Ökonomen befürworten Agrardiesel-Abbau

"Fachleute unterstützen Kurs der Ampel-Koalition beim Abbau von Agrardiesel-Subventionen"

Bremen (VBR). Experten unterstützen den Kurs der Ampel-Koalition beim Abbau der Subventionierung von Agrardiesel, wie bei einer Anhörung deutlich wurde. Der Vertreter des Bauernverbandes sowie ein Betriebswirtschaftsprofessor äußerten sich jedoch kritisch zu diesem Vorhaben. Laut Alfons Balmann vom Leibnitz-Institut für Agrarentwicklung dürften die Landwirte durch das Ende der Diesel-Subvention nicht in existenzielle Schwierigkeiten geraten. Bisher hätten vor allem große Betriebe von dieser Vergünstigung profitiert.

Bernhard Brümmer von der Universität Göttingen lobte dagegen, dass die Subventionskürzung schrittweise erfolgen solle und nicht abrupt und kurzfristig umgesetzt werde. Aus Sicht des Ökonomen Berthold Wigger sprechen verschiedene Gründe gegen das Privileg für Landwirte beim Dieselantrieb, unter anderem fehle eine CO2-Bepreisung in der Landwirtschaft.

Friedrich Heinemann vom ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung wies darauf hin, dass höhere Treibstoffpreise sehr wohl zu einem geringeren Verbrauch führen könnten und verwies auf Vorschläge zur Einsparung von Diesel seitens landwirtschaftlicher Verbände.

Heinemann betonte zudem, dass Subventionen in der Landwirtschaft auch dazu führten, dass die Pachtpreise stiegen. Dies wurde jedoch vom Vertreter des Deutschen Bauernverbandes bestritten.

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Ludwig Theuvsen von der Universität Göttingen argumentierte dafür, dass das Agrardiesel-Privileg nur dann klimaschädlich sei, wenn es Alternativen zum Dieselantrieb gebe. Er warnte davor, negative Anreize für junge Landwirte zu setzen und betonte den Druck der Transportbranche auf die Motorenhersteller.

Die Bundesregierung hat nach Angaben des Bauernverbandes bereits 900 Millionen Euro von den Bauern genommen. Der Verband argumentierte zudem, dass eine Umstellung auf E-Mobilität in der Landwirtschaft nicht möglich sei.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft warnte vor Verlagerungseffekten infolge höherer Steuern in der Luftfahrt, aber Ökonom Wigger sieht keine starken negativen Auswirkungen auf den deutschen Luftverkehr.

Das Forum Ökologische-Soziale Marktwirtschaft machte weitere Vorschläge zur Reduzierung klimaschädlicher Subventionen wie eine Erhöhung der Pauschalbesteuerung von Dienstwagen mit Verbrennungsmotor und unterschiedliche Steuersätze für tierische und pflanzliche Produkte.


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Deutscher Bundestag – Agrardiesel: Ökonomen stützen Ampel-Kurs

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