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Wohnungsbau in Deutschland im Sinkflug: Auftragseinbruch und steigende Insolvenzen

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Presse /news Verbandsnachrichten

Der deutsche Wohnungsbau erlebt derzeit einen massiven Rückgang der Aufträge und steigende Insolvenzen. Laut einer aktuellen Pressemitteilung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V. ist der Auftragseingang im Februar 2023 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 36,9 Prozent eingebrochen, während die Insolvenzen im Baugewerbe im Januar 2023 mit 246 Fällen ein trauriges Hoch erreichten.

Ein schwieriger Start ins Jahr 2023

Die ersten zwei Monate des Jahres 2023 verzeichneten im Wohnungsbau ein Minus von 34,8 Prozent und im Branchendurchschnitt von 17,6 Prozent. Die Umsätze im gesamten Bauhauptgewerbe sind im Februar um 6,8 Prozent und in den ersten zwei Monaten um 8,1 Prozent zurückgegangen.

Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, kommentierte die aktuellen Zahlen: “Der Wohnungsbau befindet sich im freien Fall. Da hilft auch der Genehmigungsüberhang der vergangenen Jahre nicht weiter.”

Explodierende Baukosten und Rentabilitätsprobleme

Eine der Hauptursachen für die derzeitige Krise im Wohnungsbau sind die explodierenden Baukosten, die viele Projekte unrentabel machen. Müller befürchtet, dass die Umsatzrentabilität der Branche, die bereits von 9,9 Prozent im Jahr 2020 auf 6,8 Prozent im Jahr 2021 gesunken ist, im laufenden Jahr weiter zurückgehen wird.

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Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Die schwierige Situation im Wohnungsbau hat bereits spürbare Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Zahl der arbeitslosen Baufacharbeiter mit bauhauptgewerblichen Berufen ist im März um 7 Prozent auf 19.500 gestiegen, während die Zahl der Bauingenieure sogar um 38 Prozent auf 1.940 angewachsen ist. Müller warnt: “Wenn sich die Situation so fortsetzt, fehlen uns bald die Facharbeiter, um den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen, sollte sich das Blatt wenden.”

Bremse bei Investitionen

Nicht nur private und gewerbliche Wohnungsbauer sind von den aktuellen Entwicklungen betroffen. Auch die Industrie und Dienstleister haben aufgrund der starken Kostensteigerungen und zunehmenden Unsicherheiten ihre Investitionen zurückgefahren. Im Februar verzeichneten Bauunternehmen für den Wirtschaftshochbau ein nominales Minus von 17 Prozent, preisbereinigt sogar einen Einbruch von 28 Prozent. Einzig im Wirtschaftstiefbau, der hauptsächlich Aufträge der Bahn umfasst, wurde ein reales Plus ausgewiesen. Müller sieht darin immerhin einen Lichtblick.

Die Situation im deutschen Wohnungsbau bleibt angespannt und fordert alle Beteiligten. Eine schnelle Trendwende scheint in Anbetracht der aktuellen Zahlen und Entwicklungen jedoch unwahrscheinlich.

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Auch der Zentralverband deutsches Baugewerbe äußert sich dazu

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe warnt vor den langfristigen Auswirkungen dieser Entwicklung und fordert politische Unterstützung.

Einbruch der Aufträge und sinkende Ausbildungszahlen

Laut Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, verzeichnen die Bauunternehmen seit September einen monatlichen Rückgang der Aufträge im Wohnungsbau von real mehr als 25 Prozent, seit Dezember von mehr als 30 Prozent und im Februar sogar von 37 Prozent. Die Auftragsbücher laufen leer, und diese Entwicklung hat auch negative Folgen für den Ausbildungsmarkt: Nach sechs Jahren steigender Ausbildungszahlen verzeichnet die Branche erstmals ein Minus von 2,1 Prozent, im Bauhandwerk im ersten Lehrjahr sogar 11,3 Prozent weniger Auszubildende als im Vorjahr.

