– VdK lehnt deutlich höhere Arzneimittelzuzahlungen und Wiedereinführung der Arztgebühr ab.
– Chronisch Erkrankte und Ältere würden bis zu 100 Euro Monatskosten allein für Medikamente tragen.
– Arbeitgeberverbände missachten solidarisches Prinzip gesetzlicher Krankenversicherung mit untragbaren Strafzahlungen für Kranke.
VdK lehnt höhere Zuzahlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung strikt ab
Der Sozialverband VdK hat die jüngsten Vorschläge zur Erhöhung von Zuzahlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung und zur Wiedereinführung der Arztgebühr klar abgelehnt. VdK-Präsidentin Verena Bentele kritisiert die Pläne scharf und warnt vor erheblichen finanziellen Belastungen für kranke Menschen. Sie betont, dass die gesetzliche Krankenversicherung auf dem Prinzip der Solidarität basiert: „Die gesetzliche Krankenversicherung ist eine solidarische Versicherung. Solidarität bedeutet, dass man füreinander eintritt, und zwar insbesondere dann, wenn jemand krank oder auf Hilfe angewiesen ist.“
Bentele wirft den Arbeitgeberverbänden vor, mit den vorgeschlagenen Maßnahmen Menschen zu bestrafen, die krank sind: „Wer krank ist, soll nach den Vorschlägen der Arbeitgeberverbände und Gesundheitsökonomen finanziell bestraft werden. Wer einen solchen Vorschlag macht, sollte sich schämen.“ Die geplanten Zuzahlungen würden für viele Versicherte eine untragbare Belastung darstellen, insbesondere für ältere Menschen und chronisch Kranke. So müssten Personen, die fünf Arzneimittel einnehmen, bis zu 100 Euro im Monat allein für Medikamente bezahlen, eine Summe, die in vielen Haushalten nicht ohne weiteres aufzubringen ist.
Die VdK-Präsidentin bewertet die Debatte zudem als strategische Ablenkung: „Diese Vorschläge sind eine typische Sommerloch-Debatte, mit der Arbeitgeberverbände versuchen, sich ihrer Verantwortung zu entziehen.“ Dabei sei die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von zentraler Bedeutung für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Statt höhere Zuzahlungen einzuführen, müsse der Fokus darauf liegen, Beschwerden vorzubeugen und die Versorgung bezahlbar zu halten.
Mit ihrem klaren Nein zu höheren Zuzahlungen stellt der VdK eine soziale und solidarische Position in der aktuellen Diskussion um die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung heraus. Die Forderungen riskieren, das bewährte Prinzip der Solidarität zu untergraben und vulnerable Gruppen finanziell zu überfordern.
Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des Sozialverbands VdK Deutschland.




