BID fordert KfW-55-Förderung und Fristverlängerung: Neue Impulse für den Wohnungsbau und den Immobilienmarkt

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Die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) warnt, dass durch massiv gestiegene Baukosten und den Förderstopp 2022 zehntausende genehmigte KfW-55-Wohnbauprojekte nicht realisiert werden können. Sie fordert eine einheitliche Verlängerung der Umsetzungsfrist bis zum 31.7.2025 und die sofortige Wiedereinführung der KfW-55-Förderung, um bis zu 51.000 Wohneinheiten zu retten und Investitionssicherheit zu schaffen. Ohne diese Maßnahmen drohen erhebliche Nachteile für Mieter, Kommunen sowie die Bau- und Immobilienwirtschaft.
Inhaltsübersicht

– BID fordert 72-monatige Fristverlängerung und Wiedereinführung der KfW-55-Förderung
– Förderhöchstbetrag auf 300.000 Euro pro Wohneinheit anheben und neue Anreize schaffen
– Objektbezogene Förderung beibehalten, um Förderverlust bei Bauherrnwechsel zu vermeiden

Dringender Handlungsbedarf auf dem Bau- und Immobilienmarkt: Die Forderungen der BID

Die Lage auf dem Bau- und Immobilienmarkt bleibt angespannt, und die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) warnt vor schwerwiegenden Folgen für den Wohnungsbau in Deutschland. Bereits genehmigte Wohnbauprojekte, insbesondere solche nach dem KfW-Effizienzhaus-55-Standard (EH55), sind durch gestiegene Baukosten und 2022 eingetretene Förderstopps ins Stocken geraten. Viele Vorhaben verfügen zwar über eine gültige Förderzusage, konnten jedoch bislang nicht begonnen oder abgeschlossen werden. Andere Projekte erfüllen die Anforderungen, dürfen aber wegen des Förderstopps keinen Antrag mehr stellen. Die BID fordert deshalb von der Politik schnelle und klare Maßnahmen, um die Realisierung dieser Vorhaben zu sichern und so den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.

Die Präsidentin der BID, Iris Schöberl, bringt die Situation auf den Punkt: „Wir brauchen jetzt ein starkes Signal für Wohnraumschaffung, Investitionssicherheit und Klimaschutz. Der Wohnungsbau ist ins Stocken geraten, u.a. durch massiv gestiegene Baukosten und abrupte Förderstopps in der Vergangenheit. Es droht der Verlust von zehntausenden geplanten Wohneinheiten, mit schwerwiegenden Folgen nicht nur für Mieter, sondern auch für Kommunen und die Bau- und Immobilienwirtschaft.“ Es geht dabei ausdrücklich um Projekte, die bereits bewilligt sind und bei denen die Umsetzung nur noch am Förderrecht und an der Finanzierung hängt.

Das Ziel ist klar: Mit einer erfolgreichen Neubewilligung und der Unterstützung bestehender Förderzugänge sollen bis zu 51.000 Wohneinheiten bis spätestens 31. Juli 2025 realisiert werden können.

Die BID präsentiert vier konkrete Forderungen, um die Situation zu stabilisieren und den Wohnungsbau wieder in Gang zu bringen:

  1. Einheitliche Verlängerung der Umsetzungsfrist auf 72 Monate
    Damit Transfers und Bauvorhaben unter den aktuell schwierigen Marktbedingungen wirtschaftlich machbar bleiben, fordert die BID eine einheitliche Fristverlängerung für alle Förderanträge. Die längere Umsetzungszeit soll Investoren und Bauherren Planungssicherheit geben.

  2. Wiedereinführung der KfW-55-Förderung
    Die Förderfähigkeit des KfW-Effizienzhaus-55-Standards soll, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, befristet wiederhergestellt werden. Diese Maßnahme aktiviert den bestehenden Bauüberhang und ermöglicht die Umsetzung von Projekten, die wegen des Förderstopps 2022 keinen Antrag stellen konnten.

  3. Anpassung des Förderkreditbetrags und Schaffung zusätzlicher Anreize
    Um dem anhaltenden Kostendruck entgegenzuwirken, sieht die BID eine Erhöhung des Förderhöchstbetrags auf 300.000 Euro pro Wohneinheit vor. Zusätzlich sind wirksame Anreize notwendig, die Investitionen weiter fördern und wirtschaftlich tragfähig machen.

  4. Klarstellung der Objektförderung
    Die Förderung muss objektbezogen bleiben. Ein Wechsel des Bauherrn oder Projektträgers darf keine Nachteile für die Förderfähigkeit bedeuten, solange die technischen Anforderungen weiterhin erfüllt sind. So wird verhindert, dass Projekte durch Eigentümerwechsel unnötig gefährdet werden.

