– Seit Juli 2025 kleben Aktivist:innen bundesweit über 6.000 Sticker auf Wiesenhof-Fleischverpackungen.
– Sticker-Aufdruck „Hier sehen Hühner weder Wiesen noch Hof“ leitet per QR-Code zu E-Mail-Protest.
– Wiesenhof, Teil der PHW-Gruppe, schlachtet täglich fast eine Million Hühner in engen Ställen.
Sticker-Kampagne deckt Tierleid in der Wiesenhof-Geflügelmast auf
Seit Juli 2025 machen engagierte Tierschützer:innen aus über 200 deutschen Städten mit einer bundesweiten Sticker-Aktion auf das Leid der Hühner in der Wiesenhof-Geflügelmast aufmerksam. Bei der Organisation VIER PFOTEN wurden mehr als 6.000 Sticker mit dem Satz „Hier sehen Hühner weder Wiesen noch Hof“ bestellt und gezielt auf Verpackungen von Wiesenhof-Geflügelfleisch in Supermärkten wie REWE und EDEKA geklebt. Ergänzend verweisen die Aufkleber per QR-Code auf einen E-Mail-Protest, mit dem Verbraucher:innen den Konzern direkt auffordern können, Verantwortung zu übernehmen und die Tierhaltung zu verbessern.
Hinter der Marke Wiesenhof steht die PHW-Gruppe, der größte Geflügelkonzern Deutschlands und einer der bedeutendsten Akteure Europas. Mit täglich knapp einer Million geschlachteter Hühner, was etwa 665 Tieren pro Minute entspricht, steht das Unternehmen für eine industrielle Massentierhaltung, die auf systematischer Ausbeutung basiert. Ladina Bissinger, Campaignerin bei VIER PFOTEN Deutschland, erklärt dabei unmissverständlich: „So wird Tierqual zur Geschäftsgrundlage, denn diese erschreckenden Zahlen sind nur durch systematische Ausbeutung und großes Tierleid möglich.“
Mit einem jährlichen Umsatz von über zwei Milliarden Euro erwirtschaftet Wiesenhof immense Gewinne – auf Kosten von zehntausenden qualgezüchteten Hühnern, die in sogenannten Haltungsstufe 2 unter extrem beengten Bedingungen leben. Dort teilen sich bis zu 21 Tiere pro Quadratmeter den Stall, ohne Zugang zu Freilauf. Diese Praxis widerspricht den öffentlichen Imagebildern des Unternehmens, das sich als nachhaltig und tiergerecht präsentiert. Tatsächlich leiden viele der Tiere unter Verletzungen oder sind aufgrund ihrer Zucht sogar bewegungsunfähig. Mit der Sticker-Kampagne wollen die Tierschützer:innen genau diese Diskrepanz sichtbar machen und den öffentlichen Druck auf Wiesenhof erhöhen.
Adbusting als Spiegel gesellschaftlicher Debatten: Wie künstlerischer Protest Verbrauchererwartungen und Verantwortung herausfordert
Die aktuelle Sticker-Aktion gegen Wiesenhof zeigt eindrücklich, wie Adbusting als kreative Protestform zentrale gesellschaftliche Themen im Lebensmittelsektor ins öffentliche Bewusstsein rückt. Durch das bewusste Umgestalten von Verpackungen und Werbematerialien machen Tierschützer:innen mit dem Aufdruck „Hier sehen Hühner weder Wiesen noch Hof“ auf das Leid der Geflügel in der industriellen Mast aufmerksam. Diese Aktion trifft einen Nerv, weil sie Debatten um Fairness, Transparenz und Konsumentenschutz verschärft – Aspekte, die Verbraucherschutzorganisationen und Landwirtschaftsethik gleichermaßen beschäftigen.
Adbusting verbindet dabei künstlerischen Protest mit konkreter Verbraucherinformation, indem es gegen Greenwashing im Einzelhandel vorgeht: Unternehmen, die mit Nachhaltigkeit und Tierwohl werben, aber hinter der Verpackung andere Realitäten verbergen, werden auf diese Weise entlarvt. Das macht die Aktion besonders aktuell und gesellschaftlich relevant. Sie zeigt beispielhaft, wie öffentliche Kritik auf kreative Weise Aufmerksamkeit erzeugt und Diskussionen über die ethische Verantwortung von Landwirtschaft und Lebensmittelhandel anstößt.
Die Bedeutung dieser Protestbewegung lässt sich an zwei wesentlichen Entwicklungen ablesen:
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Zunehmende Bedeutung von Tierwohl und Verbrauchertransparenz: Das Interesse der Konsument:innen an der Herkunft und Qualität ihrer Lebensmittel wächst stetig. Menschen wollen wissen, wie Tiere gehalten werden und erwarten klare Kennzeichnungen, die verlässliche Informationen bieten. Die Diskrepanz zwischen Versprechen großer Marken und tatsächlichen Haltungsbedingungen öffnet Raum für Kritik.
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Wachsende Zahl politischer und künstlerischer Protestaktionen gegen Greenwashing im Einzelhandel: Adbusting ist Teil eines breiteren Trends, in dem Aktivist:innen auf unzureichende Angaben zu Tierwohl oder ökologischer Nachhaltigkeit aufmerksam machen. Dabei greifen sie auf auffällige, kreative Methoden zurück, um Werbelügen zu entlarven und Verbraucher:innen zum Nachdenken anzuregen.
