Wohnungsbau in der Krise: Warum Kommunen und das Bau-Beschleunigungsgesetz jetzt den Unterschied machen

Der GdW begrüßt das Bau-Beschleunigungsgesetz der Bundesregierung, weist aber darauf hin, dass der „Bau-Turbo“ nur mit aktiven und handlungsfähigen Kommunen zündet. Wohnungsfertigstellungen sind zuletzt drastisch eingebrochen und Baugenehmigungen bleiben auf zu niedrigem Niveau. Deshalb fordert der Verband, kommunale Bauämter zu Ermöglichungsbehörden mit klaren Verfahren und festen Fristen zu machen, damit der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum gedeckt werden kann.

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– Bundesregierung initiiert Bau-Beschleunigungsgesetz; Bund muss öffentliches Interesse für Wohnungsbau definieren.
– Kommunale Bauämter als Ermöglichungsbehörden mit klaren Verfahren, festen Fristen und politischem Rückhalt.
– Wohnungsbau droht Papiertiger zu werden; Fertigstellungen und Baugenehmigungen aktuell dramatisch rückläufig.

Bau-Turbo: Kommunen als Schlüssel für den Wohnungsbau

Die aktuelle politische Debatte um das Bau-Beschleunigungsgesetz zeigt, wie dringend Maßnahmen zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarkts sind. Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, betont: „Wir begrüßen die Initiative der Bundesregierung für ein Bau-Beschleunigungsgesetz ausdrücklich. Entscheidend wird aber sein, ob der Bau-Turbo in der Realität auch gezündet wird.“ Dabei liegt die Verantwortung nicht allein bei Bund und Länder: „Für die Umsetzung der Baubeschleunigung sind am Ende die kommunalen Bauämter zuständig. Denn der eigentliche Zündschlüssel für den Bau-Turbo liegt in den Händen der Kommunen.“

Der GdW stellt klar, dass ein wirklicher Fortschritt nur möglich ist, wenn auf lokaler Ebene eine engagierte und aktive Baupolitik umgesetzt wird. „Es braucht dringend den aktiven Gestaltungswillen vor Ort, engagierte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Stadt- und Gemeinderäte. Wenn die obersten kommunalen Ebenen nicht mitziehen, wird aus dem Bau-Turbo ein Papiertiger.“ Das ist vor allem vor dem Hintergrund alarmierender Zahlen dringend: „Die Zahl der Fertigstellungen ist zuletzt dramatisch eingebrochen und die Baugenehmigungen bleiben auf zu niedrigem Niveau.“

Um dem Wohnungsmangel entgegenzuwirken, fordert der Verband eine Neuausrichtung der kommunalen Bauämter: „Die kommunalen Bauämter müssen zu Ermöglichungsbehörden werden – mit klaren Verfahren, festen Fristen und sichtbarem Rückhalt aus Politik und der Verwaltungsführung. Nur dann kann der Bau-Turbo wirklich Fahrt aufnehmen und der existenzielle Bedarf der Menschen nach mehr Wohnraum durch die Kommunen erfüllt werden.“

Der GdW vertritt mit rund 3.000 Mitgliedsunternehmen eine große Bandbreite der Wohnungswirtschaft. Diese betreiben etwa 6 Millionen Wohnungen, in denen über 13 Millionen Menschen leben – das entspricht fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland. Die Positionen des Verbands spiegeln damit die Sorgen und Herausforderungen eines bedeutenden Teils des Wohnungsmarktes wider.

Warum der Wohnungsbau-Notstand uns alle betrifft

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist keine abstrakte Herausforderung für die Politik, sondern trifft immer mehr Menschen konkret in ihrem Alltag. Die steigende Nachfrage nach Wohnungen steht einem knappen Angebot gegenüber, das vielerorts nicht mehr mithalten kann. Das führt zu überhöhten Mieten, Verdrängung und sozialer Ungleichheit – Phänomene, die in vielen Städten längst zum Alltag gehören. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung das Bau-Beschleunigungsgesetz ins Leben gerufen, um mit bürokratischen Hürden beim Wohnungsbau aufzuräumen und schneller mehr neuen Wohnraum zu schaffen.

