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ZDB fordert Losgrundsatz für faire Bau-Aufträge der Bundeswehr

Angesichts sicherheitspolitischer Herausforderungen will die Bundesregierung die Vergabe von Bauaufträgen für die Bundeswehr drastisch beschleunigen – doch das deutsche Baugewerbe schlägt Alarm. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe warnt, dass pauschale Ausnahmen vom bewährten Losprinzip kleine und mittelständische Unternehmen massiv benachteiligen könnten. Nun steht die Frage im Raum: Wie kann Deutschland schneller handeln, ohne den Mittelstand aufs Abstellgleis zu schieben?

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Bundeswehr-Bauaufträge: Mittelstand warnt vor Ausschluss durch geplantes Gesetz

Die Debatte um eine schnellere Ausstattung der Bundeswehr beschäftigt aktuell Politik, Wirtschaft – und besonders das Handwerk. Das Deutsche Baugewerbe bringt sich mit klaren Worten in die Diskussion ein. „Sicherheitspolitische Herausforderungen erfordern entschlossenes Handeln. Doch der Mittelstand darf dabei nicht unter die Räder geraten“, warnt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).

Im Zentrum der Kritik steht ein Gesetzentwurf, der die Vergaberegeln für Bundeswehrprojekte stark verändern könnte. Er sieht vor, den sogenannten Losgrundsatz weitestgehend auszusetzen – und das nicht nur für militärische Beschaffung wie Panzer oder Kommunikationssysteme, sondern auch für alle Bauaufträge an Kasernen, Verwaltungsgebäuden oder andere Nicht-Militärvorhaben. Bisher verpflichtet das Prinzip die öffentliche Hand, große Aufträge in kleinere, eigenständig ausführbare Lose aufzuteilen. Ziel ist es, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Zugang zu öffentlichen Bauaufträgen zu sichern.

Die Aussetzung des Losgrundsatzes und eine gebündelte Vergabe sind für militärische Beschaffung nachvollziehbar – etwa bei Ausrüstung, Technik oder Systemen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit. Doch Bauprojekte, Liegenschaften und andere nicht-militärische Vorhaben dürfen nicht unter pauschale Ausnahmen fallen“, betont Pakleppa (Zitat-Quelle: Pressemitteilung). Er verweist damit auf die große Bedeutung regionaler Betriebe, die überwiegend mittelständisch geprägt sind.

Tatsächlich sind 99 Prozent aller deutschen Baufirmen mittelständisch organisiert und beschäftigen weniger als 100 Mitarbeiter – ein Rückgrat nicht nur wirtschaftlicher Stabilität, sondern auch sozialer Strukturen in Regionen. Viele dieser Unternehmen setzen seit Jahren Bundeswehrprojekte vor Ort um. „Unsere Betriebe sind regional verwurzelt und stehen bereit, Bauvorhaben der Bundeswehr effizient umzusetzen. Wer diese Kompetenz vom Markt ausschließt, vergibt nicht nur wirtschaftliche Chancen, sondern auch gesellschaftliches Vertrauen“, so Pakleppa weiter (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).

Der Losgrundsatz ist im deutschen Vergaberecht tief verankert. Durch die Aufteilung großer Aufträge entsteht Wettbewerb, kleinere Unternehmen erhalten Zugang und es wird eine regionale Wertschöpfung sichergestellt. Fallen diese Schranken, könnten künftig nur noch große Konzerne zum Zuge kommen – mit Risiken für die Vielfalt am Markt, die Qualität der Arbeit und die Zukunft hunderter Betriebe in kleinen Städten und auf dem Land.

Das deutsche Baugewerbe macht konkrete Vorschläge: Die Ausnahme von der Losvergabe solle ausschließlich auf militärische Beschaffung begrenzt werden. Außerdem fordert der Verband die Streichung des § 8 Abs. 2 im Gesetzentwurf, mittelstandsgerechte Vergabeverfahren inklusive fairer Eignungskriterien und frühzeitige Einbindung der regionalen Betriebe. Für freihändige Vergaben solle die Obergrenze bei 500.000 Euro, für Direktaufträge bei 100.000 Euro liegen.

