Suche
Close this search box.

Schlechte Bilanz 2023 für die chemisch-pharmazeutische Industrie: Sturmwarnung für die Branche

Chemieindustrie in stürmischen Zeiten: Umsatz- und Produktionsrückgang fordern dringenden Politikwechsel. Die chemisch-pharmazeutische Industrie kämpft weiter mit den Auswirkungen der schwachen Konjunktur. Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie, Markus Steilemann, warnt vor anhaltenden Problemen und ruft zu einer Fokussierung auf eine wettbewerbsfähige Wirtschaft auf. Die Zukunft des Wohlstandsmodells Deutschland steht auf dem Spiel.

Scrollen Sie nach unten um den detaillierten Beitrag und alle Kommentare zu lesen.

Presse /news Verbandsnachrichten

Bremen (VBR). Schwieriges Jahr für die chemisch-pharmazeutische Industrie: Produktion und Umsatzrückgang

Frankfurt/Main (ots) – Das Jahr 2023 war geprägt von Herausforderungen für die chemisch-pharmazeutische Industrie. Weder eine Belebung der Konjunktur noch ein schneller Aufschwung sind in Sicht, wie der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Markus Steilemann, betont. Die Branche steckt in einem tiefen und langen Tal, dessen Ende noch nicht abzusehen ist. Die schwache Konjunktur und strukturelle Probleme belasten nicht nur die Chemieindustrie, sondern die gesamte deutsche Wirtschaft. Um den Standort Deutschland wieder auf Erfolgskurs zu bringen, fordert der VCI einen tiefgreifenden Politikwechsel mit Fokus auf eine wettbewerbsfähige Wirtschaft.

Im Jahr 2023 ging die Produktion in der Chemie- und Pharmabranche um 8 Prozent zurück. Ohne das Pharmageschäft beträgt der Rückgang sogar 11 Prozent. Die Unternehmen kämpfen mit fehlenden Aufträgen, da die Kapazitäten der Branche mit durchschnittlich 77 Prozent nicht ausgelastet waren. Seit neun Quartalen liegt die Produktion unterhalb der wirtschaftlich notwendigen Grundauslastung von 82 Prozent. Insbesondere Hersteller von anorganischen Grundstoffen sowie von Seifen, Reinigungsmitteln und Kosmetika reduzierten ihre Produktion um 10 Prozent. In der Fein- und Spezialchemie lag der Rückgang bei 4 Prozent, während die Pharmasparte einen Rückgang von 3 Prozent verzeichnete.

Lesen Sie auch:  Welttag Humanitäre Hilfe: Wagemutige Helfer:innen opfern unerschrocken ihr Leben

Der Branche fehlten im Jahr 2023 insgesamt rund 12 Prozent des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr. Die Verkäufe im Inlandsgeschäft sanken um 16 Prozent auf 86 Milliarden Euro, während der Auslandsumsatz mit 144 Milliarden Euro 10 Prozent niedriger als im Vorjahr war. Rückläufige Chemikalienpreise trugen ebenfalls zum Umsatzrückgang bei. Die Erzeugerpreise für chemisch-pharmazeutische Produkte waren im Jahr 2023 durchschnittlich rund 1 Prozent günstiger als im Vorjahr.

Auch der Ausblick für das Jahr 2024 ist düster. Die Branche erwartet weiterhin eine Rezessionsstimmung, was zu fehlenden Aufträgen führen wird. Der VCI geht davon aus, dass die Chemieproduktion nicht wieder ansteigen wird. Für den Branchenumsatz wird ein Minus von 3 Prozent erwartet. Laut einer Mitgliederumfrage rechnen 45 Prozent der Unternehmen frühestens im Jahr 2025 mit einer Besserung.

Die schwierige Geschäftslage führt zu erheblichen Gewinneinbußen für die Unternehmen. Knapp 40 Prozent der Unternehmen beklagen deutliche Gewinneinbrüche, 15 Prozent schreiben bereits rote Zahlen. Eine langandauernde Situation dieser Art könnte weitere Stilllegungen von Anlagen, Ausstiege aus defizitären Geschäftsfeldern, Investitionsverlagerungen ins Ausland und Personalabbau zur Folge haben.

