erfahren.

Bremen (VBR). Der Gesamtvorstand der ABDA, des Bundesverbandes Deutscher Apothekerverbände, hat sich heute mit den geplanten Reformen des Bundesgesundheitsministeriums auseinandergesetzt. Die Eckpunkte einer Apothekenreform haben bei den Verantwortlichen für Empörung und Entsetzen gesorgt. ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening wirft Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vor, eine Mogelpackung zu präsentieren. Die Reformpläne würden alle Apotheken, sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten, benachteiligen.

Overwiening betonte, dass die Apotheken dringend eine wirksame und wirtschaftliche Stärkung benötigen, ansonsten werde die wohnortnahe Versorgung im kommenden Jahr weiter abnehmen. Die Patienten würden unter Qualitätseinbußen und Honorarkürzungen leiden, die das Ministerium in den Eckpunkten vorsieht.

Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes, warnte insbesondere vor den finanziellen Auswirkungen der Reformpläne. Er monierte, dass das Bundesgesundheitsministerium keinerlei sofortige Hilfen für die Apotheken vorsehe. Dabei leiden auch die Apotheken unter der Inflation und den gestiegenen Kosten. Hubmann verwies darauf, dass Lauterbach in anderen Bereichen des Gesundheitswesens Ausgleichszahlungen vorgenommen hat, aber den Apotheken diese Rechte verwehrt. Das Apothekenhonorar sei seit 2013 nicht mehr angepasst worden und habe sich in diesem Zeitraum um 38 Prozent verloren. Gleichzeitig seien die Kosten um 60 Prozent gestiegen. Die vom Ministerium vorgeschlagenen Maßnahmen zur Umverteilung des Apothekenhonorars seien finanziell nicht neutral, sondern würden die Vergütung weiter kürzen.

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Auch Thomas Benkert, Präsident der Bundesapothekerkammer, äußerte seine Bedenken. Er warnte davor, dass teilweise keine Apotheker mehr vor Ort sein müssten. Die pharmazeutische Expertise der Apotheker könne durch keine andere Berufsgruppe ersetzt werden. Zudem bestehe das Risiko von Haftungsfragen, wenn keine approbierte Fachkraft für Beratungen zur Verfügung steht. Benkert befürchtet außerdem, dass Apotheken wegen des wirtschaftlichen Drucks viele angestellte Apotheker entlassen würden, um Kosten zu sparen. Dies würde zu einer Verschlechterung der Versorgung der Bevölkerung führen.

Die ABDA hat bereits eine erste Analyse der Eckpunkte an die Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Bundestages geschickt und plant weitere Gespräche in den kommenden Wochen.

Die Eckpunkte zur Apothekenreform des Bundesgesundheitsministeriums sorgen bei den Apothekerverbänden für große Besorgnis. Sie befürchten, dass die geplanten Maßnahmen zu einer weiteren Unterfinanzierung der Apotheken führen und die wohnortnahe Versorgung weiter ausdünnen werden. Die Reformpläne werden von den Apothekerverbänden als eine weitere Benachteiligung der Apotheken angesehen und könnten zu einer Verschlechterung der Versorgung der Bevölkerung führen. Die Apothekerverbände haben bereits Maßnahmen ergriffen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen und Verbesserungen zu fordern.

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Die ABDA ist der Bundesverband, der die Interessen der deutschen Apotheken vertritt. Sie setzt sich für die Stärkung der öffentlichen Apotheken ein und vertritt die Interessen der Apothekerinnen und Apotheker auf nationaler und internationaler Ebene.

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