Wettbewerbsfähigkeit sichern: Industriestrompreis für Ernährungsbranche

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Einleitungsvorschlag:

Die energieintensive Ernährungsindustrie steht in Deutschland am Scheideweg: Steigende Energiepreise, explodierende Bürokratiekosten und eine Flut an neuen Regulierungen bringen Traditionsbetriebe und Mittelständler zunehmend in Bedrängnis. Beim Forum für Zukunftsenergien in Berlin forderten Branchenvertreter, Wissenschaftler und Politiker entschlossene Reformen – denn auf dem Spiel stehen nicht nur rund 644.000 Arbeitsplätze, sondern auch die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit eines gesamten Wirtschaftszweigs. Wie kann Deutschlands viertgrößte Industrie den Wandel schaffen, ohne ins Hintertreffen zu geraten?

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Bremen (VBR). Dieser ausführliche Beitrag ist Teil unseres täglichen VerbandsMonitor und beruht auf offiziellen Pressemitteilungen, die über das Presseportal von news aktuell veröffentlicht wurden.
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Die energieintensive Ernährungsindustrie steht in Deutschland an einem Wendepunkt. Steigende Energiepreise, immer komplexere Regulierungen und Druck durch die internationale Konkurrenz bringen zahlreiche Unternehmen an ihre Grenzen. Dieser Branche, ein Rückgrat der deutschen Lebensmittelversorgung, droht aktuell eine schleichende Schwächung – mit Folgen für die gesamte Gesellschaft.

500 Milliarden Euro Umsatz jährlich – diese Zahl steht für die enorme Bedeutung der Lebensmittelproduzenten für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Dennoch werden sie in den politischen Debatten oft übersehen. „Die energieintensive Ernährungsindustrie wird häufig nicht ausreichend berücksichtigt, obwohl sie entlang ihrer Wertschöpfungskette jährlich rund 500 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland erwirtschaftet“, kritisierte Dr. Christian v. Boetticher, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) (Zitat-Quelle: Pressemitteilung). Hohe Bürokratiekosten, getrieben vor allem durch europäische Vorgaben, und stetig steigende Energiepreise gefährden zunehmend die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland. Die Auswirkungen sind längst spürbar: Verlagerungen von Produktionsstandorten ins Ausland, steigende Preisen für Verbraucher und eine wachsende Abhängigkeit von Lebensmittelimporten.

Besonders betroffen sind dabei Branchen wie die Ölsaatenverarbeitung, die Kakaoindustrie und die Backwarenherstellung. Diese Sektoren leiden besonders stark unter den anhaltend hohen Energiepreisen. Von Boetticher fordert: „Es ist dringend notwendig, die Ernährungsindustrie bei Entlastungsmaßnahmen einzubeziehen. Der Carbon Leakage Schutz ist unerlässlich, um eine Verlagerung der Industrie ins Ausland zu verhindern“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung). Als Lösung schlägt er eine grundlegende Reform des Strommarktdesigns und den Ausbau der Leitungsinfrastruktur vor – einzelne Maßnahmen reichten dabei nicht aus, das Marktgefüge müsse grundlegend verändert werden.

Die Branche fordert langfristige Planungssicherheit und Investitionsanreize. Jaana K. Kleinschmit von Lengefeld, Präsidentin des OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie, plädiert dafür, die Wettbewerbsfähigkeit durch langfristig planbare Investitionsbedingungen abzusichern. Sie sieht die Notwendigkeit für einen wettbewerbsfähigen Industriestrompreis, der den Wandel zu klimafreundlichen Technologien begleitet und Unternehmen unterstützt. Die Ernährungswirtschaft müsse zudem in sämtliche energiepolitische Entscheidungsprozesse einbezogen werden, bestehende Regelungen zur Strompreiskompensation sollten auf die gesamte Branche ausgeweitet werden. „Es ist unerlässlich, die Branche in alle energiepolitischen Entscheidungsprozesse einzubeziehen“, so Kleinschmit von Lengefeld (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI hat den Blick auf die Herausforderungen und Chancen in der Flexibilisierung der Betriebe gelenkt. Im Vordergrund stehen dabei der Aus- und Umbau von Netzanschlüssen, der immense bürokratische Aufwand sowie wirtschaftliche Unsicherheiten. Michael Haendel hebt hervor: „Besonders fehlende verlässliche Rahmenbedingungen sind ein wesentliches Hemmnis für Investitionen“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung). Netzentgelte und fehlende Netzanschlusskapazitäten schrecken Betriebe ab. Erst mit klaren und langfristigen Strategien seitens der Politik könnten Unternehmen entscheiden, in klimafreundliche Technologien zu investieren.

