Wohnungsbau in Deutschland: Anhaltender Rückgang und dringender Reformbedarf
Die Wohnungsbaubranche in Deutschland steckt weiterhin in einer ernsten Krise. Im November 2023 verzeichneten die Bauunternehmen erneut einen realen Auftragsrückgang von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für die ersten elf Monate des Jahres 2023 lag das reale Minus sogar bei dramatischen 21,2 Prozent. Damit erlebt die Branche bereits den zwanzigsten Monat in Folge mit rückläufigen Konjunkturindikatoren. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, kommentiert diese Entwicklung deutlich: „Das ist nicht nur für die Bauunternehmen, sondern auch für Menschen, die dringend nach einer Wohnung suchen, beunruhigend.“
Neben den Auftragszahlen sanken im November auch die Umsätze deutlich. „Auch der Umsatz verzeichnet im November den zwanzigsten Monatsrückgang in Folge mit einem Minus von 11,8 Prozent für den Wohnungsbau und einem Minus von 10,5 Prozent für den Zeitraum von Januar bis November,“ betont Müller. Ein weiteres Alarmzeichen ist, dass das Bauhauptgewerbe sich nicht mehr durch Großprojekte in anderen Bereichen stabilisieren kann: Die gesamte Bauwirtschaft musste einen realen Auftragsrückgang von 2,7 Prozent zum Vormonat und 7,4 Prozent zum Vorjahresmonat hinnehmen. Der Umsatz sank branchenweit in den ersten elf Monaten des Jahres um 3,2 Prozent.
Trotz dieser angespannten Lage zeigt sich Müller vorsichtig optimistisch bezüglich neuer Förderansätze, mahnt aber zugleich: „Es reicht nicht, nur mehr Geld bereitzustellen. Es müssen auch Strukturen verändert werden.“ Für eine nachhaltige Wende fordert er klar: „Bund und Länder dürfen deshalb nicht nachlassen und müssen Maßnahmen ergreifen, um die 16 Landesbauordnungen zu vereinheitlichen, den digitalen Bauantrag einzuführen und bundesweit einheitliche, digitale Verwaltungsprozesse zu etablieren.“ Das Ziel dieser reformorientierten Vorschläge macht Müller deutlich: „Nur wenn alle Verantwortlichen an einem Strang ziehen, kann bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden und der gesellschaftliche Zusammenhalt gefördert werden.“
Diese Zahlen und Statements zeichnen ein eindringliches Bild: Die deutsche Wohnungsbauindustrie steht vor einer anhaltenden Durststrecke, deren Überwindung nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch umfassende strukturelle Reformen erfordert.
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20 Monate Order- und Umsatzminus im Wohnungsbau
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