Der Erfolg dieser Initiative hängt jedoch nicht allein vom Gesetz ab. Wesentlich ist die Umsetzung vor Ort: Die kommunalen Bauämter spielen hier eine zentrale Rolle. Sie sind es, die Bauanträge prüfen und Genehmigungen erteilen – und damit den „Bau-Turbo“ zünden oder ins Stocken bringen können. Axel Gedaschko, Präsident des GdW, macht deutlich: „Den eigentlichen Zündschlüssel für den Bau-Turbo liegen in den Händen der Kommunen.“ Ohne aktiven Gestaltungswillen, schnellen Entscheidungen und verlässliche Abläufe können die hohen Anforderungen nicht erfüllt werden.

Hinter dem Wohnungsbau-Notstand stehen komplexe gesellschaftliche Entwicklungen: Die Bevölkerung wächst in urbanen Zentren, die Zahl der Single-Haushalte nimmt zu, und die Ansprüche an Wohnqualität verändern sich. Gleichzeitig kommen wirtschaftliche Faktoren hinzu, etwa steigende Baukosten und Fachkräftemangel, die das Problem verschärfen. Die Folgen sind spürbar:

  • Mieten steigen weiter, besonders in beliebten Städten und Gemeinden.
  • Wohnungssuchende finden oft keine passenden Angebote, was zu Verdrängungsprozessen führt.
  • Kommunen geraten unter Druck, bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen bereitzustellen.

Die Rolle der Kommunen im Wohnungsbau

Kommunen stehen an vorderster Front, wenn es um die Umsetzung von Bauvorhaben geht. Sie sind nicht nur Verwaltungsakteure, sondern auch Gestalter des Wohnumfelds und verantwortlich für die Entwicklung attraktiver Stadtquartiere. Schnelle, transparente und verlässliche Verfahren in den Bauämtern sind entscheidend, damit Projekte zügig starten können. Engagierte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Stadt- und Gemeinderäte können dabei viel bewirken, indem sie klare Prioritäten setzen und Ressourcen bereitstellen.

Die Herausforderung liegt darin, bürokratische Hürden abzubauen, ohne dabei wichtige Planungen und Qualitätsstandards zu vernachlässigen. Kommunen müssen sich als Ermöglicher verstanden wissen und infrastrukturelle sowie soziale Fragen frühzeitig berücksichtigen. So entstehen lebenswerte Quartiere mit ausreichend sozialem Wohnraum, guter Anbindung und einer ausgewogenen Infrastruktur.

Ausblick: Zukunft des Wohnungsmarktes

Die nächsten Jahre werden zeigen, ob das Bau-Beschleunigungsgesetz tatsächlich dazu führt, die Wohnraumkrise zu entschärfen. Voraussetzung dafür ist, dass die verschiedenen Ebenen – Bund, Länder und Kommunen – an einem Strang ziehen und Lösungen konsequent umsetzen. Daneben spielen technologische Innovationen und nachhaltige Bauweisen eine immer größere Rolle, um Ressourcen zu schonen und qualitativ hochwertigen Wohnraum zu schaffen.

Für die breite Öffentlichkeit bedeutet das: Der Druck auf den Wohnungsmarkt wird vorerst erhalten bleiben. Wer eine bezahlbare Wohnung sucht, muss weiterhin mit Herausforderungen rechnen. Gleichzeitig bieten sich Chancen, wenn neue Bauprojekte zügig realisiert und innovative Wohnkonzepte umgesetzt werden. Die Zukunft des Wohnens hängt vom Zusammenspiel politischer Maßnahmen, kommunalem Engagement und gesellschaftlichen Trends ab. Dabei wird deutlich, dass der Wohnungsbau-Notstand ein Thema ist, das weit über einzelne Interessen hinausgeht – er betrifft die Lebensqualität und das Zusammenleben der Gesellschaft insgesamt.

Die Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung des GdW Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.

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