Chemieindustrie und Pharma in Hessen 2024: Produktion fällt drastisch – Branche warnt vor weiterer Krise

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Eine Umfrage des Arbeitgeberverbands HessenChemie zeigt, dass die hessische Chemie- und Pharmabranche 2023 mit einem Produktionsrückgang von 7,9 Prozent und einem Umsatzminus von 8,1 Prozent zu kämpfen hatte und 58 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als wenig befriedigend oder schlecht bewerten. Hauptgründe sind steigende Energie- und Rohstoffkosten bei gleichzeitig schwacher Nachfrage. Die Branche fordert deshalb von der Politik ein Wachstumschancengesetz, Bürokratieabbau und eine verlässliche, bezahlbare Energieversorgung, um Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit in Hessen zu sichern.

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– Mehrheit der hessischen Chemie-Pharma-Unternehmen bewertet Geschäftslage als schlecht, rechnet mit 2024-Verschlechterung.
– Chemieproduktion 2023 um 7,9 % gesunken, klassische Chemie rund 16 % Produktionsrückgang.
– Verband fordert schnelles Wachstumsgesetz, Bürokratieabbau, stärkere Forschungs- und Energieförderung.

Düstere Lage und Zukunftserwartungen der Chemie- und Pharmabranche in Hessen

In Hessen zeichnet sich ein düsteres Bild für die Chemie- und Pharmabranche ab. Eine aktuelle Umfrage des Arbeitgeberverbandes HessenChemie zeigt, dass die Mehrheit der Unternehmen in dieser Schlüsselindustrie mit ihrer gegenwärtigen Geschäftslage unzufrieden ist und kaum Hoffnung auf Besserung im Jahr 2024 hat. Die Chemieindustrie wurde besonders hart getroffen: Im Vorjahr sank die Produktion um dramatische 7,9 Prozent, was einen Umsatzrückgang von 8,1 Prozent nach sich zog. Noch gravierender sind die Zahlen bei der klassischen Chemie, die einen Produktionsrückgang von etwa 16 Prozent verkraften musste. Oliver Coenenberg, Vorstandsvorsitzender von Sanofi-Aventis Deutschland GmbH und des Arbeitgeberverbandes, fasst die Entwicklung der letzten zwei Jahre zusammen: Die Branche verzeichnete einen Produktionsrückgang von nahezu 26 Prozent.*

Diese Rückgänge spiegeln vielfältige Herausforderungen wider. Die Unternehmen leiden unter strukturell höheren Energie- und Rohstoffkosten, die die Produktionskosten erhöhen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen schwach, was zusätzlichen Druck erzeugt. Die pharmazeutische Sparte zeigt sich zwar widerstandsfähiger. Dennoch schwächt sich auch hier die Dynamik ab: Trotz eines Umsatzwachstums von 8,9 Prozent im Jahr 2023, vor allem getragen durch internationale Geschäfte, sei der Mengenzuwachs praktisch zum Stillstand gekommen. Coenenberg prognostiziert für 2024 lediglich eine Seitwärtsbewegung.*

Die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation fällt kritisch aus: 58 Prozent der Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes bewerten ihre Geschäftslage als kaum befriedigend oder schlecht. Viele erwarten eine weitere Verschlechterung ihrer Ertragssituation und planen, ihre Investitionen in Deutschland zu reduzieren. Trotz dieser Lage zeigen sich die Unternehmen engagiert, indem sie die Beschäftigungszahlen stabil halten und das höchste Ausbildungsangebot seit zwei Jahrzehnten bereitstellen.

