Dramatischer Anstieg der Wohnungslosigkeit: Immer mehr Familien, Frauen und Kinder in Deutschland betroffen – Tag der wohnungslosen Menschen macht soziale Ausgrenzung sichtbar

Zum Tag der wohnungslosen Menschen am 11. September weist der SkF darauf hin, dass mittlerweile über die Hälfte der rund 475.000 wohnungslosen Menschen in Deutschland Paare mit Kindern und Alleinerziehende sind. Fast 195.000 Betroffene sind unter 25 Jahren, hinzu kommen zahlreiche Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund, deren Teilhabe- und Bildungschancen ohne sicheren Wohnraum stark eingeschränkt sind. Der SkF fordert deshalb mehr Investitionen in den Bau von Sozialwohnungen und unbürokratische Förderprogramme, um die Wohnungslosigkeit bis 2030 zu beenden.
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– Über 50% der 474.700 wohnungslosen Menschen sind Familien mit Kindern oder Alleinerziehende.
– Anstieg unter 25-jähriger Wohnungsloser auf 40% (rund 195.000 Betroffene, davon 84.000 Frauen).
– SkF fordert bis 2030 mehr Sozialwohnungen, kreative Wohnprojekte und unbürokratische Förderung.

Dramatischer Anstieg wohnungsloser Familien, Frauen und Kinder am Tag der wohnungslosen Menschen

Am 11. September, dem Tag der wohnungslosen Menschen, macht der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) auf eine besorgniserregende Entwicklung aufmerksam: Die Zahl wohnungsloser Familien und insbesondere von Frauen und Kindern nimmt in Deutschland massiv zu. Eine aktuelle Stichtagserhebung für 2025 weist insgesamt 474.700 untergebrachte wohnungslose Personen aus. Mehr als die Hälfte davon sind Paare mit Kindern oder Alleinerziehende. Diese Entwicklung stellt nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Hilfseinrichtungen vor enorme Herausforderungen.

„Diese Zahlen entsprechen den Erfahrungen der Mitarbeiter:innen in unseren Diensten und Einrichtungen. Vielfach können zum Beispiel Aufenthalte in Frauenhäusern oder Maßnahmen der Jugendhilfe nicht adäquat beendet werden, weil die von uns unterstützten Frauen und ihre Kinder keinen geeigneten Wohnraum finden. Es tut weh, die Klient:innen aus dem Frauenhaus oder der Mutter/Vater-Kind-Einrichtung in eine Notunterkunft schicken zu müssen.“ Dieses Zitat von Yvonne Fritz, Vorständin des SkF Gesamtvereins, verdeutlicht die prekäre Lage. Frauenhäuser und ähnliche Schutzangebote sind längst überbelegt, weil anschließende Wohnmöglichkeiten fehlen.

Neben Familien sind besonders junge Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen. Knapp 195.000 unter 25-Jährige leben aktuell ohne festen Wohnsitz – das entspricht einem Anteil von 40 Prozent aller Betroffenen. Darunter sind rund 84.000 junge Frauen und Mädchen. Die Folgen für ihre Lebensqualität, Bildung und persönliche Entwicklung sind massiv. „Die Teilhabe- und Bildungschancen dieser Kinder und Jugendlichen, die in Notunterkünften oder auf der Straße leben, sind prekär. Die Wohnungsnot konterkariert hier alle Anstrengungen der Kinder- und Jugendhilfe. Dies führt zu hohen Belastungen, nicht nur bei den Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei ihren Eltern und letztlich zu hohen Folgekosten“, so Fritz weiter.

Auch Menschen mit Migrationshintergrund sind überproportional von Wohnungslosigkeit betroffen. Trotz teils regulärer Erwerbstätigkeit haben viele Schwierigkeiten, eine passende Wohnung zu finden. Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt führt häufig dazu, dass ganze Familien in Notunterkünften oder auf der Straße leben müssen.