In einer Podiumsdiskussion unter Beteiligung von Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft wurde deutlich: Die Lebensmittelindustrie benötigt dringend mehr öffentliche und politische Sichtbarkeit. Die Diskutierenden stimmten überein: Nur wenn der Standort Deutschland gestärkt wird, lassen sich Abwanderungstendenzen stoppen und Arbeitsplätze sichern. Hans Koller, CDU/CSU, betonte die Rolle des Mittelstands und forderte realistischere gesetzliche Vorgaben: „Die Abwanderung von Industrie ist eine Folge zahlreicher struktureller Hemmnisse, die nur durch langfristige und durchdachte Maßnahmen überwunden werden können“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung).

Dunja Kreiser, SPD, schilderte, dass neben Strompreisen auch andere Kostenfaktoren wie Netzentgelte, Gasspeicherumlagen oder Abschreibungsbedingungen die Branche belasten. Sie forderte: „Es bedarf eines intensiveren Dialogs, um die konkreten Bedarfe der Industrie kennenzulernen und sichtbar zu machen“ (Zitat-Quelle: Pressemitteilung). Jörg Cézanne, DIE LINKE, schlug einen befristeten Industriestrompreis von vier bis sechs Cent pro Kilowattstunde vor und hielt die bisherige Ausgestaltung der Strompreiskompensation für nicht ausreichend. Auch er wies auf die massive Bedeutung eines wirksamen Schutzes vor Carbon Leakage hin.

Die Debatte kreiste somit um die zentrale Forderung, dass es für eine zukunftsfähige und nachhaltige Ernährungsindustrie klare politische Rahmenbedingungen braucht. Nur so könne die Balance aus Klimaschutz, wirtschaftlicher Stärke und fairen Wettbewerbsbedingungen gelingen.

Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Knapp 6.000 Betriebe, 232,6 Milliarden Euro Jahresumsatz, rund 644.000 Beschäftigte – damit ist die Ernährungsindustrie der viertgrößte Industriezweig Deutschlands. 90 Prozent der Unternehmen sind Mittelständler. Mit einer Exportquote von 35 Prozent zeigen sie, dass deutsche Lebensmittel weltweit gefragt sind.

Um ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern, fordert die Branche eine stärkere institutionelle Anbindung an das Bundeswirtschaftsministerium. Der Schutz vor Carbon Leakage, wettbewerbsfähige Energiepreise und weniger Bürokratie bleiben die entscheidenden Hebel – damit Deutschlands Lebensmittelbranche weiterhin für Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und nachhaltige Entwicklung stehen kann.


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Standortfaktor Energie: Zukunftsfähige Energiepolitik für die Ernährungsindustrie

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Herausforderungen und Perspektiven der energieintensiven Ernährungsindustrie: Einordnung, Hintergründe und Ausblick

Die energieintensive Ernährungsindustrie nimmt eine zentrale Rolle in der deutschen Wirtschaft ein und ist für die Lebensmittelversorgung, die Sicherung von Arbeitsplätzen und die regionale Wertschöpfung von maßgeblicher Bedeutung. Die aktuellen Entwicklungen zeigen jedoch, dass die Branche durch volatile Energiepreise und den internationalen Wettbewerbsdruck zunehmend unter Druck gerät. Ein Blick auf vergleichbare Situationen in anderen europäischen Ländern offenbart, dass gerade Standorte wie Frankreich oder die Niederlande dank gezielter strompreispolitischer Maßnahmen und besserer steuerlicher Rahmenbedingungen oftmals Wettbewerbsvorteile besitzen. Dies wirft die Frage auf, wie Deutschland seine wirtschaftliche Resilienz im industriellen Kernbereich der Nahrungsmittelherstellung langfristig sichern kann.

