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Humanarzneimittel bei Haustieren: Gefahren der Eigenmedikation, das Tierarzneimittelgesetz und wie Tierhalter Tiergesundheit richtig schützen

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) warnt davor, Haustiere mit Humanarzneimitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol zu behandeln, da deren Stoffwechsel Wirkstoffe anders abbaut und schwere Organschäden drohen. Das seit 2022 geltende Tierarzneimittelgesetz unterscheidet klar zwischen human- und veterinärmedizinischer Zulassung und verpflichtet Tierbesitzer, ausschließlich geprüfte Tierarzneimittel einzusetzen. Eine fachkundige Beratung durch den Tierarzt ist unverzichtbar, um Gesundheitsrisiken bei Haustieren zu vermeiden.

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– Unsachgemäße Humanarzneimittelgabe an Haustiere kann Organschäden und schwere Nebenwirkungen hervorrufen
– Seit 2022 verbietet das Tierarzneimittelgesetz die Anwendung nicht speziell getesteter Humanmedikamente
– Tierhalter sollen ausschließlich zugelassene Tierarzneimittel verwenden und fachkundigen Tierarzt zu Rate ziehen

Risiken durch Humanarzneimittel bei Haustieren: Eine unterschätzte Gefahr

Eine kürzlich veröffentlichte Empfehlung des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) wirft Licht auf ein häufig unterschätztes Risiko im Umgang mit der Gesundheit unserer Haustiere: den unsachgemäßen Einsatz von Humanarzneimitteln.* In Deutschland, wo fast jeder zweite Haushalt Tiere beherbergt, gehört die Verabreichung von „Menschenmedikamenten“ an Haustiere durchaus nicht zur Seltenheit.* Doch die Folgen können gravierend sein, denn Medikamente, die für Menschen entwickelt wurden, sind nicht ohne Weiteres für Tiere geeignet.*

Prof. Dr. Jens Peters, Geschäftsfeldleiter Tierarzneimittel beim BPI, warnt eindringlich vor solchen Eigenmedikationen: „Was Herrchen oder Frauchen hilft, kann dem Haustier schaden.“ Ein zentrales Problem liegt im unterschiedlichen Stoffwechsel der Tiere. So mangelt es insbesondere bei Katzen an bestimmten enzymatischen Fähigkeiten, die für die Verarbeitung gängiger Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Paracetamol notwendig sind.* Das kann nicht nur zu Magen-Darm-Problemen führen, sondern auch Nieren und Leber dauerhaft schädigen.*

Diese Erkenntnisse unterstreichen, wie essenziell es ist, sich bei Gesundheitsfragen des Haustiers ausschließlich auf fachkundige Beratung durch Tierärzte zu verlassen.* Seit 2022 ist in Deutschland zudem ein spezielles Tierarzneimittelgesetz in Kraft, das eine klare Trennlinie zwischen der Abgabe von Medikamenten für Menschen und für Tiere zieht.* Vor diesem Hintergrund ist die Pharmaindustrie gefordert, durch vielfältige Studien die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Tierarzneimittel zu belegen.*

Tierhalter sind gut beraten, bei der Anwendung genau auf die Zulassung und die Packungsbeilage zu achten.* Besonders wichtig ist die Vorsicht bei Produkten, die für verschiedene Tierarten unterschiedliche Wirkungen zeigen oder gar gefährlich sein können.* Ein vertrauenswürdiger Rat aus dem Internet ersetzt in keinem Fall den Besuch beim Tierarzt.*

Warum Tiermedizin keine Frage des Bauchgefühls ist

Die Behandlung von Tieren mit Arzneimitteln erfordert mehr als nur Erfahrung oder einfaches Bauchgefühl. Der Umgang mit Tierarzneimitteln ist gesetzlich genau geregelt, um die Gesundheit von Tieren und damit auch den Schutz der Menschen zu gewährleisten. Dennoch ist der Missbrauch von Humanpräparaten bei Tieren weit verbreitet. Viele Tierhalter greifen zur Eigenmedikation, oft ohne ausreichend Wissen über die Dosierung, mögliche Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen. Dabei birgt diese Praxis erhebliche Risiken – sowohl für das Tierwohl als auch für die öffentliche Gesundheit. Das Tierarzneimittelgesetz stellt klare rechtliche Hürden auf, die den Einsatz von Arzneimitteln beim Tier regulieren. Es dient als wichtiger Schutzmechanismus gegen unkontrollierten und fehlerhaften Einsatz.

Neue Herausforderungen für Tierhalter

Die Zahl der Haustiere steigt, und damit auch das Interesse an deren Gesundheit. Tierhalter stehen vor immer komplexeren Anforderungen: Sie müssen sich zwischen eigenständiger Versorgung und professioneller tierärztlicher Betreuung entscheiden. Dabei wächst der Anspruch an fundierte Informationen und sichere Behandlungsmöglichkeiten. Nicht zuletzt zeigen internationale Vergleiche, dass der Fokus auf Tiergesundheit weltweit zunimmt. Das verdeutlicht, wie wichtig es ist, Beschwerden und Erkrankungen bei Tieren ernst zu nehmen und fachgerecht behandeln zu lassen. Denn Gesundheit bei Tieren ist längst auch ein Thema für Gesellschaft und Wirtschaft.

Digitale Informationsflut: Chancen und Risiken

Die Digitalisierung eröffnet neue Wege, tiermedizinisches Wissen zugänglich zu machen. Telemedizin und digitale Informationsangebote bieten Tierhaltern die Möglichkeit, schneller und gezielter auf qualifizierte Beratung zuzugreifen. Gleichzeitig führt die digitale Informationsflut zu einer Herausforderung: Verlässliche von fragwürdigen Inhalten zu unterscheiden ist nicht immer leicht. Das kann dazu verleiten, eigenständig unsichere Therapien auszuprobieren. Die Tiermedizin steht deshalb vor einem Wandel, bei dem Digitalisierung nicht nur als Technologiefaktor, sondern als Chance zur Stärkung des verantwortungsvollen Umgangs mit Tierarzneimitteln verstanden werden muss.

Der gesellschaftliche Wert von Tiermedizin wächst mit dem Bewusstsein, dass Tiergesundheit komplexe medizinische Fachkompetenz erfordert und nicht dem Zufall überlassen werden darf. In einer sich wandelnden Gesellschaft gewinnt die Tiermedizin daher als eigenständiges und unverzichtbares Fachgebiet deutlich an Bedeutung.


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Tiergesundheit: Auf die richtigen Arzneimittel kommt es an

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