– Emissionsdaten 2023 zeigen dringenden Handlungsbedarf im Gebäudesektor für Klimaziele
– Ganzheitlicher Lebenszyklusansatz und vermehrter Holzbau senken CO2-Emissionen bis zu 56 Prozent
– Appell für politische Fördermaßnahmen zur Stärkung klimafreundlichen Holzbaus in Deutschland
Gebäudesektor im Fokus: Holzbau als Schlüssel für Klimaschutz
Am 15. März 2024 rückte das Umweltbundesamt die besondere Rolle des Gebäudesektors beim Klimaschutz in den Mittelpunkt. Die veröffentlichten Emissionsdaten für das Jahr 2023 machen deutlich, dass im Gebäudesektor dringender Handlungsbedarf besteht. Wie es heißt: „Die wiederholte Verfehlung der Einsparvorgaben, insbesondere im Gebäudesektor, zeigt, dass es an der Zeit ist, eine Bauwende ernsthaft in Betracht zu ziehen.“ Für das Erreichen der Klimaziele sei ein umfassender Blick auf den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden entscheidend. Dabei kommt dem Einsatz von Holz eine zentrale Bedeutung zu, denn „Holz als nachwachsender Rohstoff bietet durch seine CO2-speichernden Eigenschaften erhebliche Potenziale für den Klimaschutz.“
DeSH-Präsident Dr. Stephan Lang unterstreicht das Potenzial des Holzbaus: „Eine vermehrte Nutzung von Holz im Bauwesen, darunter sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen und Nachverdichtungen, kann zu signifikanten CO2-Einsparungen führen – und zwar bis zu 56 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen.“ Diese Zahlen verdeutlichen, wie effektiv ein verstärkter Einsatz von Holz den ökologischen Fußabdruck des Gebäudesektors reduzieren kann. Um eine solche Bauwende erfolgreich umzusetzen, betont Dr. Lang die Notwendigkeit politischer Unterstützung und gezielter Maßnahmen: „Die Bundesregierung hat mit einer Holzbauinitiative bereits einen positiven Schritt in diese Richtung unternommen, aber es bedarf weiterer Investitionsanreize und zielgerichteter Fördermaßnahmen.“ Ziel ist es, klimafreundlichen Wohnraum zu schaffen und die Klimaziele zu erreichen.
Die Deutsche Säge- und Holzindustrie, mit mehr als 400 Unternehmen vertreten, sieht sich als wichtigen Akteur für eine nachhaltige und wertschöpfende Holznutzung, die wesentlich zum Umwelt- und Klimaschutz beiträgt.
Vom „schwarzen Schaf“ zum Vorreiter: Wie der Holzbau Deutschland verändern kann
Der Gebäudesektor zählt zu den größten Quellen von Treibhausgasemissionen in Deutschland. Hauptursache sind vor allem die energieintensive Herstellung und der Einsatz konventioneller Baustoffe wie Beton und Stahl, die immense Mengen CO₂ freisetzen. Hier setzt der Holzbau als klimafreundliche Alternative an: Holz bindet während seines Wachstums CO₂ und kann als Baustoff dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck von Gebäuden deutlich zu reduzieren. Doch der Wandel hin zu einer nachhaltigen Bauweise ist komplex und hängt sowohl von politischen Rahmenbedingungen als auch gesellschaftlicher Akzeptanz ab.
Die Chancen des Holzbaus liegen in seiner Fähigkeit, Ressourceneffizienz und Klimaschutz miteinander zu verbinden. Holzbauten bieten nicht nur gute Dämmwerte, sondern können auch schneller errichtet werden als herkömmliche Gebäude, was Bauzeiten und -kosten senkt. Gleichzeitig bringt die Holzindustrie neue Impulse für die Wirtschaft, schafft Arbeitsplätze und fördert Innovationen im Bereich nachhaltiger Materialien und Holzverwertung. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass Holz nicht grenzenlos verfügbar ist und sein Einsatz mit der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder Hand in Hand gehen muss.
Politisch steht der Holzbau vor unterschiedlichen Herausforderungen. Die Bauordnung und Normen sind vielfach noch auf traditionelle Baustoffe ausgerichtet, was Innovationen hemmt. Auch Genehmigungsverfahren und Förderrichtlinien müssen angepasst werden, um den Holzbau attraktiver zu machen. Gesellschaftlich gilt es, Vorurteile gegenüber Holzbauten als weniger stabil oder langlebig abzubauen und die vielfältigen Vorteile bewusster wahrzunehmen. Gerade in urbanen Zentren wachsen die Initiativen, Holz als bevorzugten Baustoff zu etablieren.
Zentrale Herausforderungen und Vorteile des Holzbaus im Überblick:
- Reduzierung von CO₂-Emissionen durch bindende Wirkung von Holz und geringere Herstellungsenergie
- Schnellere und kosteneffizientere Bauprozesse dank vorgefertigter Holzbauelemente
- Nachhaltige Waldwirtschaft als Voraussetzung für dauerhaften Holz-Nachschub
- Anpassung rechtlicher Rahmenbedingungen zur Förderung von Holzgebäuden
- Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz durch Aufklärung und erfolgreiche Pilotprojekte
Vergleichbare Entwicklungen in anderen Ländern zeigen, dass eine Kombination aus klaren politischen Anreizen, innovativer Forschung und regionaler Wertschöpfung den Holzbau als wichtigen Baustein für den Klimaschutz etablieren kann. In Deutschland eröffnen sich hier neue Perspektiven, die den Holzbau vom einstigen „schwarzen Schaf“ zum Wegbereiter einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Baukultur machen.
Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Gebäudesektor schwarzes Schaf beim Klimaschutz
Original-Content übermittelt durch news aktuell.
Weitere Nachrichten aus der Verbands- und Vereinswelt finden Sie in unserem Newsportal.