Ein Hintergrundfaktor ist die fortschreitende Dekarbonisierung im Rahmen der europäischen Zielvorgaben für den Klimaschutz, wodurch insbesondere energieintensive Sektoren vor grundlegenden Transformationsaufgaben stehen. Die Bedeutung politischer Planungs- und Investitionssicherheit für die Ernährungsmittelbranche wächst daher stetig, was sich in den aktuellen Diskussionen um die Einführung eines wettbewerbsfähigen Industriestrompreises widerspiegelt. Prognosen deuten darauf hin, dass nur durch nachhaltige Entlastung und gezielte Förderinstrumente eine Verlagerung der Produktion ins Ausland verhindert werden kann.

Gleichzeitig fordert der Ausbau moderner Netzinfrastrukturen erhebliche Investitionen. Das Flexibilisierungspotenzial der Unternehmen hängt entscheidend von der Geschwindigkeit ab, mit der bürokratische Hürden abgebaut und Investitionen durch verlässliche politische Rahmenbedingungen flankiert werden. Experten gehen davon aus, dass die deutsche Ernährungswirtschaft bei fortgesetztem Kostendruck und fehlender Planbarkeit weiter an internationaler Wettbewerbsfähigkeit einbüßen könnte. Dies würde nicht nur ökonomische Risiken, sondern auch eine Verschiebung von Emissionen und Abhängigkeiten ins Ausland bedeuten. Mit Blick auf die kommenden Jahre zählt deshalb die Stärkung der systemrelevanten Branche und die Anpassung regulatorischer Vorgaben zu den wichtigsten wirtschaftspolitischen Aufgaben.

Die aktuellen Forderungen der Branche unterstreichen, wie wichtig eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Industrie und Politik ist, um gemeinsam tragfähige Lösungen für die Herausforderungen der Energiewende und der wirtschaftlichen Transformation zu finden. Ein tiefgehender Dialog mit allen Akteuren der Wertschöpfungskette wird maßgeblich dazu beitragen, die Bedeutung und Zukunftsfähigkeit der energieintensiven Ernährungsindustrie in Deutschland zu sichern und die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung zu stellen.

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10 Antworten

  1. Die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten macht mir Sorgen! Wir sollten alles daran setzen um unsere eigene Produktion zu stärken.

    1. Ja genau! Was könnte man tun damit weniger Produkte importiert werden müssen? Vielleicht mehr regionale Projekte unterstützen?

  2. ‚Die ernährungsindustrie muss mehr Gehör finden in der Politik! Die Herausforderungen sind enorm und brauchen dringend Lösungen.‘

  3. ‚Carbon Leakage‘ ist ein ernstes Thema! Wenn wir nicht aufpassen, verlieren wir Arbeitsplätze und unsere Wettbewerbsfähigkeit im Ausland. Hat jemand Beispiele von anderen Ländern gesehen, die das besser machen?

    1. ‚Ja genau! Länder wie Frankreich haben in dieser Hinsicht Vorteile durch ihre Politik. Wie können wir ähnliche Strategien in Deutschland umsetzen? Das würde uns sehr helfen!‘

  4. Der Artikel bringt gute Punkte zur Sprache! Es ist wichtig, die Sichtbarkeit der Branche zu erhöhen. Mich interessiert, welche konkreten Maßnahmen Politiker vorschlagen könnten, um diese Probleme anzugehen.

    1. Genau! Ich glaube, ein offener Dialog mit den Unternehmen könnte viel bewirken. Welche Vorschläge habt ihr für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Politik und Industrie?

    2. Ich denke auch, dass eine langfristige Planungssicherheit wichtig ist. Könnten steuerliche Anreize vielleicht einen Unterschied machen? Was denkt ihr darüber?

  5. Ich finde es wirklich wichtig, dass wir über die Herausforderungen der Ernährungsindustrie sprechen. Die hohen Energiepreise sind ein echtes Problem für die Betriebe. Wie denkt ihr, können wir den Unternehmen helfen?

    1. Ich stimme zu, Hubertus! Es ist echt schockierend zu sehen, wie viele Betriebe unter diesen Kosten leiden. Was haltet ihr von der Idee eines Industriestrompreises? Könnte das helfen?

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