Ganztägige Warnstreiks in Stahlindustrie weiten sich massiv aus

Die Beschäftigten in der Stahlindustrie eskalieren ihre Warnstreiks vor der nächsten Verhandlungsrunde und legen ihre Arbeit in Duisburg, Nordrhein-Westfalen und der ostdeutschen Stahlindustrie ganztägig nieder. Die IG Metall fordert 8,5 Prozent Gehaltserhöhung und eine stufenweise Verkürzung der Arbeitszeit. Die Arbeitgeber bieten jedoch nur 3,5 Prozent für 19 Monate an. Diese Eskalation hat die Arbeitgeber durch ihr enttäuschendes Angebot selbst provoziert. Lesen Sie weiter, um mehr über die Hintergründe und Forderungen der Streikenden zu erfahren.

Bremen (VBR). Die Beschäftigten in der Stahlindustrie setzen im Vorfeld der nächsten Verhandlungsrunde ihre ganztägigen Warnstreiks massiv fort. Dies ist eine Reaktion auf das bisherige Ergebnis der Verhandlungen, bei denen nach 10-stündigen Gesprächen kein Ergebnis erzielt wurde. Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Löhne um 8,5 Prozent sowie einen stufenweisen Einstieg in die 32-Stunden-Woche. Die nächste Verhandlungsrunde in der nordwestdeutschen Stahlindustrie steht am Freitag an.

Ein beachtlicher Teil der Beschäftigten hat bereits am Donnerstag die Arbeit niedergelegt. Allein in Duisburg haben Thyssenkrupp Steel Europe, Arcelormittal und HKM mit insgesamt 17.000 Beschäftigten für 24 Stunden gestreikt. Auch in anderen Stahlregionen wie Nordrhein-Westfalen und Ostdeutschland wurden ganztägige Warnstreiks ausgeweitet.

Die ganztägigen Warnstreiks begannen am frühen Dienstagmorgen in Finnentrop bei Thyssenkrupp, gefolgt von Outokumpu Nirosta in Krefeld um 13 Uhr und Thyssenkrupp in Dortmund um 14 Uhr. Weitere Betriebe schlossen sich zeitnah an. Die Betriebsratsvorsitzende von Thyssenkrupp in Dortmund, Kirstin Zeidler, betonte die Bedeutung des Streiks und die Auswirkungen auf die Arbeitgeber: “Wir befinden uns seit heute Mittag 14 Uhr hier am Standort in Dortmund auf der Westfalenhütte im 24-Stunden-Streik. Wir haben Notbelegschaften vereinbart. Alle Anlagen stehen still. Nichts wird produziert. Das ist richtig teuer für den Arbeitgeber.”

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Die Arbeitgeber haben ein Angebot gemacht, die Entgelte um 3,5 Prozent zu erhöhen. Allerdings soll dies erst ab Juli 2024 gelten und eine Gesamtlaufzeit von 19 Monaten haben. Zusätzlich soll es im Januar 2024 eine Einmalzahlung von 1000 Euro als Inflationsausgleich geben. Die IG Metall betrachtet dieses Angebot als unzureichend und beendet die Verhandlungen. Als Reaktion darauf werden nun die Stahlbetriebe für 24 Stunden bestreikt. Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Löhne um 8,5 Prozent für 12 Monate.

Bestimmte Themen wie Altersteilzeit, Werkverträge und Beschäftigungssicherung sind bereits von den Verhandlungen abgehakt worden, da bestehende Tarifverträge zu diesen Themen verlängert werden.

Auch in der saarländischen Stahlindustrie sind eigene Tarifverträge in Kraft. Die Tarifkommission hat beschlossen, dass auch hier eine Erhöhung der Löhne um 8,5 Prozent sowie ein stufenweiser Einstieg in die 32-Stunden-Woche gefordert werden. Die Verhandlungen sollen Ende Februar starten.

Diese Ereignisse sind von großer Bedeutung für die Stahlindustrie und die Gesellschaft insgesamt. Die Streiks zeigen den Druck, unter dem die Beschäftigten stehen, um ihre Forderungen durchzusetzen. Sie haben Auswirkungen auf die Produktivität der Unternehmen und können zu wirtschaftlichen Verlusten führen. Gleichzeitig verdeutlichen sie den Widerstand gegen unzureichende Angebote der Arbeitgeber. Die Ergebnisse der Verhandlungen werden weitreichende Konsequenzen für die Beschäftigten und die Stahlindustrie haben, da sie die Grundlage für die Arbeitsbedingungen und Löhne in der Branche bilden.

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Was halten Sie von der Forderung der IG Metall nach 8,5 Prozent mehr Geld und einem stufenweisen Einstieg in die 32-Stunden-Woche in der Stahlindustrie?
Welche Auswirkungen könnten die massiven Warnstreiks in der Stahlindustrie auf die Arbeitgeber haben?

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Quelle: Ganztägige Warnstreiks in der Stahlindustrie

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Pressemeldung:Ganztägige Warnstreiks in Stahlindustrie weiten sich massiv aus

2 Antworten

  1. Die Gewerkschaften sollten lieber ihre Energien in sinnvolle Verhandlungen stecken, anstatt die Wirtschaft zu lähmen.

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