Diese Punkte zeigen die Dringlichkeit und den Umfang der notwendigen politischen Reaktionen, die den Wohnungsbau nicht nur gesellschaftlich erwünscht, sondern auch förderrechtlich machbar machen. Die BID erwartet von der Politik eine zügige Umsetzung und die Bereitstellung der finanziellen Mittel, um den Stockungsfaktor auf dem Wohnungsbaumarkt nachhaltig zu lösen.

Wohnungsbau vor der Weggabelung: Herausforderungen, Chancen und Risiken für Mieter und Gesellschaft

Der Wohnungsbau in Deutschland steckt in einer Situation erheblicher Schwierigkeiten. Hohe Baukosten, schleppende Fertigstellungen und ein reduzierter Förderrahmen bremsen die dringend benötigte Schaffung von Wohnraum. Besonders die Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) spielt eine entscheidende Rolle. Sie unterstützt private und institutionelle Bauherren beim energieeffizienten Bauen und Modernisieren und trägt damit maßgeblich zum Klimaschutz bei. Die KfW-Effizienzhaus-55-Förderung, kurz EH55-Standard, ermöglicht finanzielle Anreize für Neubauten mit besonders niedrigem Energieverbrauch. Da gerade diese Förderung im Jahr 2022 gestoppt wurde, sind etliche bereits genehmigte Projekte ins Stocken geraten.

Die wichtigsten aktuellen Herausforderungen im Wohnungsbau lassen sich so zusammenfassen:

  • Massiv gestiegene Baukosten, die Investitionen erschweren.
  • Abbruch oder Verzögerung von Bauvorhaben wegen fehlender oder eingestellter Förderprogramme.
  • Unzureichende Umsetzungsfristen zum Fertigstellen von bereits genehmigten Projekten.
  • Knapper werdender bezahlbarer Wohnraum, insbesondere in Ballungsräumen.
  • Notwendigkeit, höhere Energieeffizienzstandards einzuhalten, um Klimaziele zu erreichen.

Werden diese Probleme nicht zeitnah angegangen, drohen tiefgreifende Auswirkungen: Die Mietpreise könnten weiter steigen, was insbesondere einkommensschwache Haushalte belastet. Die Wohnungsknappheit verschärft den Druck nicht nur auf städtische Ballungsgebiete, sondern zunehmend auch auf ländliche Regionen, die als Ausweichmöglichkeiten dienen könnten. Dies wirkt sich auch auf Kommunen aus, etwa durch geringere Steuererträge und sozialen Druck.

Eine Verlängerung der Förderfristen und eine erneute Aktivierung der KfW-EH55-Förderung könnten in mehrfacher Hinsicht entlasten: Mieter profitieren durch mehr bezahlbaren Wohnraum, Kommunen erhalten Planungssicherheit und können die Entwicklung ihrer Regionen besser steuern, und das Baugewerbe erhält dringend benötigte Impulse für Investitionen und Beschäftigung.

In anderen Ländern, die vergleichbare Förderinstrumente einsetzen, zeigt sich, dass eine kontinuierliche und verlässliche Förderung des energieeffizienten Wohnungsbaus ein wichtiges Mittel ist, um sowohl den Wohnungsmarkt zu stabilisieren als auch Klimaziele effizient zu erreichen. Deutschland steht hier vor der Aufgabe, politische Weichenstellungen schnell und konsequent umzusetzen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) fordert deshalb konkrete Maßnahmen zur Reaktivierung des Wohnungsbaus, darunter eine einheitliche Verlängerung der Umsetzungsfrist auf 72 Monate, die Wiedereinführung der KfW-55-Förderung sowie die Erhöhung der Förderkreditbeträge. Iris Schöberl, Präsidentin der BID, betont: „Wir brauchen jetzt ein starkes Signal für Wohnraumschaffung, Investitionssicherheit und Klimaschutz.“

Politische Entscheidungen in den kommenden Monaten werden maßgeblich darüber bestimmen, ob die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt entschärft werden kann – oder ob sich die Wohnraumknappheit und die steigenden Mietkosten weiter verschärfen. Dabei gilt es, Förderinstrumente gezielt so zu gestalten, dass sie möglichst vielen gesellschaftlichen Gruppen zugutekommen und Klimaschutz mit sozialer Verantwortung verbinden.

Die in diesem Beitrag verwendeten Inhalte basieren auf einer Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID).

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