Bremen (VBR). Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) intensiviert ihr juristisches Vorgehen gegen Unternehmen, die mit verbrauchertäuschender Werbung für angebliche „Klimaneutralität“ werben. Insgesamt fordert die DUH sieben weitere Unternehmen auf, ihre irreführende Werbung einzustellen. Zu den betroffenen Unternehmen gehören unter anderem Apple, TUI Cruises, Cosnova und weitere.
Die DUH sieht in den Werbeversprechen eine Täuschung der Verbraucher, da die angebliche „Klimaneutralität“ nicht ausreichend belegt wird. Dabei setzen die Unternehmen vor allem auf Emissionsgutschriften für Wald- und Aufforstungsprojekte im globalen Süden. Allerdings haben Gerichtsentscheidungen bereits bestätigt, dass diese Projekte nicht ausreichen, um Produkte und Dienstleistungen als „klimaneutral“ zu bezeichnen.
Ein erster Erfolg konnte die DUH bereits erzielen: Nach Aufforderung der DUH hat der Tabakkonzern British American Tobacco sich strafbewehrt dazu verpflichtet, seine Werbung für „CO2-neutrale“ E-Zigaretten einzustellen.
Neben den bereits laufenden Verfahren kündigt die DUH drei weitere Klagen an. Diese richten sich gegen den Fotodienstleister Cewe, die Best Western Hotelkette und das Kosmetikunternehmen Cosnova. Keines der Unternehmen hatte sich zuvor verpflichtet, die irreführende Werbung zu beenden.
Die DUH plant zudem, im kommenden Jahr verstärkt Unternehmen zu überprüfen, die „Netto-Null-Versprechen“ abgeben, also Klimaneutralität in der Zukunft versprechen, ohne ausreichend zu belegen, wie dies erreicht werden soll. Ein bisher einzigartiges Verfahren richtet sich dabei gegen den Kreuzfahrtanbieter TUI Cruises. Die DUH fordert das Unternehmen auf, zu erläutern, wie der angekündigte kohle- und erdgasfreie Kreuzfahrtbetrieb ab 2050 möglich werden soll.
Laut Jürgen Resch, dem Bundesgeschäftsführer der DUH, gehen die Marktüberwachungsbehörden in Deutschland nicht ausreichend gegen die falschen Umweltversprechen großer Konzerne vor. Die DUH werde daher weiterhin Recht und Gesetz auf dem Klageweg durchsetzen, um Verbraucher vor Irreführung zu schützen. Agnes Sauter, Leiterin der Ökologischen Marktüberwachung der DUH, betont, dass bereits über 40 Verfahren zu irreführenden Klimaneutralitätsversprechen eingeleitet wurden und die Unternehmen entweder vor Gericht verloren oder außergerichtlich zugesichert haben, die Werbung einzustellen.
Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich als Verbraucherschutzorganisation weiterhin gegen intransparente und unwahre Werbebehauptungen ein und wird sich verstärkt gegen irreführende Zukunftsversprechen von Unternehmen einsetzen, um den Verbrauchern eine ehrliche Information über die Klima- und Umweltauswirkungen ihrer Produkte zu ermöglichen.
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Klimaklagen gegen Apple, TUI Cruises, Cosnova und weitere Unternehmen: Deutsche …
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