Angesichts dieser alarmierenden Zahlen fordert der SkF die Politik zu raschem Handeln auf. Bis 2030 soll die Wohnungslosigkeit wirksam bekämpft werden. „So braucht es deutlich mehr Geld für den Bau von Sozialwohnungen. Doch wir wünschen uns auch mehr kreative Lösungen: dazu gehört eine gezielte und unbürokratische Förderung von Wohnprojekten für Frauen, Kinder und Familien sowie Menschen in besonderen Lebenslagen. Und wir brauchen Initiativen, gesetzliche Rahmenbedingungen und Fördermittel, um nicht genutzten Wohnraum im Bestand für von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen zu erschließen.“

Der SkF Gesamtverein engagiert sich mit über 7.500 Mitgliedern, mehr als 10.000 ehrenamtlichen Helfer:innen und über 10.000 beruflichen Mitarbeiter:innen in rund 120 Ortsvereinen bundesweit für Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien. Das Ziel: nicht nur Beratung und Unterstützung, sondern vor allem auch dauerhafte Wohnmöglichkeiten schaffen und so die dramatische Entwicklung der Wohnungsnot stoppen.

Wohnungslosigkeit in Deutschland: Ursachen, Folgen und Lösungsansätze

Wohnungslosigkeit in Deutschland betrifft zunehmend Frauen, Kinder und Familien und erreicht damit eine neue Dimension sozialer Ausgrenzung. Die steigenden Zahlen unterstreichen einen dringenden Handlungsbedarf. Hauptgründe für diese Entwicklung sind der wachsende Mangel an bezahlbarem Wohnraum, besonders erschwert durch stark gestiegene Mieten und den chronischen Engpass an Sozialwohnungen. Gleichzeitig führen strukturelle Hürden für junge Menschen, Familien und Menschen mit Migrationshintergrund dazu, dass viele von Wohnungsnot bedroht oder direkt betroffen sind.

Zu den zentralen Ursachen zählen:

  • Steigende Mieten und begrenztes Angebot bezahlbarer Wohnungen, die es vielen Haushalten erschweren, dauerhaft eine Unterkunft zu finden
  • Strukturelle Barrieren für Jugendliche und Familien, etwa mangelnde Unterstützung beim Übergang aus Jugendhilfe oder Frauenhäusern in eigenständigen Wohnraum
  • Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt, besonders gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund, die Wohnraum oft trotz Erwerbstätigkeit nicht zugänglich gemacht wird

Diese Wohnungsnot hat vielfältige Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben und die individuelle Entwicklung. Besonders bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind die Folgen spürbar: Fehlende Wohnungssicherheit beeinträchtigt die Teilhabe an Bildung und sozialen Netzwerken, erhöht Stress und psychische Belastungen. Für Eltern entstehen zusätzliche Belastungen, die wiederum die gesamte familiäre Stabilität gefährden. Auch die wirtschaftlichen Folgekosten für die Gesellschaft sind erheblich, wenn Betroffene in Notunterkünften oder auf der Straße ihren Alltag bewältigen müssen.

Warum sind junge Menschen besonders gefährdet?

Junge Menschen sind mit besonders großen Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche konfrontiert. Die Kombination aus instabilen Lebensphasen, geringer finanzieller Ausstattung und fehlenden Unterstützungsstrukturen führt dazu, dass knapp 40 Prozent der wohnungslosen Menschen unter 25 Jahre alt sind. Viele der Betroffenen leben in prekären Verhältnissen, oft in Notunterkünften oder auch ohne festen Wohnsitz. Die Folge ist eine Einschränkung ihrer Bildungs- und Zukunftschancen. So zeigt sich, dass die Wohnungsnot alle Anstrengungen der Kinder- und Jugendhilfe konterkariert – mit weitreichenden sozialen Folgen.

Welche Rolle spielt Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt?