Lesen Sie auch:  DUH warnt: Braunkohle stößt 184-fach mehr Methan aus

Um den Standort Deutschland wieder auf Kurs zu bringen, fordert der VCI eine Offensive 2030. Die Industrie benötigt konkurrenzfähige Energiepreise, Entlastungen bei den Energiepreisen sowie einen schnellen Umbau des Energiesystems. Zudem müssen die Probleme wie die marode Infrastruktur, der Fachkräftemangel, die überbordende Bürokratie und Regulierung angegangen werden.

Die Mitgliederumfrage des VCI zeigt, dass die Unternehmen mit aller Kraft gegen die Krise ankämpfen. Effizienzmaßnahmen, Innovationen und ökologischer Umbau stehen im Fokus der Unternehmen. Der VCI reicht der Politik die Hand, um gemeinsam dringend notwendige Strukturreformen anzugehen.

Quellen:
– Verband der Chemischen Industrie (VCI)
– news aktuell

Pressekontakt:
VCI-Pressestelle
Telefon: 069 2556-1496
E-Mail: presse@vci.de
Der VCI auf X und auf LinkedIn

Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Bilanz der chemisch-pharmazeutischen Industrie 2023 / Stürmische Zeiten für die Branche

Original-Content übermittelt durch news aktuell.

Weitere Nachrichten aus der Verbands- und Vereinswelt finden Sie in unserem Newsportal.

14 Responses

  1. Ich denke, die chemisch-pharmazeutische Industrie sollte sich auf nachhaltigere Alternativen konzentrieren. #Umweltschutz

    1. Ich verstehe Ihren Standpunkt, aber denken Sie nicht, dass die chemisch-pharmazeutische Industrie bereits Fortschritte in Richtung Nachhaltigkeit macht? Statt sie zu bekämpfen, sollten wir sie ermutigen, weiterhin nach umweltfreundlichen Lösungen zu suchen. #Innovation

  2. Die chemisch-pharmazeutische Industrie sollte sich auf nachhaltige Alternativen konzentrieren, anstatt auf Gewinnmaximierung.

  3. Was soll der ganze Hype um die chemisch-pharmazeutische Industrie? Vielleicht sollten wir uns lieber auf nachhaltigere Branchen konzentrieren!

    1. Ach komm, immer diese grünen Träumer! Ohne chemisch-pharmazeutische Industrie hätten wir nicht mal die Medikamente, die du so gerne nimmst. Also halt einfach mal die Klappe und informier dich, bevor du hier rumtönerst!

  4. Chemisch-pharmazeutische Industrie ist überbewertet! Zukunft liegt in der alternativen Medizin und Naturheilmitteln!

  5. Also ich finde, dass die chemisch-pharmazeutische Industrie total überschätzt wird. Könnte eh alles Placebo sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Warum sind eure Kommentare so wertvoll?

Hier ein paar Gründe:

  1. Ihr bringt frischen Wind in die Diskussion und sorgt für abwechslungsreiche Ansichten.
  2. Ihr helft uns, uns selbst zu verbessern und immer am Puls der Zeit zu bleiben.
  3. Gemeinsam lernen wir voneinander und wachsen als Community.
  4. Mit euren Beiträgen bauen wir eine offene und respektvolle Umgebung auf, in der alle Stimmen gehört und geschätzt werden.

 

Jeder Kommentar ist Gold wert, egal ob Lob oder Kritik, zustimmend oder kontrovers. Lasst euren Gedanken freien Lauf und helft uns dabei, diese Community zu einem Ort zu machen, an dem jeder gern vorbeischaut und seine Meinung teilt. Auf geht’s!

