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Burnout darf nicht als Berufsrisiko abgetan werden – Handlungsbedarf für Arbeitgeber

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz nehmen zu - eine aktuelle Umfrage belegt die alarmierenden Zahlen. 90 Prozent der Beschäftigten leiden unter Zeitdruck, der zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen kann. Doch Maßnahmen zur Prävention sind selten wirksam. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Gesundheit der Arbeitnehmer zu schützen und Überlastungen abzubauen. Lesen Sie weiter, um mehr über diese beunruhigende Entwicklung zu erfahren und warum die betriebliche Prävention dringend verbessert werden muss.

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Presse /news Verbandsnachrichten

Bremen (VBR). Die aktuellen Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit zeigen deutlich, dass psychische Belastungen in der Arbeitswelt weit verbreitet und auf dem Vormarsch sind. Laut der Umfrage berichten 90 Prozent der Beschäftigten von Zeitdruck während der Arbeit, was zu stetiger Arbeitshetze und Arbeitsverdichtung führt. Diese Belastungen haben ernsthafte gesundheitliche Folgen für Körper und Psyche, wie ein erhöhtes Risiko für Burnout, depressive Störungen und Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems.

Es besteht ein dringender Handlungsbedarf, um die Belastungen, die durch die Arbeit entstehen, effektiv abzubauen. Doch die Ergebnisse des DGB-Index zeigen, dass körperliche und psychische Belastungen oft nicht ernst genug genommen werden und die betriebliche Prävention zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.

Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, betont die Notwendigkeit einer Veränderung: “Die psychischen Belastungen nehmen zu. Beschäftigte bezahlen Arbeitshetze und Arbeitsdichte mit massiven gesundheitlichen Folgen für Körper und Psyche”, so Urban. Es dürfe nicht hingenommen werden, dass Burnout als Berufsrisiko abgetan wird. Er fordert eine wirksame Prävention und sanktionierbare Regeln im Bereich der psychischen Belastungen, wie beispielsweise eine Anti-Stress-Verordnung, um ein Ausbrennen der Beschäftigten zu verhindern.

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Die repräsentative DGB-Umfrage zeigt anschaulich, wie weit verbreitet sowohl körperliche als auch psychische Belastungen in der heutigen Arbeitswelt sind. Die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind gleichzeitig verschiedenen Belastungen ausgesetzt, wie körperlich schwere Arbeit, Lärm, Arbeiten unter Zeitdruck und Konflikte mit Kunden. Besonders drastisch sind die psychischen Belastungen, denen die Beschäftigten ausgesetzt sind. Nahezu jeder Beschäftigte (90 Prozent) fühlt sich bei der Arbeit gehetzt, doch diese Belastungssituation wird oft nicht ernst genug genommen.

Die Umfrage zeigt zudem, dass die getroffenen Maßnahmen zur Reduzierung der Belastungen oft nicht wirksam sind. Lediglich 14 Prozent der Beschäftigten mit Zeitdruck berichten von wirksamen Maßnahmen betrieblicher Verhältnisprävention. Auch Maßnahmen, die auf den einzelnen Beschäftigten abzielen, wie verhaltenspräventive Maßnahmen, bringen oft keine Entlastung. Nur 3 Prozent der Befragten haben wirksame verhaltenspräventive Maßnahmen von ihrem Arbeitgeber erhalten.

Es besteht also dringender Handlungsbedarf, um stressreduzierende Maßnahmen zu ergreifen. Eine beteiligungsorientierte Betriebskultur, bei der die Beschäftigten in die Entwicklung präventiver Maßnahmen einbezogen werden, hat sich als besonders wirksam erwiesen. Zudem ist die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung, zu der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet sind, von zentraler Bedeutung für eine wirksame betriebliche Prävention. Doch leider berichtet nur ein knappes Fünftel der Befragten von einer vollständigen Gefährdungsbeurteilung.

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Es ist dringend erforderlich, klare und sanktionierbare Vorgaben für den Schutz der Gesundheit der Beschäftigten zu schaffen. Eine Anti-Stress-Verordnung und eine verstärkte Beteiligung der Beschäftigten am betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz sind notwendig, um die Belastungen in der Arbeitswelt effektiv abzubauen. Denn die aktuellen Ergebnisse des DGB-Index machen deutlich, dass beim Schutz der Gesundheit der Beschäftigten große Leerstellen bestehen, insbesondere im Bereich der psychischen Belastungen.

Quelle: DGB-Index Gute Arbeit Umfrage

Keywords: DGB-Index Gute Arbeit, psychische Belastungen, Zeitdruck, Arbeitsverdichtung, Burnout, Betriebliche Prävention, IG Metall, Anti-Stress-Verordnung, Arbeitshetze, Arbeitsdichte, Gesundheit der Beschäftigten, Belastungssituation, Verhältnisprävention, Verhaltensprävention, Gefährdungsbeurteilung, Beschäftigtenbeteiligung

Quelle: „Burnout darf nicht als Berufsrisiko abgetan werden.“

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10 Responses

    1. Lieber Kommentarautor, es ist bedauerlich, dass du so herablassend über das ernste Thema Burnout sprichst. Es ist wichtig, dass wir Empathie und Verständnis für diejenigen zeigen, die unter dieser Belastung leiden. Eine unterstützende Haltung könnte für alle Beteiligten von Vorteil sein.

    1. Typisch, immer diese Leute, die denken, dass Arbeit alles ist. Burnout ist eine ernste Angelegenheit und sollte nicht einfach abgetan werden. Vielleicht solltest du dich informieren, bevor du solch ignoranten Kram verbreitest.

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