Diskriminierung erschwert Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu Wohnraum erheblich. Obwohl viele erwerbstätig sind und damit eine eigene Wohnung finanzieren könnten, stoßen sie oft auf Vorurteile und Ablehnungen bei Vermieter:innen. Diese Praxis trägt dazu bei, dass ganze Familien von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt ist damit ein wesentlicher Treiber der sozialen Ungleichheit und verschärft die Wohnungsnot in Deutschland.

Die gesellschaftlichen Folgen der Wohnungslosigkeit sind vielfältig:

  • Erhöhte Belastungen für soziale Hilfesysteme und Gesundheitseinrichtungen
  • Einschränkungen bei Bildung und Integration der Betroffenen
  • Steigende soziale Ungleichheiten und wachsende Ausgrenzung

Politische Initiativen und gesellschaftliche Akteure versuchen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Ein zentraler Forderungspunkt ist die deutliche Erhöhung der öffentlichen Investitionen in den sozialen Wohnungsbau, um das Angebot von bezahlbarem Wohnraum massiv auszubauen. Daneben gewinnen kreative und unbürokratische Fördermodelle von Wohnprojekten für besonders betroffene Gruppen an Bedeutung. Auch Gesetzesänderungen und Förderprogramme sollen dazu beitragen, bisher ungenutzten Wohnraum besser zugänglich zu machen.

Blickt man in die Zukunft, sind vor allem drei Handlungsfelder entscheidend:

  • Verstärkter sozialer Wohnungsbau für Familien, Alleinerziehende und junge Menschen
  • Förderung von Projekten, die Wohnraum gezielt an vulnerable Gruppen vermitteln
  • Abbau von Diskriminierung durch politisches Vorgehen und gezielte Aufklärung

Diese Schritte zeigen, dass es nicht nur um den Ausbau von Wohnraum, sondern auch um gesellschaftliche Teilhabe und Prävention geht. Nur durch eine Kombination aus baulichen Maßnahmen und sozialpolitischen Lösungen lässt sich die zunehmende Wohnungslosigkeit in Deutschland nachhaltig bewältigen.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des Sozialdienstes katholischer Frauen Gesamtverein e. V.

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8 Kommentare

  1. „Die Wohnungsnot konterkariert alle Anstrengungen der Kinder- und Jugendhilfe“ – dieser Satz hat mich nachdenklich gemacht. Wie können wir sicherstellen, dass Kinder eine Chance auf Bildung bekommen?

    1. „Bildungschancen sind entscheidend! Vielleicht sollten wir mehr in Bildungsprogramme für benachteiligte Kinder investieren? Das könnte langfristig helfen.“

    2. „Ja, Bildung ist der Schlüssel! Es muss auch bessere Unterstützung für Eltern geben, damit sie ihre Kinder nicht in unsichere Verhältnisse bringen müssen.“

  2. Das Thema Wohnungslosigkeit betrifft uns alle. Besonders junge Menschen haben es schwer, eine Wohnung zu finden. Ich frage mich, welche konkreten Maßnahmen die Politik plant, um dem entgegenzuwirken?

    1. Ich hoffe wirklich, dass wir bald mehr Sozialwohnungen sehen werden. Es ist traurig zu hören, dass Frauen und Kinder oft in Notunterkünften leben müssen.

  3. Die Zahlen sind wirklich alarmierend. Es ist erschreckend zu sehen, wie viele Familien und vor allem Kinder betroffen sind. Was können wir als Gesellschaft tun, um diese Situation zu verbessern? Der Mangel an Sozialwohnungen ist ein zentrales Problem.

    1. Ich stimme zu! Wir müssen mehr Druck auf die Politik ausüben, damit der soziale Wohnungsbau vorangetrieben wird. Ich finde es auch wichtig, kreative Wohnprojekte für Familien zu fördern.

    2. Es wäre gut, wenn auch private Investoren stärker eingebunden würden. Vielleicht könnten wir so schneller Lösungen finden und diese wichtigen sozialen Probleme angehen.

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