Norddeutscher Groß- und Außenhandel 2024: AGA-Wirtschaftstest zeigt angespannte Wirtschaftslage trotz steigender Löhne

Der aktuelle AGA-Wirtschaftstest (8. Dezember 2023 bis 5. Januar 2024) zeigt, dass sich die wirtschaftliche Lage norddeutscher Handels- und Dienstleistungsunternehmen im vierten Quartal weiter verschlechtert hat: 70 Prozent berichten von steigenden Kosten, gut die Hälfte von rückläufiger Nachfrage und Umsatz, der AGA-Indikator fällt auf 90,3 Punkte. Trotzdem haben 71 Prozent der Firmen 2023 ihre Beschäftigten lohnseitig entlastet und 79 Prozent planen für 2024 weitere Gehaltserhöhungen. Für das kommende Jahr bleibt die Stimmung allerdings angespannt – viele Unternehmen erwarten stagnierende oder sinkende Umsätze und Gewinne.
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Norddeutsche Handels- und Dienstleistungsunternehmen im 4. Quartal 2023: Wirtschaftslage verschlechtert sich erneut

Die wirtschaftliche Lage der norddeutschen Händler und Dienstleister hat sich im 4. Quartal 2023 erneut verschlechtert, das zeigt der aktuell vom 8. Dezember 2023 bis 5. Januar 2024 durchgeführte AGA-Wirtschaftstest. Die Stimmung in der Branche bleibt angespannt und vorsichtig, auch für die kommenden sechs Monate blicken viele Unternehmen eher zurückhaltend in die Zukunft. Diese unsichere Grundstimmung spiegelt sich deutlich in den Investitionsplänen wider.

Im vierten Quartal erhöhten sich die Kosten für 70 Prozent der befragten Händler und Dienstleister weiter. Gleichzeitig sank bei der Hälfte der Unternehmen die Nachfrage sowie der Umsatz um real 5,1 Prozent (nominal: -3,9 Prozent). Die Gewinnsituation stabilisierte sich bei 57 Prozent der Firmen, doch lediglich 16 Prozent konnten einen Gewinnanstieg verzeichnen. Beim Umsatz meldeten nur 26 Prozent einen Anstieg. Der AGA-Indikator fiel im Vergleich zum Vorquartal von 93,2 auf 90,3 Punkte und liegt damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres von 122,1 Punkten. Besonders im Groß- und Außenhandel sank der Indikator zum Jahresende auf 88,4 Punkte und im Dienstleistungssektor auf 102,5 Punkte – Werte unter 100 signalisieren ein negatives Stimmungsbild.

Die einzelnen Bundesländer verzeichneten unterschiedliche Umsatzrückgänge: Besonders stark waren diese in Schleswig-Holstein mit real -5,7 Prozent (nominal -5,1 Prozent) und Bremen mit real -5,0 Prozent (nominal -3,9 Prozent). Am geringsten fiel der Rückgang in Mecklenburg-Vorpommern mit real -0,5 Prozent (nominal -2,2 Prozent) aus.

Trotz der nachlassenden Inflation bleibt die wirtschaftliche Lage der Groß- und Außenhändler angespannt: „Die wirtschaftliche Lage trübt die Stimmung der Groß- und Außenhändler. Zwar hat die Inflation nachgelassen, aber Preistreiber lauern weiter an allen Ecken. Von den hohen Energiekosten kommen wir ohnehin nicht runter. Trotzdem wollen die Unternehmen einstellen und erhöhen die Gehälter. Dies ist zur Motivation der Beschäftigten und zur Anerkennung ihrer Leistungen in schwierigen Zeiten angezeigt. Was unsere Unternehmen ausbremst, ist die sogenannte Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Die geopolitischen Verwerfungen und Herausforderungen wie Dekarbonisierung, Digitalisierung und Demografie führen uns an Leistungsgrenzen, dennoch zieht Berlin die Daumenschrauben für die Unternehmen immer weiter an. Eine Bürokratiewelle folgt auf die nächste. Die vielen Nachweis-, Informations- und Kontrollpflichten binden Arbeitskraft und treiben massiv die Kosten.“

Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen zeigten die Unternehmen im Jahr 2023 eine bemerkenswerte Sozialpartnerschaft: 71 Prozent ermöglichten Gehaltserhöhungen, wobei der durchschnittliche Anstieg bei 4,9 Prozent lag. Für das Jahr 2024 planen sogar 79 Prozent eine Lohnsteigerung mit einer durchschnittlichen Erhöhung von 4,4 Prozent; dabei streben 27 Prozent der Firmen tarifliche und 47 Prozent außertarifliche Gehaltsanpassungen an.

