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Wohnen als Armutsrisiko: Warum Familien auf dem Wohnungsmarkt unter Druck stehen

Der Deutsche Familienverband zieht Bilanz zur ARD-Mitmachaktion #besserwohnen und warnt: Wohnen wird für Familien zunehmend zum Armutsrisiko. Die Aktion zeigte, dass viele Familien unter hohem Mietdruck stehen, kaum passende Wohnungen finden und sich oft keinen Umzug leisten können. Der Verband fordert daher einen dringenden Ausbau von bezahlbarem und familiengerechtem Wohnraum.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Wohnen wird für Familien zunehmend zum Armutsrisiko durch hohe Mieten und fehlenden passenden Wohnraum.
  • Über 800 Teilnehmende berichteten von hoher Mietbelastung, Diskriminierung und eingeschränkter Wohnmobilität.
  • Besonders betroffen sind Familien mit mehreren Kindern und Alleinerziehende mit hohen wohnkostenbereinigten Armutsquoten.
  • Der Deutsche Familienverband fordert den Ausbau familiengerechten Wohnraums und besseren Schutz vor Verdrängung.
  • Hohe Wohnkosten verschärfen soziale Risiken auch in Regionen außerhalb der Großstädte.

– Wohnen wird für Familien laut Deutscher Familienverband zunehmend zum Armutsrisiko.
– Über 800 Teilnehmende berichteten in einer ARD-Mitmachaktion über hohe Mietbelastung und Diskriminierung.
– Der Verband fordert ein Maßnahmenpaket für mehr bezahlbaren und familiengerechten Wohnraum.

Wohnen wird für Familien zum Armutsrisiko

Bezahlbarer Wohnraum wird für viele Familien in Deutschland nach Einschätzung des Deutschen Familienverbands (DFV) zu einer immer drängenderen sozialen Frage. Anlass ist die Bilanz der ARD-Mitmachaktion #besserwohnen, an der sich von Oktober 2025 bis Anfang April nach Angaben des Verbands mehr als 800 Mieterinnen und Mieter beteiligt haben.

Für den DFV zeigt die Aktion vor allem, dass Familien auf dem Wohnungsmarkt besonders stark unter Druck stehen. Hohe Mieten, fehlende passende Wohnungen und Benachteiligungen bei der Wohnungssuche verschärfen aus Sicht des Verbands das Armutsrisiko und schränken die Lebensplanung vieler Haushalte ein.

Lesenswert ist außerdem Mehrwertsteuererhöhung 2026: Deutsche Familienverband warnt vor sozialen Folgen für Familien.

„Die Mitmachaktion zeigt sehr anschaulich, wie stark Familien auf dem Wohnungsmarkt unter Druck stehen“, sagt Sebastian Heimann, DFV-Bundesgeschäftsführer. „Bezahlbarer und familiengerechter Wohnraum muss dringend ausgebaut werden. Familien dürfen nicht zwischen Wohnqualität und finanzieller Sicherheit wählen müssen.“

Hohe Wohnkosten treffen Familien besonders stark

Nach Darstellung des DFV decken sich die Erfahrungen aus der Mitmachaktion mit Ergebnissen aus Studien und amtlichen Erhebungen. Bereits für 2018 hatte eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung festgestellt, dass die Wohnkostenbelastung für Familien höher ausfällt als für Haushalte ohne Kinder. Ebenfalls für 2018 wurde festgehalten, dass jeder siebte Haushalt von Wohnkostenüberbelastung betroffen war. Unter Mieterinnen und Mietern lag dieser Anteil deutlich höher als unter Eigentümerinnen und Eigentümern, von denen 9 Prozent betroffen waren.

Von Wohnkostenüberlastung ist in der Regel die Rede, wenn ein sehr großer Teil des verfügbaren Einkommens für das Wohnen aufgebracht werden muss. Wie eng dieser Druck mit Armut zusammenhängt, zeigen nach Verbandsangaben neuere Zahlen: Laut einem Factsheet der Arbeiterwohlfahrt waren 2025 41,4 Prozent der armutsgefährdeten Haushalte mit Wohnkosten von mehr als 40 Prozent ihres Einkommens belastet. Das betrifft auch Haushalte mit Kindern.

Daten des Statistischen Bundesamts auf Basis von EU-SILC 2025 beziffern die Armutsgefährdungsquote für 2025 auf 16,1 Prozent, was 13,3 Millionen Menschen entspricht. Bei Alleinerziehenden lag sie bei 28,7 Prozent, bei Alleinlebenden bei 30,9 Prozent.

Noch deutlicher wird die Entwicklung aus Sicht des DFV bei einer wohnkostenbereinigten Betrachtung. Nach einer im Dezember 2025 veröffentlichten Studie steigt die Armutsgefährdungsquote dann auf 22,3 Prozent beziehungsweise 18,4 Millionen Menschen. Besonders betroffen sind demnach Familien mit mehreren Kindern mit 31 Prozent sowie Alleinerziehende mit 40 Prozent. Auch wenn die Daten aus unterschiedlichen Quellen stammen und auf verschiedenen Messansätzen beruhen, zeigen sie für den Verband klar in dieselbe Richtung: Hohe Wohnkosten verschärfen soziale Risiken erheblich.

Wenn ein Umzug am Markt scheitert

Für Familien geht es dabei nicht nur um die Höhe der Monatsmiete. Nach Einschätzung des DFV wird die Lage vor allem dann zum Problem, wenn eine Wohnung zu klein geworden ist, eine größere aber weder bezahlbar noch verfügbar ist. Der Verband beschreibt das als Lock-in-Effekt: Ein notwendiger Umzug bleibt aus, obwohl die bisherige Wohnsituation nicht mehr passt.

