Wohlfahrtsverbände warnen vor gefährlicher Abwärtsspirale

Berlin (ots) – Angesichts drohender Haushaltskürzungen schlagen die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Alarm: Immer mehr soziale Angebote stehen auf der Kippe, was dramatische Folgen für Menschen in Notlagen und den sozialen Frieden in Deutschland haben könnte. In einer kürzlich veröffentlichten Umfrage zeichnet sich ein düsteres Bild der Zukunft ab – zwei Drittel der Einrichtungen mussten ihre Dienste bereits einschränken oder einstellen. Die führenden Vertreter von AWO, Caritas, Paritätischem Gesamtverband, DRK, Diakonie und ZWST fordern dringend eine Kurskorrektur bei der Finanzierung, um den zunehmenden gesellschaftlichen Spannungen entgegenzuwirken.

im Hintergrund dröhnen Helikopter und Menschentrauben.  
Durch Nahaufnahme wird auf Krisen aufmerksam gemacht und vor einem drohenden Abwärtstrend gewarnt, durch Berichterstattung, zu der auch Hilfsorganisationen beitragen.  
Ort, Zeit, Perspektive: chaotischer öffentlicher Raum in der Gegenwart

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Bremen (VBR). Inmitten drohender Kürzungen im Bundeshaushalt schlagen die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Alarm: Ihre Anstrengungen, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen, stehen auf dem Spiel. Aufgrund massiver Kostensteigerungen und sinkender Haushaltsmittel wird es für Einrichtungen und Dienste der Freien Wohlfahrtspflege immer schwieriger, ihre Angebote aufrechtzuerhalten. Dies könnte weitreichende Folgen für den sozialen Frieden in Deutschland haben.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Deutsche Caritasverband (DCV), der Paritätische Gesamtverband, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Diakonie Deutschland und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) fordern gemeinsam eine Trendwende bei der Finanzierung der Sozialen Arbeit. Die kürzlich vorgelegten Umfrageergebnisse zeichnen ein düsteres Bild der Zukunft der Sozialen Arbeit in Deutschland.

Über zwei Drittel der befragten Einrichtungen und Organisationen gaben an, dass sie in den letzten beiden Jahren aufgrund finanzieller Engpässe ihre Leistungen einschränken oder komplett einstellen mussten. Über 75 Prozent rechnen damit, auch 2025 weitere Angebote zurückfahren zu müssen. Diese Einschnitte könnten nicht nur die Unterstützung von Bedürftigen beeinträchtigen, sondern auch das demokratische Engagement vor Ort stark schwächen, wie über 70 Prozent der Befragten befürchten.

BAGFW-Präsident Michael Groß von der AWO warnt eindringlich: „Unsere Umfrage zeigt: Die Sparpolitik des Finanzministers ist eine ernste Bedrohung für die soziale Infrastruktur in unserem Land. Statt auf Kosten der Menschen und ihrer Zukunft zu sparen, muss die Bundesregierung umsteuern und in Zusammenhalt investieren!“

Eva Maria Welskop-Deffaa vom Deutschen Caritasverband betont die Wichtigkeit der Angebote der Freien Wohlfahrtspflege: „Kitas und Sozialstationen, Schuldnerberatungsstellen und Familienzentren – mit diesen Angeboten spannt die Freie Wohlfahrtspflege ein Netz, das trägt. Es trägt Menschen, die von Schicksalsschlägen gebeutelt sind, die arm sind, krank oder einsam. Einsparungen reißen Löcher in dieses Netz.“

Auch Prof. Dr. Rolf Rosenbrock vom Paritätischen Gesamtverband hebt hervor, dass Ungleichheit und Armut die Grundlagen sozialer und politischer Teilhabe gefährden. „Mit dem Bundeshaushalt 2025 muss die Bundesregierung ein Signal gegen Verdrossenheit und Resignation setzen – für soziale Rechte und gemeinnützige Angebote, für alle und vor Ort.“

Gerda Hasselfeldt vom DRK stellt klar: „Eine starke Gesellschaft lebt von aktiven Bürgerinnen und Bürgern, die im Sinne des Gemeinwohls mitgestalten. Wenn soziale Angebote wegfallen, verschwinden auch Orte des ehrenamtlichen Engagements und somit der gesellschaftliche Zusammenhalt.“

Rüdiger Schuch von der Diakonie Deutschland weist zudem auf das Vertrauen in die Demokratie hin: „Weitere Kürzungen bei sozialpolitischen Leistungen und bei der Förderung von freiwilligem Engagement im Bundeshaushalt 2025 sind demokratiegefährdend und nicht akzeptabel. Wer die soziale Arbeit stärkt, sichert die Demokratie und unterstützt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Abraham Lehrer von der ZWST fügt hinzu: „Unzureichende Beratungsstrukturen können gesellschaftliche Spaltung bedeuten und antidemokratische Ressentiments befeuern. Unterstützung und Befähigung gesellschaftlicher Teilhabe sind Langzeitaufgaben und erfordern verlässliche Strukturen.“

Die Zahlen sprechen für sich: Nahezu zwei Drittel der Freien Wohlfahrtseinrichtungen mussten ihre Angebote einschränken, viele sogar schließen. Angesichts der bevorstehenden Haushaltskürzungen steht viel auf dem Spiel – für die Betroffenen, aber auch für die gesamte Gesellschaft. Die Forderung nach einer angepassten Finanzierungsstrategie ist ein dringender Appell an die Regierung, um den Grundpfeiler des sozialen Miteinanders zu schützen und auszubauen.

