Förderung umfassender Bildung durch Bewegung, Spiel und Sport – eine neue Perspektive des DOSB

Die PISA-Studie zeigt nur die Spitze des Eisbergs. Bildung gibt es auch außerhalb der Klassenzimmer, und sie entfaltet sich durch Bewegung und Spiel. Entdecken Sie, warum Sportvereine eine wichtige Rolle im Bildungsprozess spielen und wie sie Kinder stark machen.

Bremen (VBR). Bildung ist mehr als nur das, was in Schulbüchern steht. Sie bedeutet die Erschließung der Welt über Bewegung, den Körper und die Sinne des Menschen, um neue Erkenntnisse und Fähigkeiten zu erlangen. Die PISA-Studie, ein weltweiter Schulvergleichstest, richtet ihren Fokus zwar auf ausgewählte Bildungsbereiche, jedoch kann Bildung auch in und über Bewegung, Spiel und Sport stattfinden. Gerade hier erwerben junge Menschen entscheidende Kompetenzen, die sie im Leben stark und leistungsfähig machen. Bildung und Kompetenzerwerb sind demnach nicht nur auf den Schulunterricht beschränkt, sondern können auch in anderen Settings wie Sportvereinen, im Ehrenamt und in außerschulischen Jugend- und Sozialeinrichtungen stattfinden.

Um die individuellen und dort erworbenen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu fördern, ist es wichtig, eine ganzheitlichere Perspektive auf die Bildung und Entwicklung junger Menschen einzunehmen. Dabei sollten auch außerschulische Orte inkludiert und eine breite Vielfalt an Bildungsansätzen und -zielen berücksichtigt werden. Zivilgesellschaftliche Akteur*innen, wie zum Beispiel Sportvereine, setzen bereits solche Ansätze um. Durch die Anerkennung und Förderung dieser Ansätze können die individuellen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen gehoben, eine inklusive, nachhaltige und gerechte Gesellschaft noch stärker gefördert und der einseitige Blick von PISA erweitert werden.

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Organisierte Sportaktivitäten bieten einen Raum für umfassende Bildung. Sie ermöglichen nicht nur Gesundheitsbildung, sondern fördern auch die psychomotorische Entwicklung, die Persönlichkeitsentwicklung und kulturelle Bildung. Sportvereine bieten Potenziale und Räume für Bildung, die bereits belegt wurden und die es gilt, gesellschaftspolitisch stärker anzuerkennen. Die im ehrenamtlichen Engagement oder durch den Teamsport erworbenen Kompetenzen sollten von Politik, Gesellschaft und Forschung stärker wahrgenommen werden. Bereits in der kindlichen Entwicklung spielt Bewegung eine wichtige Rolle, da grundlegende motorische Funktionen wie Greifen und Sich-Fortbewegen entwickelt werden. Später sollte die Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen als Querschnittsaufgabe sämtlicher Institutionen frühkindlicher Bildung eine wichtige Rolle einnehmen, orientiert an den individuellen und sozialen Bedürfnissen. Nur so können die Bildungspotenziale vollumfänglich genutzt und gefördert werden.

Auch der Ganztag an Grundschulen sollte insgesamt mehr Aufmerksamkeit erhalten. Durch die Zusammenarbeit mit außerschulischen Kooperationspartner*innen wie Sportvereinen können Ganztagsangebote geschaffen werden, die die Kompetenzen der Kinder erweitern, stärken und bilden. Bildung ist daher viel mehr als PISA. Es ist an der Zeit, unseren Blick zu erweitern und die Bildung junger Menschen als einen ganzheitlichen Prozess zu verstehen.

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Sport ist nicht nur die beliebteste Freizeitbeschäftigung für Kinder und Jugendliche, sondern fördert auch umfassende soziale, politische und kognitive Kompetenzen. Bewegung ist ein “Möglichkeitsraum freiwilligen, selbstbestimmten menschlichen Handelns”, betont der Bildungstheoretiker Wolfgang Klafki. Es ist wichtig, dass wir die Bedeutung von Bildung durch Bewegung, Spiel und Sport erkennen. Es ist an der Zeit, unseren Blick zu erweitern und die Bildung junger Menschen als einen ganzheitlichen Prozess zu verstehen.


Quelle: Der Deutsche Olympische Sportbund

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