Kürzungen beim Klimaschutz: DUH warnt vor Risiken für natürlichen Klimaschutz, Meeresschutz und Hochwasserschutz

Die Deutsche Umwelthilfe schlägt Alarm: Die Bundesregierung plant, die Mittel für den natürlichen Klimaschutz von 4 auf 3,5 Milliarden Euro und für den Meeresschutz um 250 Millionen Euro zu kürzen, obwohl Extremwetter und Hochwasser zunehmen. Solche Einschnitte gefährden Investitionen in intakte Flusslandschaften, Küstenschutz und natürliche Rückhalteräume wie Moore und Auen, die zugleich Kohlenstoffsenken sind. DUH-Chef Sascha Müller-Kraenner nennt die Kürzungen einen „Schlag ins Gesicht“ für Betroffene und fordert Kanzler Scholz auf, die Entscheidung rückgängig zu machen und stattdessen Programme zur Moor- und Auenrenaturierung sowie ein Aktionsprogramm Wasser ausreichend zu finanzieren.
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Kürzungen beim Natürlichen Klimaschutz und Meeresschutz sorgen für Kritik

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hat ihre Besorgnis über die geplanten Kürzungen der Bundesregierung im Bereich des Natürlichen Klimaschutzes und des Meeresschutzes deutlich gemacht. Inmitten einer anhaltenden Hochwasserkrise, die das Land mit den Folgen von Extremwetterereignissen konfrontiert, erscheint der Schutz und die Stärkung intakter Flusslandschaften und Küstenregionen besonders wichtig. Das Umweltministerium plane, den Etat für das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz von ursprünglich 4 Milliarden Euro auf 3,5 Milliarden Euro zu vermindern. Zudem soll der Meeresschutz eine Kürzung um 250 Millionen Euro hinnehmen.

Die DUH warnt, dass diese Reduzierungen angesichts wachsender Umweltkrisen wie Sturmfluten an der Ostsee und sinkenden Grundwasserspiegeln die dringend notwendigen Investitionen in intakte Flusslandschaften und Küstenschutzmaßnahmen blockieren könnten. „Die Wasserkrise in Deutschland hat zwei hässliche Gesichter: Mal regnet es zu wenig, dann wieder viel zu viel. Durch die Klimakrise hat sich die Niederschlagsverteilung hierzulande drastisch verändert“, erklärt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. Er bezeichnet die geplanten Mittelkürzungen als „ein Schlag ins Gesicht für alle Hochwasser- und Sturmflutgeschädigten“ und richtet einen Appell an Bundeskanzler Olaf Scholz, diese Kürzungen zurückzunehmen.

Ein zentrales Problem sieht Müller-Kraenner in der langjährigen Praxis, die Landschaft auf Entwässerung auszurichten. Natürliche Überschwemmungsgebiete wie Moore und Auen seien vernichtet, Flüsse begradigt und Feuchtgebiete trockengelegt worden. Unter extremen Wasserständen sei die Landschaft diesem Druck nicht gewachsen. Intakte Auen und Moore könnten hingegen als natürliche Überschwemmungsräume dienen und gleichzeitig als Kohlenstoffsenken wirken.

Die DUH fordert von der Bundesregierung unter anderem die Streichung der geplanten Kürzungen im Natürlichen Klimaschutz und Meeresschutz, eine Verstärkung der Bundesförderung für Auen- und Moorrenaturierung sowie ein ausreichend finanziertes Aktionsprogramm Wasser, um den naturnahen Landschaftswasserhaushalt bundesweit wiederherzustellen. Diese Entwicklung verdeutlicht die dringende Notwendigkeit robuster Strategien zum Schutz und zur Stärkung natürlicher Lebensräume als integralen Bestandteil einer wirksamen Klimaschutzpolitik.

Warum intakte Natur der beste Schutz im Klimawandel ist

Natur hat eine unverzichtbare Rolle im Kampf gegen die Klimakrise. Fragen nach dem tatsächlichen Nutzen naturnaher Räume wie Mooren und Auen sind heute Teil einer gesellschaftlichen Debatte, die Politik und Öffentlichkeit gleichermaßen bewegt. Wie genau schützen uns solche Ökosysteme? Welche Funktionen übernehmen sie, die uns helfen, Schäden durch Wetterextreme oder den Anstieg von Treibhausgasen zu begrenzen? Und wie gestalten andere europäische Länder den Schutz und die Nutzung dieser wertvollen Naturräume?

Naturnahe Landschaften wirken als Kohlenstoffsenken: Sie binden aktiv CO2 aus der Atmosphäre und speichern es über lange Zeiträume im Boden und in Pflanzen. Damit tragen sie entscheidend zur Verringerung von Treibhausgasen bei. Gleichzeitig regulieren sie den Wasserhaushalt, indem sie Wasser speichern und nach und nach abgeben. So verhindern sie Überschwemmungen und sichern die Wasserqualität – Naturräume fungieren also als lebendige, natürliche Schutzschilder gegen Extremwetter.

Wie beeinflussen Moore und Auen die Klimakrise?

Moore sind Feuchtgebiete, deren Böden besonders viel Kohlenstoff speichern können. Werden sie zerstört oder entwässert, wird dieser gespeicherte Kohlenstoff als CO2 freigesetzt – ein Negativbeispiel für den Klimaschutz. Intakte Moore dagegen binden weiterhin Kohlenstoff und sind somit unverzichtbare Naturräume im Kampf gegen den Klimawandel.

Auen, die sich an Flüssen erstrecken, wirken als natürliche Überschwemmungsgebiete. In Zeiten von Starkregen und Hochwasser nehmen sie große Wassermengen auf und verringern so Flutschäden in angrenzenden Siedlungen. Durch ihre natürliche Vegetation regulieren sie auch den Wasserfluss und verbessern den naturnahen Wasserhaushalt.

Blick auf andere europäische Schutzstrategien

In verschiedenen europäischen Ländern nimmt der Schutz dieser Landschaften eine zentrale Rolle ein. Eine enge Verzahnung von Naturschutz, Wasserwirtschaft und Klimapolitik führt hier zu wirkungsvollen Schutz- und Nutzungsstrategien. Diese integrieren ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte und zeigen auf, wie Naturräume als multifunktionale Schutzsysteme erhalten und gefördert werden können.

Typische Schutzfunktionen naturnaher Landschaften lassen sich prägnant so zusammenfassen:

  • Kohlenstoffsenke: Speicherung von CO2 und Reduzierung von Treibhausgasen
  • Überschwemmungsgebiet: Aufnahme und Regulierung von Hochwasser
  • Naturnaher Wasserhaushalt: Speicherung und kontrollierte Abgabe von Wasser zur Stabilisierung von Flussläufen
  • Lebensraum für Biodiversität: Erhaltung vielfältiger Tier- und Pflanzenarten, die ökologische Balance unterstützen
  • Klimaanpassung: Milderung lokaler Klimaeffekte, etwa durch Kühlung in Sommerhitze oder Schutz vor Sturmfluten

Diese Funktionen machen deutlich, dass der Schutz intakter Naturräume weit über den klassischen Umweltschutz hinausgeht: Er ist ein zentraler Baustein für eine klimafeste und nachhaltige Gesellschaft. Die Debatte um diese Themen bleibt dynamisch und offen, wird aber zunehmend von der Erkenntnis getragen, dass intakte Natur ein unverzichtbarer Verbündeter im Umgang mit dem Klimawandel ist.

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