Die Kritik richtet sich auch gegen die Annahme, dass weniger Wettbewerb zu mehr Geschwindigkeit führt. „Vermeintliche Schnelligkeit darf nicht auf Kosten von Wettbewerb und fairer Beteiligung gehen.“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung) Gerade in der öffentlichen Vergabe hat sich bewährt, dass viele kleine Akteure mitgestalten – das fördert nicht nur die Innovationskraft und sichert Arbeitsplätze, sondern schützt auch vor Monopolbildung und Abhängigkeit von wenigen Großanbietern.

Hintergrund: Der aktuelle Gesetzentwurf sieht weitreichende Ausnahmen beim Losgrundsatz vor – mit dem Ziel, Rüstungs- und Infrastrukturprojekte der Bundeswehr zu beschleunigen. Doch: Schon heute gibt es Regelungen, die flexible Vergaben ermöglichen – ohne den Wettbewerb zu beschränken. Eine völlige Streichung der bewährten Praxis wäre ein Bruch mit dem bisherigen Vergaberecht und könnte die Position des Mittelstands erheblich schwächen.

Die Debatte betrifft das gesamte Bauhandwerk und ist von grundlegender Bedeutung: Wie gelingt die Balance zwischen Sicherheit, Tempo und Teilhabe? Der Streit um den Losgrundsatz zeigt, wie tiefgreifend aktuelle Entwicklungen die Wirtschaft, die Gesellschaft und regionale Strukturen verändern können. Gerade deshalb ist ein faires, offenes Verfahren für alle Beteiligten wichtiger denn je.


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Mittelstand nicht abhängen: ZDB fordert faire Vergabe bei Bundeswehr-Bauten

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Bedeutung des Losgrundsatzes für den Mittelstand im Baugewerbe: Aktuelle Entwicklungen und Ausblick

Die aktuelle Diskussion um die Aussetzung des Losgrundsatzes im Rahmen von Bundeswehr-Bauvorhaben rückt ein zentrales Thema des Vergaberechts in den Fokus: die Chancengleichheit für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im deutschen Baugewerbe. Branchenexperten betonen, dass insbesondere regionale Bauunternehmen durch die bewährte Praxis der Aufteilung großer Aufträge in kleinere Lose maßgeblich profitieren. Ein Blick auf die Hintergründe und die Entwicklung in anderen EU-Mitgliedstaaten zeigt, dass der Verlust solcher Grundsätze regelmäßig zu einer Monopolisierung und Konzentration auf wenige große Anbieter führt – mit negativen Folgen für Wettbewerb, Innovation und Wirtschaftskraft im ländlichen Raum.

Vergleichbare Reformen in den letzten Jahren, etwa bei Infrastrukturprojekten in anderen europäischen Ländern, haben die Bedeutung fairer Vergabeverfahren für nachhaltige regionale Wertschöpfung unterstrichen. In Deutschland machen KMU rund 99 Prozent der Bauwirtschaft aus – eine herausragende Zahl, die zeigt, wie stark der Wettbewerb durch eine pauschale Ausnahme eingeschränkt werden könnte. Auch das Vertrauen von Unternehmen und Öffentlichkeit in die Verfahren der öffentlichen Auftragsvergabe steht auf dem Spiel.

Mit Blick auf die prognostizierte Entwicklung des öffentlichen Beschaffungsmarkts und die Herausforderungen des Fachkräftemangels im Bausektor gewinnt ein wirtschaftlich ausgewogener und mittelstandsgerechter Zugang zu öffentlichen Aufträgen weiter an Bedeutung. Experten erwarten, dass ohne gezielte Maßnahmen zur Einbindung kleiner und mittlerer Unternehmen das Preisniveau steigen und die regionale Baukompetenz geschwächt werden könnte. Hier sind nicht nur rechtliche Anpassungen, sondern auch ein fortlaufender Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Verbänden gefragt.

Die Möglichkeit zur schnellen und effizienten Vergabe öffentlicher Aufträge bleibt dabei ein zentrales Anliegen – doch Schnelligkeit darf nicht auf Kosten von Vielfalt, Innovation und Wirtschaftlichkeit gehen. Die nächsten Monate werden zeigen, wie die Bundesregierung die teils widersprüchlichen Ziele von Beschleunigung und Beteiligung in Einklang bringt. Entscheidend bleibt, dass die besonderen Bedingungen des deutschen Mittelstands im Baugewerbe weiterhin Berücksichtigung finden – zum Nutzen von Wirtschaft, Gesellschaft und einer zukunftsfähigen, resilienten Infrastruktur.

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