 

Pressemeldung:Schlechte Bilanz 2023 für die chemisch-pharmazeutische Industrie: Sturmwarnung für die Branche

Mehr Infos und News aus der Verbands- und Vereinswelt finden Sie hier in der Übersicht

Pharma kritisiert Streichung der Homöopathie-Weiterbildung

Pharma Deutschland e.V. kritisiert Entscheidung der Landesärztekammer Baden-Württemberg zur Homöopathie-Weiterbildung

Berlin, 22. Juli 2024 – Pharma Deutschland e.V. äußert scharfe Kritik an der jüngsten Entscheidung der Landesärztekammer Baden-Württemberg, die Homöopathie-Weiterbildungen aus ihrer Weiterbildungsordnung zu streichen. Der Verband, der über 30 Hersteller von homöopathischen und anthroposophischen Arzneimitteln in Deutschland vertritt, warnt vor den weitreichenden Konsequenzen für die integrative Medizin und die Patientenversorgung im Land. Die Streichung widerspreche den Prinzipien des Koalitionsvertrags und gefährde die Therapievielfalt, die vielen Patientinnen und Patienten wichtig ist. Dr. Traugott Ullrich, Vorsitzender des Landesverbandes Baden-Württemberg von Pharma Deutschland, appelliert an die Landesregierung, sich für die Fortführung dieser wichtigen Weiterbildungsmöglichkeiten einzusetzen.

Jetzt lesen »

Gebotszone: Appell gegen Teilung der Strommärkte

Berlin, 22.07.2024 – Ein breites Bündnis aus führenden Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden warnt eindringlich vor den Konsequenzen einer Teilung der einheitlichen deutschen Stromgebotszone. In einem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlichten Appell verdeutlichen sie, dass eine solche Maßnahme Netzprobleme nicht löst, sondern zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt. Stattdessen fordern die Verbände einen praktischen Ansatz zur Optimierung der Netzinfrastruktur, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern und die Zukunftsfähigkeit der Industrie zu sichern.

Jetzt lesen »

Apotheken akzeptieren jetzt E-Rezepte von Privatversicherten

Berlin (ots) – Ab sofort können alle Apotheken in Deutschland E-Rezepte von Privatversicherten annehmen und einlösen. Dies war bisher nur gesetzlich Versicherten vorbehalten. Privatversicherte, die keine elektronische Gesundheitskarte besitzen, können ihr E-Rezept per App senden oder den ausgedruckten Rezeptcode vorlegen. Diese neue digitale Dienstleistung ermöglicht Millionen von Privatversicherten einen unkomplizierten Zugang zu ihren Medikamenten und markiert einen Meilenstein in der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der Bundesverband Deutscher Apothekensoftwarehäuser (ADAS) informieren über die technischen Maßnahmen und Fortschritte seit Januar 2024.

Jetzt lesen »

Pflegekosten-Deckelung: Milliardenbelastung droht

Berlin (ots) – Die Pflegekosten in Deutschland steigen auch im Jahr 2024 weiter an. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erwägt daher eine Deckelung der Eigenanteile für Pflegeheimbewohner, um diese zu entlasten. Doch neue Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) zeigen: Eine Obergrenze würde erhebliche Mehrkosten verursachen und die Beitragszahler der gesetzlichen Pflegeversicherung massiv belasten. Bereits im ersten Jahr könnte eine Begrenzung der Eigenanteile bei 700 Euro pro Monat zusätzliche Kosten von 8,1 Milliarden Euro nach sich ziehen. Bis 2030 könnten diese jährlichen Kosten auf 15,2 Milliarden Euro anwachsen. Die Diskussion über tragfähige Lösungen zur Stabilisierung der Sozialsysteme gewinnt damit erneut an Dringlichkeit.

Jetzt lesen »

Pharma Deutschland kritisiert Ärztekammer BW: Homöopathie gefährdet

Am vergangenen Samstag hat die Landesärztekammer Baden-Württemberg entschieden, die Weiterbildung in Homöopathie aus der Weiterbildungsordnung zu streichen. Diese Entscheidung sorgt für erhebliche Besorgnis bei Pharma Deutschland e.V., einem Verband, der über 30 Hersteller homöopathischer und anthroposophischer Arzneimittel vertritt. Der Verband kritisiert die Maßnahme scharf, da sie die Zukunft der integrativen Medizin gefährde und den verbreiteten Wunsch nach Komplementärmedizin ignoriere. Pharma Deutschland appelliert an die Landesregierung, sich für den Erhalt von Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Homöopathie stark zu machen, um eine umfassende und vielseitige Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

Jetzt lesen »

