Grundwassermodell Lausitz: Digitales Wassermanagement sichert nachhaltige Versorgung und unterstützt Strukturwandel

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Das länderübergreifende „Grundwassermodell Lausitz“ liefert ein digitales Steuerungs- und Bewertungsinstrument, um die Folgen des Braunkohleabbaus zu bewältigen und die Wasserversorgung für Industrie und Bevölkerung nachhaltig zu sichern. Auf rund 5.000 km² entwickelt die BGR das Modell bis Ende 2027, finanziert mit neun Millionen Euro (70 % Bund, je 15 % Brandenburg und Sachsen). Damit sollen Wasserhaushalt stabilisiert, Industrieansiedlungen unterstützt und der Strukturwandel in der Lausitz vorangetrieben werden.

Inhaltsverzeichnis

Grundwassermodell Lausitz: Schlüsselprojekt für nachhaltiges Wassermanagement und Strukturwandel

Das Simulationsmodell „Grundwassermodell Lausitz“ markiert einen bedeutenden Schritt für ein strategisches Wassermanagement in der Lausitz. Entwickelt als länderübergreifendes Steuerungs-, Kontroll- und Bewertungsinstrument, soll das Modell dazu dienen, die Folgen des Braunkohleabbaus wirksam zu bewältigen und den damit verbundenen Strukturwandel in der Region gezielt zu unterstützen. Die Zustimmung für dieses Projekt liegt vor von Vertretern des Landes Brandenburg, des Freistaats Sachsen sowie des Bundes.

Das Grundwassermodell ermöglicht eine nachhaltige Wasserversorgung in der Lausitz und verbessert das Wassermanagement insbesondere für wichtige Industrieansiedlungen vor Ort. Als ein umfassendes System erfasst es unter anderem Fließpfade, Fließgeschwindigkeiten und Grundwassermengen. Es basiert auf vorhandenen geologischen und geophysikalischen Daten und setzt sich aus drei Teilen zusammen: einem geologisch-hydrogeologischen Strukturmodell, einem Grundwasserströmungsmodell sowie einem Bodenwasserhaushaltsmodell. Dabei integriert das Modell auch bereits existierende Regionalmodelle der Bergbauunternehmen in der Lausitz.

Das Projektgebiet erstreckt sich über mehr als 5000 Quadratkilometer. Die Fertigstellung des Modells ist bis Ende 2027 vorgesehen. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund neun Millionen Euro, wobei der Bund 70 Prozent der Finanzierung übernimmt und die Länder Brandenburg und Sachsen jeweils 15 Prozent beitragen. Koordiniert wird das Projekt von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), unterstützt vom Umweltbundesamt (UBA) sowie den Fachbehörden der beteiligten Bundesländer.

Die Umstellung des Wasserhaushalts nach dem Ende des Braunkohleabbaus und die Herausforderungen des Klimawandels stellen weiterhin große Aufgaben dar. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung mit sparsamem Umgang an Bedeutung. Eine gesicherte Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung sind unabdingbare Voraussetzungen für den erfolgreichen Strukturwandel in der Lausitz.

Das Grundwassermodell leistet einen entscheidenden Beitrag, um den Wasserkreislauf in der Region wiederherzustellen und langfristig zu stabilisieren. Es ermöglicht die genaue Einschätzung der Folgen des Braunkohleabbaus und bildet die Grundlage für die Planung und Umsetzung notwendiger Maßnahmen. Damit ist das Projekt eine wichtige Basis für ein zukunftsfähiges Wassermanagement in der Lausitz und unterstützt die Region bei der Bewältigung bevorstehender Herausforderungen.

Digitalisierung als Schlüssel für nachhaltige Wasserressourcen in der Lausitz

Die Lausitz steht vor einem tiefgreifenden Wandel, der nicht nur ihre wirtschaftliche Struktur, sondern auch das Wassermanagement vor neue Herausforderungen und Chancen stellt. Der Ausstieg aus der Braunkohleverstromung hat einen bedeutenden Einfluss auf den Wasserhaushalt der Region, der sich durch veränderte Grundwasserstände und neue landwirtschaftliche sowie industrielle Nutzungsformen auszeichnet. In diesem Kontext eröffnet die Digitalisierung ein zentrales Potenzial, um nachhaltige Lösungen für die Wasserressourcen zu entwickeln und zu steuern.

Die Bedeutung eines intelligenten, datenbasierten Grundwassermodells geht über rein technische Aspekte hinaus. Es trägt wesentlich dazu bei, dass verschiedene gesellschaftliche Gruppen – von der ansässigen Bevölkerung bis hin zu Unternehmen und Wirtschaftskammern – besser auf veränderte Umweltbedingungen reagieren können. Gerade angesichts des globalen Klimawandels ist es entscheidend, Wasserverluste durch präzise Vorhersagen und Monitoring gezielt zu minimieren und die Ressource Wasser verantwortungsvoll zu bewirtschaften.

Neben dem Strukturwandel durch den Kohleausstieg spielt die gezielte Industrieansiedlung in der Lausitz eine wichtige Rolle. Für neue Wirtschaftsakteure ist eine verlässliche Wasserinfrastruktur unverzichtbar, um Produktionsprozesse nachhaltig planen und betreiben zu können. Die Kombination aus Digitalisierung und regionaler Entwicklung schafft dadurch auch Wettbewerbsvorteile: Die Lausitz kann sich als innovationsstarker Standort profilieren, der den Spagat zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltschutz meistert.

Auch andere Braunkohle-Regionen stehen vor vergleichbaren Herausforderungen – hier zeigt sich die Bedeutung einer länderübergreifenden Kooperation, um Wissen zu teilen und die Digitalisierung im Wassermanagement gemeinschaftlich weiterzuentwickeln. Die Vernetzung fördert den Erfahrungsaustausch und hilft, tragfähige Konzepte zu etablieren, die landes- und sektorübergreifend Wirkung entfalten.

Wasserhaushalt im Wandel: Neue Aufgaben nach dem Kohleausstieg

  • Veränderte Grundwasserstände durch reduzierte Bergbau-Tätigkeit
  • Anpassung landwirtschaftlicher Bewässerung an neue Bedingungen
  • Sicherstellung der Wasserverfügbarkeit für Industrie und Bevölkerung

Blick in die Zukunft: Regionale Chancen und Herausforderungen

Digitale Technologien wie das Grundwassermodell sind unverzichtbare Werkzeuge, um den komplexen Anforderungen der Region gerecht zu werden. Sie ermöglichen überblickbare und vorausschauende Entscheidungen, die sowohl ökologische Nachhaltigkeit als auch wirtschaftliche Stabilität fördern. Damit wird Digitalisierung zum Schlüssel für eine zukunftsfähige Wasserwirtschaft in der Lausitz.


Quelle: Bund und Länder bringen Grundwassermodell Lausitz auf den Weg
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