Parallel zur bevorstehenden Chemie-Tarifrunde bereiten den Unternehmen die Forderungen der Gewerkschaften nach Lohnerhöhungen von 6 bis 7 Prozent zusätzliche Herausforderungen. Coenenberg weist auf die Notwendigkeit eines krisengerechten Tarifabschlusses hin, um Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.*

Vor diesem Hintergrund richten die Chemieverbände dringende Forderungen an die Politik auf Bundes- und Landesebene. Dazu zählen die schnelle Verabschiedung des Wachstumschancengesetzes, eine stärkere Förderung von Forschung und Entwicklung, verstärkte Anstrengungen für neue Investitionen und Ansiedlungen sowie der Abbau von Bürokratie und Überegulierung. Zudem betonen sie die Bedeutung einer wettbewerbsfähigen Energieversorgung, um die Energiepreise, die derzeit ein dominierendes Thema der Branche sind, in den Griff zu bekommen. Diese Forderungen verdeutlichen die Notwendigkeit, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Entbürokratisierung, Unternehmertum und Leistungsbereitschaft fördern und den hessischen Industriestandort attraktiv halten. Die Chemie- und Pharmaindustrie steht damit vor wesentlichen Herausforderungen, deren Bewältigung entscheidend für ihre Zukunft ist.

Auswirkungen der Krise in der Chemiebranche auf Wirtschaft und Gesellschaft

Die Chemiebranche ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, dessen Entwicklung weit über die Branche selbst hinausreicht. Insbesondere für Regionen wie Hessen ist die Chemieindustrie eng mit dem industriellen Gefüge verknüpft und prägt zahlreiche weitere Wirtschaftszweige. Veränderungen in der Branche wirken sich somit indirekt auf viele weitere Bereiche aus, von der Verarbeitenden Industrie bis hin zum Dienstleistungssektor. Für die breite Bevölkerung bedeutet dies, dass wirtschaftliche Einbrüche oder Entwicklungen in der Chemie stets auch Arbeitsmarkt und gesellschaftlichen Wohlstand berühren.

Welche Bedeutung hat die Chemie für die Region?

Die Chemieindustrie ist in Hessen eng mit anderen Industriezweigen vernetzt und schafft beträchtliche Wertschöpfung. Sie stellt Arbeitsplätze bereit, die oftmals überdurchschnittlich qualifiziert sind, und trägt so zur Stabilität des regionalen Arbeitsmarkts bei. Die Vernetzung mit Zulieferern, Logistikunternehmen und Forschungseinrichtungen verstärkt diese Wirkung. Veränderungen in der Chemiebranche schlagen daher weitreichend auf den Standort Hessen durch und können sowohl wirtschaftliche als auch soziale Folgen haben.

Wie kann die Branche zukunftsfähig bleiben?

Die aktuelle Krise der Chemieindustrie stellt die Branche vor erhebliche Herausforderungen und zwingt sie zu grundlegenden Veränderungen. Dabei ergeben sich zugleich Chancen, etwa durch die Weiterentwicklung nachhaltiger Produktionsverfahren, digitale Innovationen und eine verstärkte Ausrichtung auf zukunftsträchtige Märkte. Politisch besteht die Aufgabe darin, geeignete Rahmenbedingungen zu fördern, die Forschung und Entwicklung stimulieren und den Strukturwandel sozial verträglich begleiten.

Zentrale Herausforderungen und Chancen, die die Zukunftsfähigkeit der Chemie bestimmen, lassen sich so zusammenfassen:

  • Steigerung der Nachhaltigkeit durch umweltfreundlichere chemische Prozesse
  • Digitalisierung zur Optimierung von Produktion und Lieferketten
  • Förderung von Innovationen in neuen Materialien und Technologien
  • Erhalt und Qualifizierung der Beschäftigten angesichts eines wandelnden Arbeitsmarkts
  • Politischer und gesellschaftlicher Dialog, der die Interessen von Unternehmen, Beschäftigten und Bevölkerung ausbalanciert

Die Entwicklungen in der Chemiebranche sind somit nicht isoliert zu betrachten. Sie betreffen breite Teile der Gesellschaft und erfordern eine koordinierte Reaktion von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Die Zukunft bleibt offen — mit Chancen, auf nachhaltiges Wachstum und soziale Stabilität zu setzen, aber auch mit Risiken, die es aktiv zu adressieren gilt.


Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Frühjahrspressegespräch der Chemieverbände Hessen / Chemie in der Krise: Lage …

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