Dringender Handlungsbedarf: Investitionsimpulse notwendig

Pakleppa betont, dass dringend politische Maßnahmen notwendig sind, um den Negativtrend zu stoppen und Fachkräfte für den steigenden Wohnungsbedarf zu sichern. Die bisherigen Fördermaßnahmen der Ampelregierung haben offensichtlich keine Wirkung gezeigt, da die Förderbedingungen zu kompliziert sind und das Bauen weiter verteuern. Bauwillige verlieren den Mut und stornieren ihre Aufträge.

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Forderungen an die Politik: Einfachere Förderbedingungen und weitere Maßnahmen

Um die Wohnungsbau-Branche zu unterstützen, fordert Pakleppa schnellstmögliche Änderungen bei den Förderbedingungen. Sowohl beim Mietwohnungsbau als auch beim sozialen Wohnungsbau sollte die Förderung temporär ohne EH-40-Standard möglich sein. Zudem könnten eine Senkung der Grunderwerbsteuer, die Ausweitung der Sonderabschreibungen im sozialen Wohnungsneubau auf 10 Prozent und eine dauerhaft auskömmliche Förderung – vom Einfamilienhausbau bis zum sozialen Wohnungsbau – über eine Legislaturperiode hinaus dazu beitragen, den Negativtrend zu stoppen.

Die alarmierenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Konjunkturentwicklung im Bauhauptgewerbe verdeutlichen die prekäre Lage der Branche. Angesichts der hohen Zuwanderung nach Deutschland und der steigenden Nachfrage nach Wohnraum ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Politik rasch handelt und die notwendigen Investitionsimpulse setzt.

17 Responses

    1. Da scheinen Sie ja in einer anderen Realität zu leben. In vielen deutschen Städten herrscht akuter Wohnungsmangel und die Preise steigen unaufhörlich. Informieren Sie sich doch bitte, bevor Sie solch haltlose Behauptungen aufstellen.

  1. Ich denke, die steigenden Insolvenzen im Wohnungsbau sind eine gute Gelegenheit für Minimalisten! #WenigerIstMehr

    1. Das ist eine interessante Perspektive. Während die steigenden Insolvenzen sicherlich eine Herausforderung für viele sind, kann es für Minimalisten tatsächlich eine Gelegenheit sein, einen günstigen Wohnraum zu finden. Weniger ist mehr, aber nicht für jeden.

  2. Ich denke, die Baukostenexplosion ist ein Zeichen dafür, dass das Bauen in Deutschland zu kompliziert ist.

    1. Quatsch! Die Baukostenexplosion hat nichts mit Komplikationen beim Bauen zu tun. Es liegt an der Gier der Bauunternehmen und der mangelnden Regulierung. Bauherren werden ausgenommen und die Steuerzahler zahlen die Zeche. Es ist eine Schande!

    1. Ach, na klar! Du sagst das jetzt, aber was ist, wenn du morgen ohne Wohnung dastehst? Dann wird dich die Realität schon noch einholen. Ignoranz ist keine Lösung.

    1. Das ist keine realistische Lösung. Tiny Houses sind keine nachhaltige und langfristige Antwort auf das Wohnungsproblem. Es braucht eine umfassendere und sozial gerechtere Herangehensweise, um die Wohnungsnot zu bekämpfen.

    1. Ja, es ist wirklich tragisch. Aber vielleicht solltest du dich informieren, bevor du so oberflächliche Kommentare abgibst. Der Wohnungsbau ist ein komplexes Thema und hat viele Faktoren, die dazu beitragen. Also bevor du dich über Geldverbrennung aufregst, informiere dich besser.

  3. Ich verstehe nicht, warum wir immer mehr Wohnungen bauen müssen. Vielleicht sollten wir stattdessen den Wohnraum besser nutzen?

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