Vor diesem Hintergrund stehen Händler, Politik und Verbraucher:innen vor der Herausforderung, konsequent auf diese Kritik zu reagieren. Eine stärkere Kennzeichnungspflicht könnte Transparenz im Lebensmittelhandel erhöhen und Irreführung reduzieren. Politische Regulierungen wären ein weiteres Mittel, um verbindliche Standards für Tierwohl und Verbraucherschutz zu etablieren. Gleichzeitig kann ein bewussteres Konsumverhalten der Verbraucher:innen den Druck auf Unternehmen erhöhen, ihre Praktiken zu verbessern. So zeigt die Sticker-Aktion nicht nur Missstände auf, sondern bietet auch Anknüpfungspunkte für nachhaltige Veränderungen im Umgang mit Ernährung, Landwirtschaftsethik und Lebensmittelmarketing.
Alle Informationen und Zitate in diesem Beitrag basieren auf einer Pressemitteilung von VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz.




20 Kommentare
Eure Kommentare sind sehr inspirierend! Die Sticker-Aktion könnte ein erster Schritt sein für mehr Transparenz im Lebensmittelmarkt! Welche weiteren Maßnahmen haltet ihr für notwendig? Ich glaube an Veränderung durch kollektives Handeln.
Ja genau Natalia! Wir müssen alle zusammenarbeiten und unsere Stimme erheben für Tiere und Umwelt! Das Thema betrifft uns alle.
Ich hoffe wirklich auf Änderungen durch solche Aktionen! Vielleicht könnte eine bessere Kennzeichnungspflicht helfen?
Die Kampagne zeigt wirklich gut auf, wie groß die Diskrepanz zwischen Marketing und Realität ist. Es ist an der Zeit für Veränderungen im Lebensmittelhandel! Welche Möglichkeiten seht ihr für Verbraucher:innen hier aktiv zu werden?
Ich denke, wir sollten bewusster einkaufen und vielleicht lokale Produkte unterstützen! Das könnte helfen!
Ich finde es gut, dass die Verbraucher:innen aufgeklärt werden über die Missstände in der Tierhaltung. Es sollte viel mehr solcher Aufklärung geben! Was denkt ihr über den Einfluss von Social Media auf solche Themen? Ist das hilfreich oder eher hinderlich?
Ich glaube schon, dass Social Media viel erreichen kann! Es hilft den Menschen zu sehen, was wirklich passiert und bringt das Thema näher an die Gesellschaft heran.
Ich bin mir nicht sicher, ob Social Media immer so hilfreich ist… manchmal gibt es auch viel Negatives und Falsches. Aber Aufklärung bleibt wichtig!
Die Tatsache, dass Wiesenhof jeden Tag so viele Hühner schlachtet, ist einfach unfassbar. Die Sticker-Aktion bringt das Thema endlich in die Öffentlichkeit. Gibt es ähnliche Aktionen in anderen Ländern? Das würde mich interessieren.
Das ist eine gute Frage, Hannes! Ich habe gehört, dass es auch in anderen Ländern Proteste gegen Massentierhaltung gibt. Vielleicht sollten wir uns mehr vernetzen und voneinander lernen.
Ich finde die Sticker-Kampagne von VIER PFOTEN sehr wichtig, um auf das Tierleid aufmerksam zu machen. Es ist erschreckend, wie viele Hühner unter solchen Bedingungen leben müssen. Wie denkt ihr über die Wirksamkeit solcher Protestaktionen?
Ich stimme Uforster zu! Es ist wirklich traurig, dass die Tiere so leiden müssen. Glaubt ihr, dass solche Kampagnen auch den großen Konzernen etwas ausmachen? Ich hoffe, sie hören auf uns.
Ich finde die Idee hinter dieser Aktion großartig! Wir brauchen mehr solcher kreativen Ansätze im Tierschutz. Was denkt ihr über andere Möglichkeiten, wie wir Unternehmen zur Verantwortung ziehen können?
„Kreative Ansätze“ sind wichtig! Aber ich frage mich auch: Warum haben diese Unternehmen immer noch so viel Macht? Gibt es nicht mehr Transparenz für uns Verbraucher? Das sollte ganz oben auf der Agenda stehen.
„Hier sehen Hühner weder Wiesen noch Hof“ – das sagt so viel aus! Es ist traurig zu sehen, wie Tiere leben müssen für unseren Konsum. Ich hoffe wirklich, dass diese Kampagne viele Menschen zum Nachdenken bringt.
Ich finde die Sticker-Aktion echt clever! Es ist wichtig, dass wir als Verbraucher über die Bedingungen informiert sind, unter denen unsere Lebensmittel produziert werden. Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, wie wir noch mehr tun können?
Das ist ein guter Punkt, Gunther99! Ich denke auch darüber nach, bewusster einzukaufen. Vielleicht könnten wir auch lokale Märkte unterstützen? Welche Erfahrungen habt ihr dabei gemacht?
Genau das! Lokale Erzeuger könnten eine Lösung sein. Aber was ist mit den Preisen? Manchmal kann ich mir das nicht leisten und muss auf billigere Produkte zurückgreifen.
Ich finde es wirklich wichtig, dass solche Themen wie Tierwohl und Massentierhaltung öffentlich diskutiert werden. Die Sticker-Kampagne ist eine kreative Idee, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Wie denkt ihr über den Einfluss von sozialen Medien auf solche Protestaktionen?
Ich stimme dir zu, Christof! Soziale Medien spielen eine große Rolle bei der Verbreitung solcher Kampagnen. Glaubt ihr, dass es genug Druck auf Wiesenhof gibt, um Veränderungen herbeizuführen? Ich hoffe sehr darauf.