Abgasuntersuchung 2024: Wie die neue Partikelmessung bei Dieselfahrzeugen für saubere Luft sorgt

Seit Juli 2023 misst die Abgasuntersuchung bei Dieselfahrzeugen der Euro-6-Klasse erstmals direkt die Partikelanzahl, wobei von August bis Oktober fast eine Million Fahrzeuge geprüft und 3,4 % im ersten Anlauf durchgefallen sind. Der TÜV-Verband bewertet dieses Verfahren als effektives Instrument, um überhöhte Schadstoffemissionen aufzudecken und so die Luftqualität auf unseren Straßen zu verbessern. Aufgrund der vielversprechenden Ergebnisse soll die Partikelmessung künftig auch auf Euro-5b-Diesel und Benziner mit Direkteinspritzung ausgeweitet werden.
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– Deutschland führt Partikelanzahl-Messung bei Euro 6/VI-Dieseln seit Juli 2023 ein.
– 950.809 Diesel-Fahrzeuge getestet; 32.285 fielen bei PN-Messung durch (3,4%).
– Fahrzeuge über 160.000 km Laufleistung wiesen 4,7% Ausfallquote, unter 50.000 km nur 2,8%.

Neuer Schritt in der Fahrzeugabgasprüfung: Einführung der Partikelanzahlmessung

Seit Juli 2023 hat Deutschland mit der Einführung der Messung der Partikelanzahlkonzentration (PN-Messung) bei der Abgasuntersuchung für Dieselfahrzeuge der Emissionsklasse Euro 6/VI einen wichtigen Fortschritt gemacht. Diese Neuerung dient dem Ziel, die Luftqualität auf unseren Straßen zu verbessern und ist damit von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Zwischen dem 1. August und 30. Oktober 2023 wurden beeindruckende 950.809 Fahrzeuge getestet, um besonders solche mit überhöhten Schadstoffemissionen zu identifizieren. „Der Schwerpunkt lag auf der Identifizierung von Fahrzeugen mit überhöhten Schadstoffemissionen, was zu verbesserten Luftqualitätswerten führen soll.“

Von den geprüften Fahrzeugen haben 32.285 den Test beim ersten Anlauf nicht bestanden, was einer Quote von 3,4 Prozent entspricht. Diese Zahl verdeutlicht die Effektivität des neuen Messverfahrens in der Praxis. „Diese Ergebnisse bestätigen nicht nur die Relevanz der Methodik, sondern auch die Notwendigkeit, die Partikelmessung auf weitere Fahrzeugtypen auszuweiten.“ So sollen künftig auch Kraftfahrzeuge der Emissionsklasse Euro 5b sowie Benziner mit Direkteinspritzung ab Klasse 6 in die Messung integriert werden. Für diese Klassen gelten bereits strenge Grenzwerte für Partikelanzahlen, die in der Regel durch den Einbau eines Partikelfilters eingehalten werden müssen.

Die Abgasuntersuchung (AU) ist seit 1985 für alle mehrspurigen Kraftfahrzeuge verpflichtend und seit 2010 Teil der Hauptuntersuchung (HU). Sie nimmt eine zentrale Rolle bei der Überwachung der Emissionen ein und stellt sicher, dass Fahrzeuge die Umwelt nicht übermäßig belasten. Interessant ist dabei die Erkenntnis, dass die Wahrscheinlichkeit des Durchfallens bei der PN-Messung mit der Laufleistung der Fahrzeuge steigt: So liegt die Durchfallquote bei Fahrzeugen mit bis zu 50.000 Kilometern bei 2,8 Prozent, während Fahrzeuge mit mehr als 160.000 Kilometern eine Quote von 4,7 Prozent aufweisen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Untersuchung ist die Kombination aus Endrohrmessung und dem Auslesen der On-Board-Diagnose (OBD). Dieses Verfahren hat sich als besonders effektiv erwiesen, um Defekte oder Manipulationen an der Abgasreinigung zuverlässig zu erkennen und sogenannte „Groß-Verschmutzer“ aus dem Verkehr zu ziehen. Die neuen Messmethoden zeigen damit deutlich, wie moderner Umweltschutz durch die Automobiltechnik und deren Überwachung konkret umgesetzt werden kann. „Insgesamt sind die erzielten Ergebnisse ein klares Signal für die positive Wirkung regelmäßiger und modernisierter Abgasuntersuchungen auf die Umwelt und die öffentliche Gesundheit.“

Von der Technik zum Alltag: Wie die neue Abgasüberprüfung unsere Gesellschaft und den Verkehr prägt

Die Einführung der neuen Partikelmessung bei der Abgasüberprüfung markiert einen Wendepunkt, der weit über den technischen Aspekt hinausreicht. Diese Neuerung beeinflusst maßgeblich Umweltqualität, Verkehrsteilnehmer und politische Debatten, denn sie bringt erstmals eine präzisere Erfassung von Partikelausstoß auf die Straße. Damit verbunden sind langfristige Veränderungen, die viele Fragen aufwerfen: Was bedeutet das konkret für Autofahrer? Wie werden Luftqualität und Gesundheit in den Städten davon profitieren? Und welche gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen ergeben sich daraus?

Was bedeutet die neue Partikelmessung für Autofahrer?

Für Fahrerinnen und Fahrer wird die Umstellung auf die neue Technologie zunächst eine Anpassung mit sich bringen. Die Messung von Partikeln direkt aus dem Auspuff sorgt für eine strengere Kontrolle und potenziell höhere Anforderungen an die Fahrzeugtechnik. Das beeinflusst die Zulassung und den Betrieb von Fahrzeugen nachhaltig. Es öffnet zugleich den Weg für technische Innovationen in der Motoren- und Filtertechnologie, die künftig zur Einhaltung der strengeren Grenzwerte nötig sein werden.

Perspektiven für Stadtluft und Gesundheit

Der wohl bedeutendste Effekt der neuen Abgasüberprüfung zeigt sich auf gesellschaftlicher Ebene: eine spürbare Verbesserung der Stadtluft und des gesundheitlichen Wohlbefindens der Bevölkerung. Durch exaktere Erfassung und damit effektivere Reduzierung von Feinstaubemissionen kann die Belastung der Atemluft verringert werden. Dies trägt unmittelbar zum Schutz besonders vulnerabler Gruppen bei und könnte langfristig die Zahl von Atemwegserkrankungen senken.

Diese Veränderung ist nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern auch ein Angebot an die Politik und Gesellschaft, den Verkehr nachhaltiger zu gestalten. Die neuen Messverfahren stellen einen Impuls dar, Verkehrspolitik, Umweltschutz und Gesundheitspolitik stärker zu verzahnen und innovative Lösungsansätze konsequent voranzutreiben.

Das Zusammenwirken von Technik und gesellschaftlichem Wandel führt so zu einem umfassenden Modernisierungsschub, der weit über die Kontrolle von Fahrzeugabgasen hinausgeht. Mit Blick auf Klima- und Gesundheitsschutz eröffnen sich neue Chancen, aber auch Herausforderungen, die nun gemeinsam angegangen werden müssen.


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TÜV-Verband: Partikelmessung bei der Abgasuntersuchung zeigt Wirkung

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