Personalabbau im Wohnungsbau verhindern: weiter auf Talfahrt

Schwächelnder Wohnungsbau und steigende Herausforderungen: Die aktuellen Konjunkturdaten des Statistischen Bundesamtes geben Anlass zur Sorge für die deutsche Baubranche. Laut Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, bleibt der Wohnungsbau ein Problemkind mit einem Rückgang der Aufträge um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gründe dafür sind vielfältig, von Inflation über hohe Finanzierungskosten bis hin zu fehlenden Baugenehmigungen. Während der Tiefbau eine positive Entwicklung verzeichnet, steuert der Wohnungsbau auf eine Krise zu, die sich negativ auf den Arbeitsmarkt und die Wohnungsnot auswirken könnte. Um diesen Trend zu stoppen, sind dringend temporäre Entlastungen für den privaten Wohnungsbau und Unterstützung durch den Bund und die Länder erforderlich. Diese und weitere alarmierende Informationen präsentiert der folgende Artikel, der einen Überblick über die aktuellen Konjunkturdaten und ihre Auswirkungen auf die Bauwirtschaft gibt.

Bremen (VBR). Bauwirtschaft in Deutschland: Wohnungsbau weiterhin rückläufig, Tiefbau hingegen im Aufwind

Berlin, 25. Januar 2024 – Die aktuellen Konjunkturdaten des Statistischen Bundesamtes für das Bauhauptgewerbe in Betrieben mit 20 oder mehr Beschäftigten werfen ein Licht auf die anhaltenden Herausforderungen in der deutschen Bauwirtschaft. Hierbei bleiben die Trends in den verschiedenen Bausparten weiterhin gespalten. Insbesondere der Wohnungsbau bereitet der Branche nach wie vor Sorgen: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Aufträge real um 7 Prozent eingebrochen. Bereits seit 19 Monaten befindet sich der Wohnungsbau im Rückwärtsgang und bis November letzten Jahres fehlten bereits über 83.000 Baugenehmigungen für Wohneinheiten im Vergleich zum Vorjahr – ein Rückgang von rund 26 Prozent. Die Inflation und hohe Finanzierungskosten treffen potenzielle Häuslebauer besonders hart, was zu einem Rückgang der Genehmigungen für Einfamilienhäuser um 40 Prozent und für Zweifamilienhäuser um 50 Prozent führt.

Allerdings gibt es einen Lichtblick: In der Haushaltsplanung für 2024 wurden zusätzliche Fördermittel für den Mehrfamilienhausbau eingestellt. Dies stellt eine positive Entwicklung dar. Dennoch sind die Impulse für potenzielle Eigenheimbauer, die den Wohnungsneubau dominieren, weiterhin zu schwach. Dies führt zu erheblichen Herausforderungen für die Bauunternehmen, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben, da die Auftragspolster für das Jahr 2024 zu gering sind. Es besteht die reale Gefahr, dass Beschäftigte verloren gehen. Die Auftragslage im Wohnungsbau liegt nominal 15 Prozent und real über 21 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

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Im Gegensatz dazu verzeichnet der Tiefbau, insbesondere der gewerbliche Tiefbau, einen positiven Trend. Hier stiegen die Aufträge im Jahresverlauf im Vergleich zum Vorjahr nominal um etwa 27 Prozent. Treiber dieser Entwicklung sind der Ausbau der Stromtrassen, die Umsetzung großer ÖPNV-Projekte und der Schienenbau der Deutschen Bahn.

Insgesamt bewegt sich die Bauwirtschaft weiterhin im Spannungsfeld zwischen der Suche nach Fachkräften einerseits und einem drohenden Kapazitätsabbau andererseits. Besonders schwerwiegend sind die negativen Auswirkungen im Wohnungsbau. Wenn sich dieser negative Trend fortsetzt und es zu Personalabbau oder Insolvenzen kommt, wird die angespannte Wohnsituation langfristig nicht gelöst werden können. Daher ist dringend eine temporäre Entlastung für den privaten Wohnungsbau erforderlich. Der Bund sollte hier mit Förderkonzepten auf EH 55-Niveau helfen. Die Länder werden dazu aufgefordert, die Grunderwerbsteuer zu senken. Nur wenn es gelingt, die Beschäftigten in der Branche zu halten, können langfristig die benötigten mindestens 400.000 Wohnungen pro Jahr gebaut werden.

Der Umsatz im Bauhauptgewerbe erreichte bis November 101,4 Milliarden Euro, ein nominales Plus von gut 4 Prozent. Bereinigt um die Inflation ergibt sich jedoch ein Rückgang von gut 3 Prozent. Im Wohnungsbau wurden knapp 24 Milliarden Euro umgesetzt, ein nominaler Rückgang von 4 Prozent und real um gut 10 Prozent. Die Preisentwicklung für Bauleistungen hat im Jahresverlauf deutlich nachgegeben, liegt aber im November immer noch bei 2 Prozent und kumulativ bei knapp 8 Prozent.

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Pressekontakt:
Iris Rabe
Leiterin Abteilung Kommunikation und Presse
Zentralverband Deutsches Baugewerbe
Kronenstr. 55-58
10117 Berlin
Telefon 030-20314-409, Fax 030-20314-420
E-Mail: rabe@zdb.de

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