Equal Care Day 2024: Warum der Gender Care Gap bei Sorgearbeit in Deutschland endlich geschlossen werden muss

Am Vorabend des Equal Care Day am 29. Februar 2024 macht ver.di darauf aufmerksam, dass Frauen mit einem Gender Care Gap von 43,8 Prozent deutlich mehr unbezahlte Sorgearbeit leisten und dadurch häufig ihre Erwerbstätigkeit einschränken müssen, was ihr Armutsrisiko erhöht. Die Gewerkschaft fordert daher bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege sowie politische Maßnahmen wie Lohnersatz für pflegende Angehörige, einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung und erweiterte Partnermonate im Elterngeld. Eine gerechtere Verteilung und Wertschätzung dieser Arbeit sei zentral für eine inklusive und nachhaltige Gesellschaft.
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– Equal Care Day 29.2.2024: ver.di betont prekäre Arbeitsbedingungen in Pflege und Betreuung.
– Gender Care Gap 43,8 %: Frauen leisten deutlich mehr unbezahlte Sorgearbeit, erhöhtes Armutsrisiko.
– ver.di fordert Lohnersatzleistung, Rechtsanspruch Ganztagsbetreuung, erweitertes Elterngeld und Familienstartzeit.

Sorgearbeit im Fokus: Equal Care Day am 29. Februar 2024

Am Vorabend des Equal Care Day, der am 29. Februar 2024 begangen wird, stellt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erneut die drängenden Herausforderungen der Sorgearbeit in Deutschland in den Mittelpunkt. In einer Gesellschaft, die ohne die stille und oft unsichtbare Arbeit der Pflegenden und Betreuenden nicht funktionieren würde, bleibt deren Lage jedoch prekär. Besonders Frauen tragen nach wie vor den Löwenanteil dieser essenziellen Arbeit – eine Realität, die tiefgreifende Ungleichheiten sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich offenbart. Der Gender Care Gap, der aufzeigt, wie viel mehr unbezahlte Sorgearbeit Frauen im Vergleich zu Männern leisten, beträgt beachtliche 43,8 Prozent. Frauen widmen nicht nur deutlich mehr Zeit für Hausarbeiten und Kinderbetreuung, sondern übernehmen auch in der Pflege von Angehörigen zumeist die Hauptlast.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie stark diese ungleiche Verteilung Sorgearbeitende belastet und erhebliche soziale Folgen hat. Viele Frauen müssen ihre Erwerbstätigkeit deutlich reduzieren oder sogar ganz aufgeben, was ein erhöhtes Armutsrisiko mit sich bringt. Dies führt wiederum zu einer Vergrößerung von Gender Pay Gap und Gender Pension Gap. Frauen tragen die Hauptlast bei der Sorgearbeit und damit ein hohes Armutsrisiko, betont ver.di. Um die Situation zu verbessern, fordert die Gewerkschaft dringend bessere Rahmenbedingungen: Wenn wir nicht wollen, dass dieser wichtige gesellschaftliche Bereich leidet, brauchen wir dort dringend bessere Arbeitsbedingungen: mehr Personal, gesunde Arbeitszeiten und eine faire Bezahlung.

Darüber hinaus mahnt ver.di eine Vielzahl politischer Maßnahmen an, um den strukturellen Ungleichheiten zu begegnen. Dazu zählen eine Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige, ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder bis 14 Jahre, eine Ausweitung der Partnermonate des Elterngeldes und die Einführung einer Familienstartzeit. Diese Forderungen zeichnen das Bild einer dringend notwendigen sozialen Reform, die nicht nur Gleichberechtigung anstrebt, sondern auch eine nachhaltige, am Menschen orientierte Gesellschaft fördern will. ver.di positioniert sich damit an der vordersten Front eines gesellschaftlichen Diskurses, der unterstreicht: Eine gerechtere Verteilung und Wertschätzung von Sorgearbeit ist kein Randthema, sondern zentral für das Streben nach einer inklusiven und gerechten Gesellschaft.

Warum der Gender Care Gap uns alle betrifft

Sorgearbeit ist das unsichtbare Rückgrat unserer Gesellschaft. Sie umfasst Aufgaben wie Kindererziehung, Pflege von Angehörigen und Hausarbeit – Tätigkeiten, die für das Funktionieren sozialer Gemeinschaften unverzichtbar sind. Dennoch ist die Verteilung dieser Arbeit noch immer stark ungleich, was sich im sogenannten Gender Care Gap widerspiegelt. Dieses Gefälle zeigt, wie viel mehr Zeit Frauen meistens für unbezahlte Sorgearbeit aufbringen als Männer. Die Auswirkungen reichen weit über das individuelle Engagement hinaus und berühren zentrale gesellschaftliche Bereiche wie Gleichstellung, Wirtschaft und Demografie.

Ungleiche Sorgearbeit erschwert den Weg zu einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen in Beruf und Gesellschaft und verstärkt wirtschaftliche Ungleichheiten. Während zunehmend politische Initiativen darauf abzielen, diese Schieflage zu korrigieren, steht die Gesellschaft vor der Herausforderung, die Systemrelevanz von Sorgearbeit offener anzuerkennen und für eine gerechtere Verteilung einzutreten. Zugleich beeinflussen demografische Veränderungen, etwa eine alternde Bevölkerung, die Anforderungen an die Pflege und Betreuung – Grund genug, die Organisation von Sorgearbeit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen.

Vergleichende Beobachtungen internationaler Entwicklungen zeigen, dass Länder, die auf eine ausgewogene Aufteilung der Sorgearbeit setzen, positive Effekte auf die Gleichstellung und das Wohlbefinden aller Bürgerinnen und Bürger verzeichnen. Um diesen Wandel zu fördern, sind politische Reformen und gesellschaftliche Akzeptanz gleichermaßen gefragt:

  • Ausbau von Betreuungs- und Pflegeinfrastrukturen, die beide Elternteile und Familien entlasten
  • Förderung flexibler Arbeitszeiten und partnerschaftlicher Rollenmodelle
  • Anerkennung und Wertschätzung von Sorgearbeit auf politischer und wirtschaftlicher Ebene

Das Verständnis, dass eine gerechte Verteilung der Sorgearbeit nicht nur Frauen zugutekommt, sondern die gesamte Gesellschaft stärkt, ist eine Grundlage für zukunftsfähige Sozialpolitik. Gesellschaftlicher Wandel und politische Impulse eröffnen hier Chancen für mehr Gleichwertigkeit und eine nachhaltige Entwicklung sozialer Sicherungssysteme.


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Medien-Info: Equal Care Day: Frauen tragen die Hauptlast bei der Sorgearbeit und damit …

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