Konjunkturschwäche führt zu steigenden Insolvenzzahlen – BVR warnt

Die Insolvenzzahlen in Deutschland werden voraussichtlich weiter steigen, wie der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) berichtet. Die schwache konjunkturelle Entwicklung und die rezessiven Tendenzen lassen darauf schließen, dass sich die Unternehmensinsolvenzen um 7,8 Prozent und die Verbraucherinsolvenzen um 6,5 Prozent erhöhen werden. Laut Dr. Andreas Bley, Chefvolkswirt des BVR, ist dies als eine Normalisierung des Insolvenzgeschehens zu interpretieren. Allerdings betont er auch, dass Insolvenzen negative Auswirkungen haben, da nicht überlebensfähige Unternehmen aus dem Markt ausscheiden und knappe Ressourcen freisetzen. Um den angestrebten Wandel in Richtung Klimaneutralität voranzutreiben, sind jedoch Betriebsaufgaben und -neugründungen unverzichtbar. Gerade die staatlichen Hilfsmaßnahmen während der Coronakrise beeinflussten die Unternehmensinsolvenzen stark. Die steigenden Insolvenzzahlen zeigen auch, dass Unternehmen und Privathaushalte in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen haben, um ihre finanzielle Resilienz zu verbessern. Weitere Informationen sind im aktuellen Konjunkturbericht des BVR verfügbar.

Bremen (VBR). Die Insolvenzzahlen in Deutschland werden voraussichtlich weiter steigen, so der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die schwache wirtschaftliche Lage und konjunkturelle Entwicklung könnten dazu führen, dass die Unternehmeninsolvenzen um 7,8 Prozent auf etwa 19.300 Fälle und die Verbraucherinsolvenzen um 6,5 Prozent auf rund 71.400 Fälle ansteigen.

Dr. Andreas Bley, Chefvolkswirt des BVR, betont, dass der Anstieg der Insolvenzzahlen als Teil einer Normalisierung nach den Sondereffekten der letzten Jahre zu sehen sei. Diese Entwicklung sei nicht nur negativ zu bewerten, da durch das Ausscheiden nicht überlebensfähiger Unternehmen Ressourcen freigesetzt würden, die in anderen Bereichen dringend benötigt werden. Insbesondere der angestrebte Wandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft erfordere einen gewissen Grad an Betriebsaufgaben und Neugründungen.

Die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen wurde stark von staatlichen Hilfsmaßnahmen während der Coronakrise beeinflusst. Erstmals seit 2019 würde der damalige Stand von 18.749 Fällen übertroffen. Bei den Verbraucherinsolvenzen, die 2020 und 2021 durch die Verkürzung der Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre beeinflusst wurden, würde die Fallzahl etwa den Stand von 2017 erreichen, als sich die deutsche Wirtschaft in einer Hochkonjunktur befand.

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Die Studie des BVR zeigt zudem, dass die Zunahme der Insolvenzzahlen geringer ausfallen würde, wenn Unternehmen und Privathaushalte seit den 2000er Jahren nicht deutliche Bemühungen zur Steigerung der finanziellen Stabilität unternommen hätten. Die Eigenkapitalquote der Unternehmen ist gestiegen und Privathaushalte haben ihre Schulden im Verhältnis zum Einkommen reduziert.

Die steigenden Insolvenzzahlen könnten gravierender ausfallen, wenn die Maßnahmen zur Stärkung der finanziellen Resilienz nicht ergriffen worden wären. Die aktuelle Entwicklung wird als Normalisierung nach den Sondereffekten der letzten Jahre betrachtet. Dieser Wandel ermöglicht es, knappe Ressourcen freizusetzen, die in anderen Bereichen dringend benötigt werden, insbesondere um die Wirtschaft klimaneutral auszurichten.

Der vollständige Konjunkturbericht des BVR ist auf der Website www.bvr.de, Publikationen, Volkswirtschaft einsehbar.

Pressekontakt:
Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
Melanie Schmergal, Abteilungsleiterin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecherin
Telefon: (030) 20 21-13 00, presse@bvr.de, www.bvr.de

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BVR rechnet mit weiter steigenden Insolvenzzahlen

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