Auszeichnung für Isabell Sawade und Gordon Herbert bei der „Sportsperson of the Year“-Gala
Am 17. Dezember wurde in Baden-Baden der begehrte „Trainer des Jahres“-Preis verliehen. Die Auszeichnung für herausragende Coaching-Leistungen ging an Isabell Sawade, Team Managerin der deutschen Nationalmannschaft im Rhythmischen Sportgymnastik, sowie an Gordon Herbert, Cheftrainer der deutschen Herren-Basketballnationalmannschaft.
Isabell Sawade erhielt den Preis für ihr außergewöhnliches Engagement und die Erfolge ihrer Athletinnen bei den Weltmeisterschaften. Unter ihrer Leitung gewannen Darja Varfolomeev fünf Einzel-Goldmedaillen, dazu kam ein Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb. Sawade, die auch als lizenzierte Wertungsrichterin der International Gymnastics Federation (FIG) tätig ist, überzeugte durch ihre Fähigkeit, ein Team trotz begrenzter finanzieller Mittel als starke Einheit zu formen. Ulla Koch, Vizepräsidentin des Deutschen Turner-Bundes (DTB), würdigte Sawade für ihre Motivation, Ausdauer und Weitsicht, die die Mannschaft zu einer Weltklasse-Elite machte.
„I am thrilled to receive this prestigious award, which acknowledges the years of hard work put in by our Rhythmic Gymnastics team. On behalf of the entire team, I am grateful to accept this honor,“ sagte Isabell Sawade im Rahmen der Gala.
Gordon Herbert konnte aufgrund eines familiären Trauerfalls an der Veranstaltung nicht teilnehmen. Sein Preis soll jedoch bei einem Nachholtermin überreicht werden. Herbert, der seit 2021 das Herren-Basketball-Team trainiert, führte die Mannschaft zu bedeutenden Erfolgen: Bronze bei der Europameisterschaft 2022 und den Weltmeistertitel in diesem Jahr. Seine Trainerkarriere ist von zahlreichen Erfolgen geprägt, darunter die deutsche Meisterschaft mit den Opel Skyliners Frankfurt 2004 sowie Meistertitel in Frankreich und Finnland.
Miriam Welte, Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Vorsitzende der „Trainer des Jahres“-Jury, unterstrich die zentrale Rolle von Trainern wie Sawade und Herbert:
„Coaches like Sawade and Gordon Herbert play a vital role in fostering athletes' personal and athletic development, and their impact cannot be understated.“
Der seit 2006 jährlich vergebene Preis würdigt Trainer:innen aus unterschiedlichsten Sportarten, die durch ihre Arbeit Athlet:innen zu großen Leistungen verhelfen. Die Jury besteht aus Expert:innen verschiedener Bereiche und trifft die Entscheidung basierend auf den jeweiligen Verdiensten der Kandidat:innen.
Thomas Weikert, Präsident des DOSB, bedauerte das Fehlen von Gordon Herbert bei der Gala, versprach aber die zeitnahe Würdigung seines Engagements.
Alle Informationen zur Auszeichnung finden sich unter https://www.dosb.de/sonderseiten/news/news-detail/news/isabell-sawade-und-gordon-herbert-sind-dosb-trainerin-des-jahres.
Die unterschätzte Rolle der Trainer – warum ihre Anerkennung alle betrifft
Trainer prägen sportliche Erfolge maßgeblich, stehen aber oft im Schatten der Sportler:innen. Ihre Leistungen reichen weit über die reine Technikvermittlung hinaus und umfassen auch wichtige gesellschaftliche Funktionen. Trainer sind Coaches, Motivatoren und Vorbilder zugleich, die Teams formen und Talente entwickeln. In einer Zeit zunehmender Herausforderungen im Ehrenamt und im Profisport – etwa aufgrund von Nachwuchssorgen und finanziellen Rahmenbedingungen – gewinnt ihre Rolle eine neue Dimension. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen an sie: Es geht nicht mehr nur um sportliche Fachkompetenz, sondern zunehmend auch um soziale und pädagogische Fähigkeiten.
Wie Trainer sportliche Erfolge möglich machen
Erfolgreiche Teams entstehen nicht zufällig. Trainer schaffen die strukturellen und emotionalen Voraussetzungen, ohne die Spitzenleistungen nicht denkbar sind. Sie erkennen Talente, fördern individuelle Stärken und verbinden sportive Ziele mit Teamgeist. Dabei übernehmen sie wichtige pädagogische Funktionen, vor allem im Nachwuchsbereich, wo sie als Bezugspersonen und Impulsgeber wirken. Ihre tägliche Arbeit ist zentral für die nachhaltige Entwicklung des Sports und die faire Förderung junger Menschen.
Auszeichnung als Motivation für die Basis
Die öffentliche Anerkennung von Trainerleistungen durch Preise wie den „Trainer des Jahres“ trägt dazu bei, das image von Trainern nachhaltig zu verbessern. Solche Auszeichnungen stärken nicht nur das Ansehen in der Öffentlichkeit, sondern motivieren auch Trainer im Ehrenamt und Profibereich gleichermaßen. Sie setzen Zeichen dafür, dass Trainerarbeit wertgeschätzt wird – eine wichtige Impulsgeberin in Zeiten, in denen freiwilliges Engagement mitunter unter erschwerten Bedingungen stattfindet.
Einige der zentralen Herausforderungen in der Trainertätigkeit auf einen Blick:
- Nachwuchssorgen: Weniger junge Menschen entscheiden sich heute für das Ehrenamt als Trainer.
- Finanzielle Rahmenbedingungen: Oft fehlen angemessene Mittel und Unterstützung.
- Gesellschaftliche Anerkennung: Noch immer wird Trainerarbeit differenziert gesehen und nicht immer als gleichwertig mit den Leistungen der Athlet:innen bewertet.
Die zunehmende Sichtbarkeit der Trainerrolle durch Auszeichnungen wirkt dem entgegen und stärkt die Wertschätzung in allen Sportbereichen. So wird deutlich: Trainerleistung betrifft nicht nur den Sport, sondern hat auch eine weitreichende gesellschaftliche Bedeutung.
Quelle: Der Deutsche Olympische Sportbund
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