Gerade Familien sind davon besonders betroffen, weil sie weniger flexibel ausweichen können. Sie brauchen nicht nur irgendeine Wohnung, sondern ausreichend Platz und ein Umfeld, das den Alltag trägt. Fehlen solche Angebote, geraten Wohnqualität, finanzielle Stabilität und gesellschaftliche Teilhabe zunehmend in Konflikt.

Besonders angespannt ist die Situation aus Sicht des DFV für Alleinerziehende. Die unterschiedlichen Datensätze zur Armutsgefährdung machen zwar verschiedene Messansätze sichtbar, verdeutlichen aber zugleich, wie stark steigende Mieten und fehlende Alternativen gerade diese Haushalte treffen.

Hinzu kommen Berichte über Benachteiligungen bei der Wohnungssuche. Wenn kinderlose Haushalte bevorzugt werden oder größere Familien als weniger attraktiv gelten, verschlechtern sich nach Darstellung des Verbands die Chancen auf dem Wohnungsmarkt zusätzlich. Hohe Wohnkosten werden dann nicht nur zur finanziellen Belastung, sondern auch zu einem Hindernis für Wohnmobilität und langfristige Lebensplanung.

DFV fordert wohnungspolitische Maßnahmen für Familien

Als Konsequenz aus den Ergebnissen der Mitmachaktion fordert der Deutsche Familienverband ein wohnungspolitisches Maßnahmenpaket, das Familien stärker in den Mittelpunkt stellt. Der Verband spricht sich für den Ausbau von familiengerechtem Wohnraum, die Stärkung gemeinwohlorientierter Akteure, einen besseren Schutz für Familien mit mittlerem Einkommen, die Bekämpfung von Diskriminierung sowie die Förderung von Wohneigentum für Familien aus.

Damit verbindet der DFV mehrere Zielrichtungen: mehr passende Wohnungen im Neubau und im Bestand, stärkeren Schutz vor Verdrängung, fairere Zugangschancen bei der Wohnungssuche und langfristige Perspektiven für Familien, die Wohneigentum anstreben.

Wohnkosten verschärfen soziale Risiken auch regional

Nach Auffassung des Verbands reicht das Problem weit über einzelne Großstadtmärkte hinaus. Die im Dezember 2025 veröffentlichte Studie zeigt auch regionale Auswirkungen: In Rheinland-Pfalz steigt die wohnkostenbereinigte Armutsquote demnach von 15,6 Prozent auf 23 Prozent, was 943.000 Menschen entspricht. Im Saarland steigt sie von 15,3 Prozent auf 24,1 Prozent beziehungsweise 231.000 Menschen.

Für den DFV unterstreichen diese Zahlen, dass bezahlbares Wohnen nicht nur eine Frage angespannter Metropolen ist. Wenn Wohnkosten das Armutsrisiko so deutlich erhöhen, betrifft das aus Sicht des Verbands gleichermaßen Familienpolitik, Sozialpolitik und gesellschaftliche Teilhabe.

Die Abschlussdokumentation der Mitmachaktion „#besserwohnen – Wie können wir die Mietkrise stoppen?“ ist bereits ausgestrahlt worden und bündelt die Erkenntnisse der Aktion. Nach Angaben des DFV hat die Kooperation mit der ARD und weiteren Partnerorganisationen dazu beigetragen, die familienpolitische Perspektive in der Debatte um bezahlbaren Wohnraum stärker sichtbar zu machen.

Die nachfolgenden Informationen und Zitate basieren auf einer Pressemitteilung des Deutschen Familienverbandes (DFV).

Weiterführende Quellen:

Update: Warum das Thema wichtig bleibt

Bezahlbarer, familiengerechter Wohnraum ist mehr als eine Komfortfrage. Der Beitrag zeigt, dass hohe Mieten und fehlende passende Wohnungen das Armutsrisiko erhöhen können – besonders für Familien, Alleinerziehende und Haushalte mit mehreren Kindern. Dazu kommen Benachteiligungen bei der Wohnungssuche, die die Lebensplanung zusätzlich verengen.

Das hat Folgen für gesellschaftliche Teilhabe und die soziale Stabilität von Haushalten. Für Politik, Verwaltung sowie wohnungswirtschaftliche Akteure wird daraus die Aufgabe, den Wohnungsmarkt stärker auf Familienbedarfe auszurichten: mehr geeignete Angebote schaffen, Diskriminierung abbauen und besonders Familien mit mittlerem Einkommen vor Verdrängung schützen.

Was Leserinnen und Leser jetzt wissen sollten

Warum ist Wohnen für Familien ein Armutsrisiko?
Weil Wohnkosten einen großen Teil des Einkommens binden können und der Umzug oft am Markt scheitert. So geraten Wohnqualität, Stabilität und Teilhabe stärker in Konflikt.

Was bedeutet „Lock-in-Effekt“ in der Praxis?
Wenn eine größere oder passende Wohnung fehlt und bisherige Wohnform nicht mehr passt, bleibt der Umzug oft aus. Familien können schlechter ausweichen als andere Haushalte.

Welche Gruppen sind laut Beitrag besonders betroffen?
Besonders genannt werden Familien mit mehreren Kindern sowie Alleinerziehende. Auch steigende Wohnkosten belasten wohnkostenbereinigt in mehreren Regionen deutlich.

Welche nächsten Schritte fordert der Deutsche Familienverband?
Der DFV fordert u. a. Ausbau familiengerechten Wohnraums, Schutz vor Verdrängung, fairere Zugangschancen, bessere Maßnahmen gegen Diskriminierung sowie Förderung von Wohneigentum für Familien. Eine passende Anlaufstelle können Fachstellen, Beratungsstellen oder zuständige Behörden sein.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag und die verwendeten Bilder können ganz oder teilweise mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet worden sein.
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