Auch bei der Personalplanung zeigen sich gewisse Stabilitätstendenzen: Für 2024 planen 27 Prozent der Unternehmen, die Anzahl ihrer Beschäftigten zu erhöhen, während 59 Prozent eine konstante Beschäftigtenzahl anstreben. Ähnliche Zurückhaltung gilt für Auszubildende: 15 Prozent wollen die Ausbildungszahlen erhöhen, 74 Prozent konstant halten.

Investitionen werden jedoch zurückhaltender bewertet. 55 Prozent der Händler und Dienstleister beabsichtigen, das Investitionsvolumen in 2024 auf dem Niveau von 2023 zu halten, während 31 Prozent eine Senkung planen. Der Fokus der Investitionen liegt vor allem auf Ersatzbeschaffungen (66 Prozent), während 32 Prozent eine Geschäftsausweitung und 26 Prozent Rationalisierungsmaßnahmen planen.

Auch die Prognosen für 2024 sind vorsichtig: 34 Prozent erwarten einen Umsatzrückgang, 42 Prozent eine Verschlechterung der Gewinnsituation. Dennoch rechnen jeweils über die Hälfte der Unternehmen mit einer Stabilisierung bei Umsatz (51 Prozent) und Gewinn (54 Prozent).

Mit einem Jahresumsatz von 288 Milliarden Euro zählt der gesamte Groß- und Außenhandel zu den Schlüsselbranchen in Norddeutschland. Der AGA Unternehmensverband vertritt die Interessen von 3.500 Mitgliedsunternehmen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, in denen rund 150.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind.

Zwischen Herausforderungen und Chancen: Der Großhandel im Wandel Norddeutschlands

Der norddeutsche Groß- und Außenhandel steht aktuell an einem entscheidenden Wendepunkt und spiegelt die vielschichtige wirtschaftliche Lage nicht nur der Region, sondern auch des gesamten Bundesgebiets wider. Als integraler Bestandteil des Handels- und Dienstleistungssektors erfüllt dieser Handelsstandort eine wesentliche gesellschaftliche Funktion. Er prägt maßgeblich die Beschäftigungsentwicklung und trägt gleichzeitig zur wirtschaftlichen Stabilität bei. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen sind dabei vor allem drei Themenkomplexe von zentraler Bedeutung: der Fachkräftemangel, die digitale Transformation sowie die zunehmende Nachhaltigkeit im unternehmerischen Handeln.

Diese Faktoren beeinflussen die Handelsstrukturen grundlegend und eröffnen sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Der zunehmende Druck auf die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte wirkt sich stark auf die Wettbewerbsfähigkeit der Branche aus. Zugleich bietet die Digitalisierung neue Möglichkeiten, Abläufe effizienter zu gestalten und innovative Geschäftsmodelle zu realisieren. Gleichzeitig wächst der gesellschaftliche und politische Fokus auf nachhaltiges Wirtschaften, der auch im Großhandel neue Standards und Verantwortungen mit sich bringt. Vor diesem Hintergrund zeigen aktuelle Prognosen, dass die notwendige Transformation nicht nur eine Reaktion auf bestehende Probleme ist, sondern auch ein Schlüssel für die langfristige Zukunftsfähigkeit des Handelsstandorts Norddeutschland.

In diesem Spannungsfeld lassen sich folgende zentrale Herausforderungen und Chancen für den norddeutschen Großhandel festhalten:

  • Fachkräftemangel als kritischer Engpass, der gezielte Aus- und Weiterbildung sowie attraktive Arbeitsbedingungen verlangt
  • Digitale Transformation, die sowohl operative Effizienz als auch neue Geschäftsmodelle ermöglicht und dabei Investitionen in Technologien erfordert
  • Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung als Wachstumsfaktor und Wettbewerbsmerkmal, verbunden mit dem wachsenden Anspruch an ressourcenschonendes Wirtschaften
  • Beschäftigungsentwicklung, die durch die genannten Trends sowohl Unsicherheiten als auch neue Perspektiven eröffnet
  • Integration in den gesamtdeutschen Kontext, was strategische Vernetzungen und Anpassungen an überregionale Marktbedingungen notwendig macht

Diese Aspekte zeigen, dass der Großhandel im Norden Deutschlands mitten im strukturellen Wandel steht – einer Phase, die sich durch schwierige Bedingungen, aber auch durch vielversprechende Potenziale auszeichnet. Die erfolgreiche Bewältigung der Herausforderungen wird maßgeblich darüber entscheiden, wie die Branche künftig ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Rolle behaupten kann.


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AGA-Wirtschaftstest: Trübe Stimmung im norddeutschen Groß- und Außenhandel

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