Um die aktuelle Lage der Freien Wohlfahrtspflege besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die wesentlichen Arbeitsfelder dieser Einrichtungen: Von Kindertagesstätten und Erziehungsberatung über Altenhilfe bis hin zu verschiedenen Diensten für Menschen mit Behinderung, Gesundheitsdienste und Hilfsangebote für Geflüchtete und Eingewanderte – die Bandbreite der angebotenen Unterstützung ist immens. All diese Dienstleistungen und unzählige mehr sind essentiell für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Wohlbefinden der Menschen in Deutschland.

Die etwa 1,9 Millionen hauptamtlich Beschäftigten und ca. 3 Millionen Ehrenamtlichen in bundesweit rund 118.000 Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege sorgen dafür, dass die soziale Infrastruktur erhalten bleibt und weiterentwickelt wird. Eine starke Fördersystematik und finanzielle Sicherheit sind entscheidend, um eine zukunftsorientierte soziale Arbeit sicherzustellen und den demokratischen Prozess zu stärken.

Fazit: Die Situation ist ernst, und das ursprüngliche Anliegen aller Beteiligten muss nun lauter denn je gehört werden: Die Bundesregierung muss handeln und in die soziale Infrastruktur investieren, um den sozialen Frieden und das demokratische Engagement zu sichern.


Für weitere Informationen, Pressekontakte, Bilder oder Dokumente geht es hier zur Quelle mit dem Originaltitel:
Angebote von Wohlfahrtsverbänden mussten vielfach schon eingeschränkt oder ganz …

Original-Content übermittelt durch news aktuell.

Zitierte Personen und Organisationen

  • BAGFW e.V.
  • Berlin
  • Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege
  • Arbeiterwohlfahrt Bundesverband (AWO)
  • Deutscher Caritasverband (DCV)
  • Paritätischer Gesamtverband
  • Deutsches Rotes Kreuz (DRK)
  • Diakonie Deutschland
  • Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST)
  • Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) e. V.
  • Michael Groß, Präsident des Arbeiterwohlfahrt Bundesverband (AWO)
  • Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes (DCV)
  • Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes
  • Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK)
  • Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland
  • Abraham Lehrer, Präsident der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST)
  • Katrin Goßens, Kontaktperson bei der BAGFW

Meldung einfach erklärt

  • Datum: 19.06.2024 – 07:00 Uhr
  • Kunde: BAGFW e.V.

In Berlin berichtet die BAGFW (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege), dass Kürzungen im Bundeshaushalt drohen. Deshalb warnen sie vor Problemen in der Sozialarbeit, weil Geld fehlt und alles teurer wird.

  1. Was sagt die BAGFW?

    • Viele Angebote der Sozialarbeit mussten eingestellt werden.
    • Es ist schwerer, Menschen in Not zu helfen.
  2. Wer ist betroffen?
    • Arbeiterwohlfahrt Bundesverband (AWO)
    • Deutscher Caritasverband (DCV)
    • Paritätischer Gesamtverband
    • Deutsches Rotes Kreuz (DRK)
    • Diakonie Deutschland
    • Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST)

Diese Organisationen verlangen mehr Geld für ihre Arbeit. Sie sagen, dass der soziale Frieden in Gefahr ist, wenn weiter gekürzt wird.

  1. Was hat eine Umfrage ergeben?

    • Zwei Drittel der befragten Einrichtungen hatten in den letzten zwei Jahren finanzielle Probleme und mussten Angebote reduzieren oder ganz aufgeben.
    • Mehr als drei Viertel erwarten, dass sie auch 2025 weniger anbieten können.
    • Über 70% glauben, dass weniger Angebote auch das freiwillige Engagement der Bürger vor Ort verringern wird.
  2. Was fordern die Präsidenten der Verbände?
    • Michael Groß (AWO): Die Sparpolitik bedroht die soziale Infrastruktur. Die Regierung muss in Zusammenhalt investieren.
    • Eva Maria Welskop-Deffaa (DCV): Kitas und Beratungsstellen sind wichtig. Kürzungen zerstören sowohl analoge als auch digitale Unterstützungsangebote.
    • Prof. Dr. Rolf Rosenbrock (Paritätischer Gesamtverband): Ungleichheit und Armut gefährden die gesellschaftliche Teilhabe. Ein Signal gegen Resignation ist nötig.
    • Gerda Hasselfeldt (DRK): Ehrenamtliches Engagement ist wichtig. Der soziale Sektor muss gestärkt werden, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu wahren.
    • Rüdiger Schuch (Diakonie Deutschland): Kürzungen gefährden die Demokratie. Investitionen in den Sozialstaat sind notwendig.
    • Abraham Lehrer (ZWST): Integration und Migration erfordern verlässliche Strukturen. Unzureichende Beratung fördert Spaltung und antidemokratische Tendenzen.

Zusammenfassung: Die Umfrage zeigt, dass viele Einrichtungen finanziell kämpfen. Weitere Kürzungen könnten den sozialen Frieden und das demokratische Engagement gefährden. Die Wohlfahrtsverbände fordern mehr Unterstützung.

Wer ist die BAGFW?

  • Die BAGFW besteht aus sechs großen Wohlfahrtsverbänden, die zusammenarbeiten.
  • Sie haben Büros in Berlin und Brüssel sowie eine Abteilung in Köln.

Wie sehen die Zahlen aus?

  • Es gibt ca. 118.000 Einrichtungen mit 4,1 Mio Betten/Plätzen und 1,9 Mio Mitarbeitenden.
  • Ca. 3 Mio Menschen engagieren sich ehrenamtlich.
  • Arbeitsfelder umfassen Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe, Eingliederungshilfe, Gesundheitswesen, Hilfe für Geflüchtete und sozial Benachteiligte.

Für weitere Informationen:
Pressekontakt: Katrin Goßens, 030 24089-121, presse@bag-wohlfahrt.de

Original-Content von: BAGFW e.V., übermittelt durch news aktuell

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