Fehlende Azubis belasten Bauwirtschaft weiter

Ausbildungskrise in der Bauwirtschaft

Die Zahl der Ausbildungsverträge in der Bauwirtschaft ist 2023 erneut gesunken. Laut dem jährlichen Ausbildungs- und Fachkräftereport der Sozialkasse der Bauwirtschaft (SOKA-BAU) liegt dies vor allem am Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern sowie unbefriedigenden Erfahrungen mit früheren Auszubildenden. Trotz dieser Herausforderung halten die Unternehmen weiterhin an ihrem Ausbildungsangebot fest, um den dringenden Bedarf an Fachkräften zu decken. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, betont: „Der Bedarf ist riesig, unsere Bauunternehmen brauchen Fachkräfte und wollen unbedingt ausbilden – finden aber immer weniger geeignete Kandidaten.“

Jetzt lesen »

BPI: Mehr Effizienz durch Arzneimittel statt Einsparungen

Am 22. Juli 2024, Berlin – Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI), nimmt Stellung zu den aktuellen Diskussionen rund um die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Entgegen der häufig geäußerten Sorge vor einer explosionsartigen Kostenentwicklung betont Joachimsen im jüngsten AMNOG-Report, dass der Anteil der Ausgaben seit Jahren stabil bei etwa 17 Prozent liegt. Er kritisiert die bestehenden Preisregulierungen als hinderlich für Innovation und Forschung und plädiert dafür, Arzneimittel als eine kosteneffiziente Form der Gesundheitsversorgung stärker zu würdigen. Mit klaren Argumenten setzt er sich für eine angepasste Regulierung ein, die auch der Medizinforschung zugutekommt.

Jetzt lesen »

Steuerdaten weltweit im Austausch: 111 Länder kooperieren

Neustadt a. d. W. (ots) – Das Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz (FKAustG) ist ein komplexer Begriff, doch sein Ziel ist klar: Steuerhinterziehung weltweit eindämmen. Kürzlich hat das Bundesfinanzministerium die finale Staatenaustauschliste für 2024 veröffentlicht, die beeindruckende 111 Länder umfasst. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH) erläutert die Details zu dieser Liste und dem Gesetzesvorhaben. Die EU-Mitgliedstaaten sowie viele weitere Nationen beteiligen sich an diesem automatisierten Austausch von Finanzdaten, der dafür sorgen soll, dass ausländische Einkünfte nicht mehr im Verborgenen bleiben können. Erfahren Sie hier, wie diese Maßnahmen Steuervergehen aufdecken und welche Folgen den Betroffenen drohen können.

Jetzt lesen »

DUH fordert klare Bekenntnisse zu grünem Wasserstoff

In einem entscheidenden Schritt plant das Bundeskabinett diese Woche die Verabschiedung eines Entwurfs für eine Importstrategie von Wasserstoff und Wasserstoffderivaten. Doch während die Bundesregierung auf diesen wegweisenden Moment zusteuert, schallt heftige Kritik aus den Reihen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) wider. Die DUH fordert ein klares Bekenntnis zu nachhaltigem, grünem Wasserstoff und kritisiert die Abschwächung der Nachhaltigkeitskriterien im aktuellen Strategieentwurf. “Der Wasserstoffhunger der Bundesregierung kennt offenbar keine klimapolitischen Grenzen,” warnt DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner eindringlich und mahnt zu einer zielgerichteten Nutzung unter ökologischen und sozialen Mindeststandards.

Jetzt lesen »

VNW: Werkswohnungen als Lösung für Wohnraummangel in Tourismuszentren

Inmitten des angespannten Wohnungsmarktes in den Tourismuszentren Mecklenburg-Vorpommerns schlägt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Alarm: Bezahlbarer Wohnraum ist hier Mangelware und beeinträchtigt zunehmend die Arbeitskräfte. Jörg Dahms, Landesgeschäftsführer der NGG, betont, dass die Kosten vielerorts kaum noch zu stemmen sind. Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), verweist auf Werkswohnungen als potenzielle Lösung – eine Win-Win-Situation für Mitarbeiter und Unternehmen. Zudem könnten standardisierte Modulbauweisen und staatliche Förderprogramme helfen, den angespannten Markt nachhaltig zu entspannen.

Jetzt lesen »